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Gebrauchtkauf Mercedes A 45 AMG

So schlägt sich der 360-PS-Kompakte

Mercedes A 45 AMG Gebrauchtkauf spa 09/2017 Foto: Dani Heyne 14 Bilder

Jasper Dehner hatte über drei Jahre lang das Vergnügen mit einem A 45 AMG und erzählt uns, was er mit dem Wagen auf 93.000 km erlebt hat. Seine Erfahrungen passen perfekt in unser aktuelles Gebrauchtwagen-Porträt über den kompakten und schnellen Stern.

26.11.2017 Dani Heyne 3 Kommentare Powered by

Die Trauer hält sich in Grenzen – was aber vermutlich damit zu tun hat, dass Jasper Dehner bereits einen Nachfolger ausgesucht hat, der zudem frisch poliert auf dem Parkplatz vorm Haus in Bayern auf seinen Einsatz wartet. Mit Stern, aber deutlich höher gebaut als die A-Klasse. Im Groll trennt sich der junge Mann nicht von seinem weißen A 45 AMG, den er im August 2014 als Neuwagen begrüßt hatte. Getreu der Familientradition, stets in einem schnellen Benz durch den Alltag zu huschen, ist ihm der kompakte Sportler in den vergangenen drei Jahren ans Herz gewachsen.

Über 90.000 Kilometer schärfen den Blick auf die Dinge – weshalb Jasper nun ziemlich gut Bescheid weiß über die Stärken und Schwächen des kleinsten AMG. Dazu gleich mehr.

Thema Rentnerschaukel ist vergessen

Das war nur einer der vielen Kosenamen früherer A-Klasse-Modelle, die mit einer Art Dauer-Sportbefreiung ausgeliefert wurden – egal wie stark und egal wie viele Türen.

Bis 2013 teilten sich daher Audi RS 3, BMW M135i, Honda Civic Type R, Opel Astra OPC, Peugeot 308 GTi und VW Golf GTI (und später der Golf R) die sportliche Fahrerklientel auf.

Wobei BMW mit dem schnellen 1er stets einen Trumpf mehr hatte, vorausgesetzt, man steht auf Heckantrieb und den Beat von sechs Zylindern in Reihe. Der sportliche Rest konterte konsequent mit Vier- oder Fünfzylindermotoren, Turbopfeifen und Allradantrieb. Große Lücken gab es da nicht mehr zu besetzen – oder etwa doch?

Als Mercedes 2013 den A45 AMG ins Rennen schickte, wurden wir alle eines Besseren belehrt. Da war sehr wohl eine Lücke: die des stärksten Serien-Vierzylinders der Welt. Ein Zweiliter, der (anfangs) 360 PS entfesselt – und damit mehr Pfeffer hat als alle anderenin dieser Klasse. Peng! Das saß.

Noch bevor irgendjemand zucken und auf die zarten Pneus der Vorderachse zeigen konnte, die sich bei so viel Leistung ratzfatz in Rauch auflösen würden, erwähnt Mercedes in einem Nebensatz, dass der A 45 AMG stets mit einem klugen Allradantrieb gesegnet sei. Doppel-Peng!

Mercedes A45 AMG vs. BMW M135iAllrad-Angriff der Kompakten

Im ersten sport auto-Vergleich zeigte der Newcomer – um Chancengleichheit zu wahren – sein Können gegen einen allradangetriebenen M135i xDrive. Und er schaffte die Sensation: einen knappen Punktsieg. Noch schmerzhafter für die Münchner: Der Benz sprintete eine Zehntelsekunde schneller über den Kleinen Kurs Hockenheim – 1.15,2 zu 1.15,3 Minuten.

Die größten Kritikpunkte des A 45 AMG gegenüber seinem Konkurrenten im damaligen Test: Er verlangt als Neuwagen nach fast 5.000 Euro mehr und genehmigt sich durchschnittlich zwei Liter mehr als der schnellste 1er von BMW.

Erst bei Vollgas wächst der Durst spürbar

„Mit dem Verbrauch hatte ich kein Problem“, sagt Jasper während einer Kaffeepause. „Die meisten der rund 30.000 Jahres-Kilometer spulte der Panzer flott auf der Autobahn ab – dabei stand der Tempomat oft auf 180 km/h. Selten zeigte der Bordcomputer dabei mehr als 10,5 Liter Durchschnittsverbrauch an. Tanzt die Tachonadel dagegen häufig zwischen 200 und 250, wächst der Durst des Motors spürbar.“

Nach dem Cappuccino werfen wir einen längeren Blick auf den Sportanzug der A-Klasse. Der sitzt trotz der vielen Kilometer noch erstaunlich gut. Keine Schrammen, keine Kratzer. Nur auf der Beifahrerseite gibt es eine winzige Delle, hier hat mal ein Nebenparker seine Tür beim Aussteigen zu stark gegen den Benz gedrückt. Natürlich ohne Bescheid zu geben. Die Schwellerverkleidungen, Front- und Heckschürzen haben dagegen keinen Fremdkontakt erfahren. „Die Parkpiepser haben sich hier als verlässliche Helfer erwiesen“, erwähnt Jasper, um dann auf Höhe der hinteren rechten Felge in die Knie zu gehen.

Mercedes A 45 AMG Gebrauchtkauf spa 09/2017 Foto: Dani Heyne
Die breiten Alufelgen haben unter zahlreichen Bordsteinkontakten gelitten. Stückpreis: 700 Euro.

„Sieht nicht schön aus“, murmelt er und fährt mit dem Zeigefinger langsam über den zerschrammten Kranz der Felge. „Alle vier sehen so aus, was mich echt ärgert“, sagt er und erklärt: „Zu meinem Berliner Arbeitsplatz führt eine verdammt schmale Einfahrt – und egal wie ich es probiert habe, der Panzer hat immer wieder den Bordstein geküsst. Das schmerzte jedes Mal.“ Bei rund 700 Euro Stückpreis der Felgen verwundert uns das nicht.

Turbo und Kupplung schwächeln

Gab es irgendwelche technischen Probleme? „Liegen geblieben ist der A 45 nie, aber sein Turbolader wurde während einer Durchsicht auf Garantie gewechselt“, erzählt Jasper. Damit spricht er ein generelles Problem früher A45 an, das aber nach den ersten beiden Jahrgängen sehr selten vorkommt. 2015 bis Anfang 2016 sorgten Kupplungsprobleme für Ärger. Erst nach einem Rückruf schafften die Schwaben das Problem aus der Welt.

Supertest Mercedes-AMG A 45Ein echter Racer auf der Nordschleife

Höchste Zeit für eine Probefahrt. Während das Motoröl warm wird, wandert der Blick durchs Cockpit. Bis heute wirkt es frisch und modern, keine Anzeichen von Abnutzung. Knarzt es, Jasper? „Überhaupt nicht. Aber du wirst gleich das Turboloch erleben, das ist schon ein wenig old fashioned.“ Tatsächlich: Bei spontanem Beschleunigen genehmigt sich der Motor eine Gedenksekunde, bevor er den A 45 nach vorn katapultiert. Dabei sortiert das serienmäßige DCT-Getriebe rasant die Gänge. Was auffällt: dass man die Laufleistung und das Alter überhaupt nicht spürt. Weder am Sitz noch in der Lenkung oder am Fahrwerk. Selbst die Doppelkupplung strengt sich wie am ersten Tag an, die Anlaufzeit des Turbos zu überspielen. Was ihr jedoch nicht ganz gelingt. Egal. Der leichte Kick in jedem Gang hat auch was.

Ebenso der 4Matic-Allrad, dem es offenbar keine große Mühe bereitet, alle 360 PSund 450 Newtonmeter auf frisch besprenkelten Asphalt zu bekommen.

Kofferraum ist zu klein, Turboloch zu groß

Bleiben zwei Fragen mit Jasper zu klären: Was sollte Mercedes deiner Meinung nach verbessern? „Der Kofferraum dürfte gern etwas größer sein. Und das Turboloch ist beim Anfahren schon ein wenig gewöhnungsbedürftig – vor allem wenn man von einem C 63 AMG umsteigt. Verwundert hat mich außerdem der Reifenverschleiß: Alle vier Pneus waren zuerst auf der Innenseite abgefahren, was mir überhaupt nicht aufgefallen ist.“

Und warum nennst du den Wagen Panzer? Jasper lacht: „Den Spitznamen hat er von meiner Freundin bekommen, als sie das erste Mal wenden musste.“

Marktlage

Obwohl der A 45 AMG erst seit Sommer 2013 auf dem Markt ist, findet man ihn als jungen Gebrauchten vergleichsweise häufig auf den gängigen Marktplätzen. Mercedes hat offensichtlich viele Autos an Werksangehörige verleast. Die Folge: günstige Preise bereits ab 33.000 Euro. Das aktualisierte 381-PS-Modell kam im Herbst 2015 und startet bei 41.000 Euro.

Die Konkurrenten

Mercedes A 45 AMG Gebrauchtkauf spa 09/2017 Foto: Dani Heyne

Audi RS 3: Das Beste am schnellsten Audi A3? Natürlich sein fünfzylindriges Power-Herz. Dessen sonores Trommeln macht garantiert süchtig, außerdem schiebt der 340 PS starke 2,5-Liter-Turbomotor mächtig an. Gebrauchte RS 3 gibt es reichlich, aber nur mit viel Glück unterhalb von 25.000 Euro.

Mercedes A 45 AMG Gebrauchtkauf spa 09/2017 Foto: Dani Heyne

BMW M135i: Auch wenn er nicht so viel Power hat wie A 45 und RS 3: der Reiz des M 135i liegt in der Kombi aus Reihensechszylinder (326 PS, 450 Newtonmeter) und Heckantrieb. Gegen Aufpreis gab es Allrad. 2015 brachte BMW diese (überarbeitete) Version, die gebraucht nicht unter 33.000 Euro zu haben ist.

Mercedes A 45 AMG Gebrauchtkauf spa 09/2017 Foto: Dani Heyne

VW Golf R: Der Über-Golf startete erst Ende 2013, weshalb es noch nicht ganz so viele Exemplare in den Gebrauchtwagenbörsen gibt (startet bei knapp 30.000 Euro). Die Suche lohnt dennoch, schließlich lockt das Teil mit 300 PS. DSG ist Serie. Wer mag, bekommt den zornigen Golf auch als Kombi-Version.

Fazit

Was für eine Entwicklung die A-Klasse hinter sich hat. Noch vor zehn Jahren hätte sie es nicht in dieses Heft geschafft – und heute? Da kämpft sie ernsthaft und erfolgreich gegen Einser und RS 3. Das verlangt Respekt. Dass sie mittlerweile auch in der zweiten Leistungsstufe (mit 381 PS) übertrumpft worden ist, war klar. So tickt die sportliche Kompaktklasse nun mal. Der Audi RS 3 wird garantiert nicht der Einzige bleiben, der die 400-PS-Schallmauer durchbricht. Lange werden sich das die Affalterbacher sicher nicht mitanschauen.

Zurück zu unserem A45 AMG, der – abgesehen von zwei technischen Problemen (Turbo, Kupplung) – erstklassig gestartet ist und seinem Besitzer über 90 000 Kilometer treu ergeben war. Aktuell steht er für rund 30 000 Euro zum Verkauf und ist damit der Viertgünstigste seiner Art. Bei einem Neuwagen-Grundpreis von über 50 000 Euro muss man Schnäppchenjägern nicht erklären, was hier geboten wird. Schließlich bekommen sie nicht nur einen sehr modernen Renner, sondern auch eine Topausstattung, wie sie bis heute serienmäßig nicht an Bord ist.

Technische Daten
Mercedes A 45 AMG 4Matic AMG
Grundpreis50.159 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4359 x 1780 x 1417 mm
KofferraumvolumenVDA341 bis 1157 l
Hubraum / Motor1991 cm³ / 4-Zylinder
Leistung265 kW / 360 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit250 km/h
0-100 km/h4,6 s
Verbrauch6,9 l/100 km
Testverbrauch11,5 l/100 km
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    Wieso sollen Behörden handeln, wenn die Autoindustrie Gelump auf den Markt bringt, das nicht alltagstauglich ist? Wer schön sein will, muss eben leiden.
    Oder sollen jetzt die Parkhäuser vergrössert werden, weil SUV grad so im Trend liegen? Selbst schuld, wer sowas kauft.

    Fellfrosch 27. November 2017, 18:37 Uhr
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