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1/2020, HERE CES 2020 HERE

Kartendienst „Here“

Mit genauerer Positionsbestimmung auf der CES 2020

CES 2020

Der Kartendienstleister Here stellt auf der CES 2020 weiterentwickelte Softwaremodule zur genaueren Positionsbestimmung vor. Davon werden nicht nur Autofahrer, sondern auch Fußgänger profitieren.

Der Navigationskartendienstleister Here stellt auf der CES 2020 (Consumer Electronics Show) neue Services vor, die Autofahrern genauere Ortungsdaten liefern und zukünftig auch als Grundlage für die Arbeit von Fahrassistenzsystemen dienen dürften.

In einer Zeit, in der mehr und mehr Autoherstellern ihren Kunden mit Over-the-air-Updates auch nach der Neuwagenkonfiguration die Wahlfreiheit bei (digitalen) Optionen lassen, wird Heres Navigation On-Demand eine wichtige Rolle spielen. Beim bedarfsgesteuerten Abruf der Navigationsdaten soll auch sichergestellt sein, dass der Nutzer immer die aktuellsten Karten für die Routenführung erhält.

Genauere Positionsbestimmung

Mit einer verfeinerten Positionsbestimmung arbeitet Here Lanes, womit das eigene Auto bis auf die Fahrspur einer größeren Straße geortet werden und entsprechende Fahrempfehlungen vor einer Abzweigung gegeben werden können. Auch für autonome Fahrfunktionen ist diese genaue Information über die Fahrzeugposition unabdingbar. Das gilt auch für den cloudbasierten Dienst Here ED GNSS, mit dem auf der ganzen Welt einzelne Positionen auf weniger als den Meter genau detektiert werden können.

Auch den mehrschichten Verkehr in städtischen Räumen, bei dem Pendler vom Auto in den öffentlichen Nahverkehr, Ride-Sharing und andere Dienstleistungen wechseln, will Here mit entsprechenden Navigationslösungen begleiten.

Mit einem namentlich noch nicht genannten US-Netzbetreiber will Here auf Basis eines 5G-Mobilfunknetzes neue Services zur Erhöhung der Sicherheit von Fußgängern, zur Navigation in geschlossenen Räumen (z.B. Einkaufszentren, Bürokomplexen) und genauen Positionsbestimmung, zum Beispiel für die Abholung durch Ride-Sharing-Dienste an den Start bringen.

Here startete im Jahr 2007

In der Geschichte von Here ist viel Bewegung. 2007 übernahm Nokia den Kartendienst Navteq, um Navigationslösungen für seine Mobiltelefone anzubieten. Später wurde das Unternehmen in Here umbenannt.

Nach dem Verkauf der Telefonsparte an Microsoft warf Nokia auch Here auf den Markt. Die drei deutschen Autobauer Audi, BMW und Daimler hatten 2015 sich für einen Erwerb zusammengeschlossen.

Schon damals hat man betont, dass man offen für weitere Anteilseigner am Unternehmen für hochauflösende Navigationskarten ist. Dessen Technologie ist vor allem bei der Entwicklung selbstfahrender Autos von enormer Wichtigkeit, damit sich die Sensoren, Kameras und Computer zentimetergenau im Verkehr zurechtfinden.

Nach asiatischen Investoren, Tencent und NavInfo aus China sowie Singapurs Staatsfond GIC, ist 2017 auch der Chiphersteller Intel mit einer 15-prozentigen Beteiligung bei Here eingestiegen.

Nicht nur die Autoindustrie steht als Kunde im Fokus

Dann kamen die weitere Partner dazu. Die deutschen Zulieferer Bosch und Continental kautfen sich mit je fünf Prozent der Unternehmensanteile ein, die sie von den drei Autoherstellern bekamen.

Mit dem Engagement bei Here hat Bosch nicht nur die Automobilindustrie als Kunden im Visier. Auch in der Industrie 4.0, dem Smart Home und der Smart City sieht der neue Teileigentümer Potenzial für die hochauflösenden Navigationskarten. Die können nämlich auch von Lieferdrohnen oder zur Fußgängernavigation, inklusive der Echtzeit-Berechnung bei Umwegen durch Baustellen oder sonstige Behinderungen, genutzt werden.

In einer voll automatisierten Lieferkette können Computer und Menschen zudem dank der genauen Karten jederzeit erfahren, wo genau sich ein bestimmter Container oder ein Produkt gerade befindet, was vor allem die On-Demand-Lieferung von Bauteilen in der Produktion weiter optimieren kann.

Die Anteile der Autobauer an Here sinken

Audi, BMW und Daimler, je einst jeweils ein Drittel an Here gehalten haben, senkten ihre Anteile mit dem Einstieg von Bosch und Continental weiter. Die Autobauer sind nun mit je 24,6 Prozent an Here beteiligt.

Mit dem Kauf des Kartendienstleisters im Jahr 2015 für ca. 2,6 Milliarden Euro sollte vor allem verhindert werden, dass die Macht von Apple und Google weiterwächst. Zum Preis, den Bosch und Continental für ihre Anteile an Here bezahlten, wurden keine Angaben gemacht.

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