Monteverdi 375S Coupe Coachwork by Carrozzeria Frua Bonhams
Monteverdi 375S Coupe Coachwork by Carrozzeria Frua
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Monteverdi High Speed 375 S Coupé in der Auktion

Monteverdi High Speed 375 S Coupé in der Auktion Schöner Schweizer mit Riesen-V8 für 230.000 Euro.

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Eins von insgesamt nur wenigen gebauten Monteverdi High Speed 375 S Coupés wurde versteigert. Die Schweizer Automarke gilt als ausgesucht exklusiv, das zum Verkauf stehende Auto ist aber sehr speziell – unter anderem sind die Zulassungsunterlagen, sagen wir, dürftig.

Dem Schweizer Autohändler-Händler Peter Monteverdi reichte 1967 der Handel mit Ferraris, Lancias, Bentleys, Jensens und BMWs nicht mehr – er wollte selbst straßenzugelassene Oberklasse-Autos bauen. Erste Erfahrungen hatte er bereits mit dem Bau von Rennwagen gemacht. Beim Antrieb bevorzugten damals viele europäische Kleinst-Hersteller große amerikanische V8-Motoren – so auch der in Binningen ansässige Monteverdi. Er entschied sich für Chrysler-Hemi-V8-Aggregate mit 7,0 und 7,2 Litern Hubraum, die 380 und 456 PS leisteten. Beide Motorvarianten beschleunigten Monteverdis erstes Modell, das noble High Speed 375 S Coupé, auf über 240 km/h, was Ende der 1960er-Jahre für ein Straßenauto sehr schnell war. So war ein 375 S mit 7,2-Liter-Motor ist jetzt im Schweizerischen Gstaad in der Auktion.

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Die Ausstattung von Monteverdi-Fahrzeugen galt als luxuriös.

Karosserie aus Italien

Beim 375 S Coupé kombinierte Monteverdi einfache US-amerikanische Antriebstechnik mit feiner italienischer Karosseriearbeit – eine Idee, die in den 1950er-Jahren bereits Facel Vega erfolgreich realisiert hatte, in den 1960er-Jahren setzten beispielsweise Iso Rivolta, De Tomaso, Jensen, Bristol, AC und die in Vergessenheit geratene Marke Gordon-Keeble auf diese Kombination. Monteverdi ließ die Karosserie für seinen Zweisitzer vom Turiner Karosseriedesigner Pietro Frua entwerfen. Das Studio Technico Pietro Frua baute dann auch die ersten Karosserien für den 375 S, bevor Monteverdi die Produktion 1969 zur in der Nähe von Turin ansässigen Carrozzeria Fissore verlagerte. Carrozzeria Fissore baute erst das Frua-Design weiter, änderte die Formgebung später aber deutlich. Wie viele Exemplare Frua und Fissore jeweils gebaut haben ist unklar – Monteverdi gab nie Produktionszahlen bekannt. Die Spezialisten des zuständigen Auktionshauses Bonhams gehen von zehn Fahrzeugen aus, andere Quellen nennen zwölf gebaute Coupés. Wie viele 357 S Carrozzeria Fissore bis zur Designumstellung 1969 gebaut hat, ist ebenfalls unbekannt – die Auktionatoren gehen hier von sechs Exemplaren aus. Das in der Auktion befindliche Coupé ist Baujahr 1969 – aber aus der frühen Frua-Serie.

Seine High Speed 375 S Coupés baute Monteverdi auf einem Rohrrahmen auf, vorn gab es eine Einzelradaufhängung mit Doppel-Querlenkern, hinten setzte er eine Starrachse in De-Dion-Bauweise ein. Die Innenausstattung galt als erstklassig und luxuriös.

Monteverdi 375S Coupe Coachwork by Carrozzeria Frua
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Das helle Leder ist noch gut in Schuss, könnte aber stellenweise eine Reinigung vertragen.

Erstverkauf nach Amerika

Das jetzt zum Verkauf stehende 375 S Coupé hat die Fahrgestellnummer 1003. Es ist mit einem Chrysler-Automatikgetriebe ausgerüstet. Monteverdi hat genau dieses Fahrzeug im März 1969 zuerst auf seinem Stand auf dem 39. Genfer Autosalon und dann im April auf der 13. New York International Auto Show ausgestellt. Am 2. Juni 1969 ging das Coupé an Monteverdis offiziellen US-Importeur Anselmo (Royal Simca Inc) in Washington, D.C. Damals war das Auto gelb und hatte eine schwarze Innenausstattung.

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Der Luftfilter-Deckel ist stark verrostet.

Neue Lackfarbe

Der fünfte Eigentümer war ab 1992 Aston Marshall aus dem kalifornischen San Diego. Er restaurierte die Karosserie und ließ das Coupé metallicblau lackieren. Dann folgte Bruce D. Milner aus Los Angeles, der 2003 den Motor und den Unterboden überarbeiten ließ. Im August 2003 zeigte Milner sein High Speed 375 S Coupé auf dem im Rahmen der Monterey Car Week abgehaltenen 17. Concorso Italiano im Black Horse Golf Club im kalifornischen Seaside – dass das Auto zwar schweizerischen Ursprungs aber eben mit einer italienischen Karosserie ausgerüstet war, reichte den Concorso-Organisatoren anscheinend als Voraussetzung für eine Teilnahme aus.

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Dieses High Speed 375 S Coupé trägt die Chassisnummer 1003.

Falsche Behauptung hinsichtlich Vorbesitzer

2005 soll das Auto dann an einen Herrn John Ring aus Brickfield im US-Bundesstaat Wisconsin gegangen sein, der das Coupé einer umfangreichen Überarbeitung unterzog: Es bekam einen dunkelblauen Lack, frisch verchromte Teile, eine neue helle Innenausstattung und neue Schalldämpfer. Der Verkäufer gibt anscheinend an, dass der Monteverdi danach dem US-Moderator und Auto-Enthusiasten Jay Leno gehört haben soll – Bonhams weist aber in der Auktionsbeschreibung ausdrücklich darauf hin, dass das Fahrzeug nie Jay Leno gehört hat. Dies wäre auch eine Überraschung: Jay Leno ist dafür bekannt, dass er nur äußerst selten mal ein Auto aus seiner Sammlung auch wieder verkauft. So hat Leno beispielsweise nach einer Pause von über 30 Jahren im Jahr 2021 einen vielleicht nicht zwingend sammelwürdigen 2015er Tesla Model S P90D verkauft – um ihn gegen ein Model S Plaid zu tauschen.

Monteverdi 375S Coupe Coachwork by Carrozzeria Frua
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Die Karosserie des Coupés stammt vom legendären Turiner Karosseriedesigner Pietro Frua.

Außen hui und innen überarbeitungswürdig

Jedenfalls stand das High Speed 375 S Coupé im Jahr 2008 wieder zum Verkauf – dieses Mal bei der Family Automotive Group aus dem südlich von L.A. gelegenen San Juan Capistrano. Beim Blick auf die Auktionsfotos fällt auf: Karosserie, Lack und Chromteile hinterlassen optisch einen guten Eindruck. Im Motorraum ist allerdings nicht nur der Luftfilter-Deckel von heftigem Rost befallen – je tiefer man schaut, desto mehr Rost fällt einem auf. Das helle Leder der Innenausstattung sieht insgesamt noch ganz gut aus, allerdings dürfte ihm eine Reinigung gut tun. Außerdem fehlen ein Knopf in der Mittelkonsole sowie die obere Hälfte des Schaltknaufs und das Glas der Armaturenbrett-Uhr ist mehrfach gerissen – das Auto braucht von seinem neuen Eigentümer eindeutig ein bisschen Zuwendung.

Monteverdi 375S Coupe Coachwork by Carrozzeria Frua
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Das Reserverad liegt direkt unter dem Kofferraum-Teppich.

Windige Dokumentation

Die Dokumentation zu dem Coupé ist äußerst dürftig: Die Bonhams-Verantwortlichen betonen, dass ausschließlich ein Zulassungsdokument aus dem Nahen Osten vorliegt. Anscheinend hat der derzeitige Eigentümer das Auto 2012 gekauft und es seitdem im stillgelegten Zustand ausgestellt – ein Käufer müsste es also wieder neu zulassen. Bonhams weißt eindringlich darauf hin, dass sich Interessenten vor einem Kauf über die entsprechenden Zulassungsmodalitäten in ihrem jeweiligen Heimatland informieren sollten.

Die Auktion fand am 3. Juli 2022 um 14:00 Uhr im Schweizerischen Gstaad statt. Den Auktionserlös hatte Bonhams auf 70.000 bis 110.000 Schweizer Franken (aktuell umgerechnet zirka 68.763 bis 108.057 Euro) geschätzt. Hinzu kommen noch der Einfuhrzoll und diverse weitere Gebühren. Die Freigabe des Fahrzeugs erfolgt nicht mit dem Kauf, sondern erst nach der Abwicklung der sich an den Kauf anschließenden Zoll-Formalitäten. Inklusive Aufgeld für das Auktionshaus erzielte der rare Monteverdi einen Preis von umgerechnet 230.000 Euro.

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Fazit

Ein Monteverdi High Speed 375 S Coupé ist ein extrem seltenes Auto aus der Oberklasse – von der Version mit Frua-Karosserie hat der Schweizer Hersteller Monteverdi wahrscheinlich nicht mehr als zwölf Exemplare gebaut. Deshalb sind solche Exemplare ausgesprochen selten auf dem Markt – und dann entsprechend teuer.

Der Preis für das jetzt angebotene Coupé erscheint allerdings vergleichsweise moderat. Dies dürfte teilweise an der schlechten Dokumentation des Fahrzeugs liegen – das einzig vorliegende Zulassungszertifikat ist aus dem Nahen Osten und stammt aus dem Jahr 2012.

Der Zustand des High Speed 375 S Coupé ist allein von Fotos her schwer einschätzbar. Karosserie und sämtliche Anbauteile machen einen guten Eindruck, der Motorraum ist allerdings stellenweise heftig von Rost befallen und im Innenraum fehlen Teile. Außerdem ist der Monteverdi stillgelegt und dürfte, ohne die originalen Papiere, in einigen Ländern nur sehr schwer wieder zuzulassen sein. Wer trotzdem einen Kauf wagt, muss mit Investitionen für eine Restauration und erheblichen Zulassungs-Schwierigkeiten rechnen. Sollte der Käufer diese Hürden stemmen, gehört ihm eins der exklusivsten Luxus-Autos der späten 1960er-Jahre.

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