Fiat Campagnola mit über 200 PS und Dakar-Erfahrung

Fiat Campagnola Typ 1107
Offroad-Fiat mit Lancia-Motor

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 26.01.2026
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Knallrot, mit Dellen und vielleicht noch ein bisschen Wüstensand. Das Einsatzgebiet dieses Fiat Campagnola der zweiten Serie (Typ 1107) lässt sich schon auf den ersten Blick erahnen. Eine ebene, asphaltierte Straße war es jedenfalls nicht. Dieser Geländewagen raste über die Dünen der Wüsten, auf der Jagd nach einem Pokal der Rallye Paris-Dakar. Doch das ist nicht alles.

Der Wagen soll bei der Rétromobile in Paris am 29. Januar 2026 unter den Hammer kommen. Falls das Fahrzeug an diesem Tag aus eigener Kraft auf die Auktionsbühne fahren darf, könnte so manchem Rallye-Enthusiasten auffallen, dass sich unter dieser Haube nicht der originale Vierzylinder-Reihenmotor mit 2 Liter Hubraum und 80 PS befindet. Stattdessen zündet hier kein Geringerer als der Vierzylinder-DOHC-Motor (Typ 232 AR4) aus dem Lancia 037 der Vor-Evo-Spezifikation. Und zwar nicht irgendein 037, sondern der, der 1985 die Rallye Valle d’Aosta gewonnen hatte. Im Lancia leistete das Aggregat 310 PS, für den Fiat gibt es keine genaue Angabe.

Zwei Starts bei der Paris-Dakar

Dieser Fiat Campagnola stammt aus dem Jahr 1983. Ein Jahr später nahm sich Ferrato aus dem italienischen Aosta – der bekannt für seine erfolgreichen Rallyeumbauten ist – des Geländewagens an. Im Rahmen dieser Vorbereitung bekam der Campagnola zahlreiche Modifikationen, die ihn für die Wüste rüsteten. Ein Fahrzeug für die Rallye Paris-Dakar musste hauptsächlich zuverlässig und einfach zu warten sein. Beides erfüllt der kleine Kübelwagen.

Ferrato ergänzte verstärkte Fahrwerkskomponenten, doppelte hintere Stoßdämpfer, innenbelüftete Bremsscheiben und einen zusätzlichen Kraftstofftank, der 500 Liter fasst, sowie eine zusätzliche Kraftstoffpumpe. Ein Schreiben von Mario Ferrato dokumentiert den Aufbau des Campagnola sowie die Herkunft des 037-Motors aus dem Fahrzeug von Celesia.

Eine technische Überholung

Die Nennlisten aus den Jahren 1986 und 1987 bestätigen die Teilnahme des Fiat an der Rallye Paris-Dakar. Laut Rechnungen aus dem Jahr 2024 wurde der Geländewagen wieder in Betrieb genommen und bekam neue Motordichtungen, Zahnriemen, Kühler, Filter und Bremskomponenten. Außerdem haben die Mechaniker einige Nebenaggregate getauscht. Äußerlich trägt der Rallye-Fiat seine Lackierung von der Dakar 1987 mit deutlicher Patina, die dem Auto Authentizität verleiht.

Der Schätzpreis liegt zwischen 135.000 und 185.000 Euro. Eine Straßenzulassung fehlt allerdings. Der neue Besitzer könnte den Fiat bei historischen Rallyes oder anderen Rennveranstaltungen präsentieren.

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