Lotus F1-Auto und Countach: Lambo-Exoten im Doppelpack zu verkaufen

Lotus Type 102 und Lamborghini Countach zu verkaufen
Einer dieser Lambos war ein totaler Flop

ArtikeldatumZuletzt aktualisiert am 31.01.2026
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Die späten Achtziger- und frühen Neunzigerjahre waren für Lamborghini nicht gerade eine glorreiche Zeit. Wirtschaftlich wandelte der Sportwagenhersteller in dieser Phase stets nahe am Abgrund. Dennoch gönnten sich die Italiener, die damals zum Chrysler-Konzern gehörten, zwischen 1989 und 1993 ein Engagement in der Formel 1. Bei der Tochterfirma Lamborghini Engineering entstand damals ein 3,5-Liter-V12-Motor, der allerdings nur von Hinterbänkler-Teams eingesetzt wurde. Larousse, Minardi, Ligier und Modena traten in dieser Ära mit dem Lambo-Sauger mit der Kennung 3512 an – in die Punkte fuhren sie damit so gut wie nie.

Erfolglose Lambo-Lotus-Kombination

Und noch ein Team trat seinerzeit mit dem von Mauro Forghieri entwickelten Kampfstier-V12 an: Lotus. Die Partnerschaft mit dem britischen Traditions-Rennstall, der mit sieben Konstrukteurs-Titeln noch heute auf Platz fünf der ewigen Formel-1-Tabelle (noch vor Red Bull!) liegt, sollte ab 1990 für den knapp 650 PS starken Lambo-Motor den Durchbruch in der Königsklasse bringen. Doch die große Zeit der Briten lag zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Jahre zurück. Die letzten Titel holte Lotus schon 1978, die Teamkassen waren in dieser Zeit quasi dauerhaft leer und auch das Fahrertrio der 1990er-Saison – Johnny Herbert, Derek Warwick und Martin Donnelly – bürgte nicht gerade für Qualität.

Entsprechend mau waren die Ergebnisse in der 1990er-Saison. Ein fünfter und ein sechster Platz von Warwick reichten gerade einmal für drei Punkte (so wenig wie nie zuvor) und Platz acht in der Konstrukteurswertung. Nicht ganz unschuldig am schlechten Abschneiden des Lotus Type 102: der schwere und nicht immer zuverlässige Lamborghini-Motor. Der kostete den Rennstall obendrein ziemlich viel Geld, und da Lotus am Saisonende der Hauptsponsor absprang, konnte sich das Team die Triebwerke nicht mehr leisten und musste für 1991 auf den schwächlichen Judd-V8 zurückrüsten.

Sportliches Duo im Raucher-Look

So bleibt die Episode rund um den Lotus Type 102 mit Lamborghini-Motor eine kurze – und das Formel-1-Auto ein Exot. Doch nun bietet sich die einmalige Gelegenheit, ein Exemplar in die eigene Garage zu stellen. Der Händler Furlonger Specialist Cars aus Ashford in Großbritannien bietet nämlich derzeit einen Lotus 102 aus der Saison 1990 an. Übrigens mit funktionierendem V12-Motor und frisch überholt von Lamborghini Polo Storico, der Klassikabteilung der italienischen Edelmarke.

Furlonger bietet das Auto mit der Chassisnummer 102/02 jedoch nicht einzeln an, sondern als "The Camel Collection". Woher der Namensgeber kommt, wird beim flüchtigen Blick auf die Bilder klar: Die Zigarettenmarke war jener Hauptsponsor, der sich zum Jahresende 1990 von Lotus trennte und sein Geld fortan lieber erfolgreicheren Teams gab (Williams und Benetton). Und da zu einer Kollektion mindestens zwei Autos gehören, gibt es als Dreingabe zum gelb-blauen Formel-1-Auto einen stilistisch passenden Lamborghini dazu.

Einziger Rechtslenker-Countach in Gelb

Hier handelt es sich um einen Countach 5000 QV, gebaut 1985, rechtsgelenkt, erstausgeliefert in die englische Grafschaft Cornwall und eindeutig zu identifizieren mit der Fahrgestellnummer FLA12848. Diese Spezifikation trägt einen 455 PS und maximal 416 Newtonmeter starken 5,2-Liter-V12-Motor im Leib, der den Sportwagen in etwa fünf Sekunden von null auf 100 km/h sowie auf etwa 300 km/h Topspeed beschleunigt. Den optionalen großen Heckflügel hatte der Erstbesitzer ebenfalls geordert.

Das Spezielle an dem Auto ist natürlich die Farbgebung. Gelb war der Countach von Anfang an (angeblich als einziges rechtsgelenktes Countach-Exemplar überhaupt), wobei der Grundton perfekt zur ikonischen Lackierung des F1-Lotus passt. In seinen ersten Lebensjahren wurde er gut 25.000 Kilometer gefahren, bevor er Mitte der 2000er-Jahre in eine Sammlung integriert wurde, aus der ihn Furlonger kürzlich herauskaufte.

Dynamisches Duo für 3 Millionen Pfund

Der Lamborghini erhielt daraufhin eine technische Überholung, eine neue Lackierung sowie das Camel- und Startnummern-Dekor als Folierung. Diese lässt sich dem Verkäufer zufolge komplett rückgängig machen, falls der Käufer oder die Käuferin doch den Original-Look bevorzugen sollte. Gleiches gilt für die Räder; auch die schwarz-gelben O.Z.-Felgen kamen in Anlehnung ans Formel-1-Auto erst im Zuge der Umgestaltung an den Countach.

Ein Hingucker ist das sportliche Duo mit gelbem Anstrich und Lamborghini-Power auf jeden Fall; in einer klimatisierten Garage dürfte es automatisch die Blicke auf sich ziehen. Und wer sich traut, kann die voll funktionsfähigen Autos auch in Action erleben – Furlonger übernimmt für beide auf Wunsch den technischen Support. Allerdings kostet das Vergnügen viel Geld: Das Duo wird für drei Millionen Pfund (aktuell umgerechnet knapp 3,5 Millionen Euro) angeboten.

Fazit