Mercedes Flügeltürer mit nur 34.000 km im Scheunenfund-Zustand

Mercedes-Benz 300 SL Gullwing (W 198) Auktion
Flügeltürer mit 34.000 km zu verkaufen

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ArtikeldatumVeröffentlicht am 07.01.2026
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Fast auf den Tag genau 70 Jahre nachdem Mercedes in Sindelfingen einen 300 SL gebaut hat, versteigert Artcurial genau diesen Flügeltürer in Paris. Die Geschichte dieses Autos, das am 27. Januar 2026 während der Oldtimer-Messe Rétromobile unter den Hammer kommt, ist jedoch nicht nur wegen dieses Datums bemerkenswert.

Der 300 SL Gullwing wurde 1956 erstmals an Claude Foussier in Paris ausgeliefert. Foussier gehörte zu den ersten Coca-Cola-Importeuren in Europa und war mehrfacher Olympiamedaillengewinner im Schießsport. 1961 wechselte das Fahrzeug in den Besitz des Pariser Industriellen Jean Piger, der es mehr als fünfzig Jahre behielt. Nach elf Jahren bei einem Sammler in Deutschland und einem erneuten Besitzerwechsel im Jahr 2024 steht das Auto heute wieder an derselben Adresse wie 1956: 2 boulevard Suchet im 16. Arrondissement von Paris in der Nähe des Bois de Boulogne. Bis heute sind die schwarzen Kennzeichen mit der Pariser Zulassung am Auto.

Schätzpreis: 2 bis 5 Millionen Euro

Als einer von 106 Exemplaren der Baureihe erhält dieser 300 SL eine Lackierung in DB 190 Graphitgrau – bis auf eine kleine Stelle am Heck ist der Lack bis heute original. Das gilt auch für das naturfarbene Leder. Der deutsche Sammler, der das Auto elf Jahre besaß, hatte den Flügeltürer in einer Kunststoffhülle vor äußeren Einflüssen bewahrt. Eine Expertise des Spezialisten Klaus Kukuk bestätigt laut Auktionshaus den guten Zustand dieses außergewöhnlichen 300 SL. Die Nummern am Auto stimmen bis hin zu den Schlüsseln mit dem Auslieferungszustand des Wagens überein. Der Schätzpreis liegt bei zwei bis fünf Millionen Euro.

Flügeltürer mit Sport-Extras

Der Erstbesitzer, Claude Foussier, bestellte seinen Mercedes-Benz 300 SL im Alter von 30 Jahren Anfang 1956 bei der Royal-Elysées Garage in Paris mit allen damals lieferbaren, sportlichen Extras: Den "NSL"-Motor mit 20 PS mehr Leistung, die Rudge-Räder mit den charakteristischen Zentralverschlüssen und dem sportlich abgestimmten Fahrwerk. Der olympische Sportschütze entschied sich für die mittlere der fünf lieferbaren Hinterachsübersetzungen: 3,42:1. Er orderte außerdem das zweiteilige Gepäckset, zusätzliche Geräuschdämmung und eine hintere Nebelschlussleuchte. Die Lenksäule ließ er verlängern – Foussier maß 1,89 Meter. Ein "Becker Le Mans"-Autoradio und eine vor dem Beifahrer in das Armaturenbrett eingebaute Temperaturanzeige gehören ebenfalls zur Ausstattung des Flügeltürers.

Außer einem der beiden Koffer aus dem Gepäckset ist die Ausstattung vollzählig. Zum Werkzeug gehört sogar eine Aluminiumlehre für die Räder. Artcurial schätzt, dass nur rund 60 der 1400 gebauten Flügeltürer eine vergleichbare Konfiguration aufweisen wie der Foussier-SL. Restauriert wurde das Auto nie.

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