Mercedes feiert irrsinnigen Erfolg bei G-Klasse: So viele "G wie noch nie produziert

So viele G-Klasse wie noch nie produziert
Mercedes feiert irrsinnigen Erfolg bei G-Klasse

ArtikeldatumVeröffentlicht am 23.01.2026
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Es sind nicht gerade die besten Jahre für Mercedes-Benz – zumindest was die Verkaufszahlen angeht. Nach einem Absatzrückgang von vier Prozent im Jahr 2024 fiel das Verkaufsjahr 2025 für die Schwaben nochmals deutlich schmerzhafter aus: Weltweit sanken die Neuzulassungen um zehn Prozent auf insgesamt 2,16 Millionen Pkw und Vans – das schwächste Ergebnis seit 2014.

Entgegen dem Trend

Haupttreiber des Rückgangs waren massive Verluste in China (- 19%) und Nordamerika (- 12%). Die Pkw-Sparte schrumpfte auf 1.800.800 Einheiten (- 9%), bei Mercedes-Benz Vans fiel das Minus mit elf Prozent auf 359.100 Fahrzeuge sogar noch deutlicher aus. Europa erwies sich hingegen als stabiler Anker, mit leichten Zuwächsen unter anderem in Deutschland, Spanien und Polen.

Wer sich die Zahlen genauer ansieht, entdeckt doch Lichtblicke für den großen Stern. Die Sportwagen-Spezialisten von AMG etwa legten 2025 um sieben Prozent auf 145.000 Auslieferungen zu. Überhaupt kamen die Top-End-Fahrzeuge auf 268.000 Verkäufe und damit auf 15 Prozent des Gesamtabsatzes von Mercedes. Einen wesentlichen Anteil daran hatte auch der absolute Sonderling im Mercedes-Portfolio: Die G-Klasse .

Meist 200.000 Euro pro Stück

Der kantige Gelände-Klotz erreichte mit 49.700 Einheiten einen neuen Allzeit-Rekord (+ 23% zum Vorjahr). Das ist gleich aus mehreren Gründen absolut erstaunlich. Zum ersten natürlich, weil der Luxus-Geländewagen neu mindestens 125.000 Euro kostet. Die beliebteste Variante – der G63 mit fast 600 PS starkem V8-Biturbo und mehr als 50 Prozent Verkaufsanteil – kommt im Schnitt auf rund 200.000 Euro. Weil die Nachfrage nach wie vor hoch ist, liegen die Transaktionspreise für sofort verfügbare Neuwagen oder junge Gebrauchte oft weit über dem Listenpreis, nicht selten bei 220.000 Euro bis 250.000 Euro. Allein das Topmodell dürfte also für einen Cashflow von rund fünf Milliarden Euro sorgen.

Doch die Zahlen sind auch noch aus einem anderen Grund beeindruckend – wenn man nämlich die lange Geschichte der G-Klasse betrachtet. Alle bisher gebauten Modelle – ob militärisch oder zivil – laufen seit 1979 vom Band bei Magna Steyr in Graz/Österreich. Im Jahr 2017 feierten die Werksarbeiter ihren 300.000sten G – nach 38 Jahren Produktion. Nur sechs Jahre später zählte Mercedes G-Klasse Nummer 500.000, vergangenen August wurde die 600.000er Marke durchbrochen. Nachfrage und Produktion der G-Klasse sind also exponentiell gestiegen. Größte Märkte sind neben Deutschland und Europa die USA, China und die Golfstaaten im Mittleren Osten.

Geschichte der Mercedes G-Klasse

Die Mercedes-Benz G-Klasse wurde 1979 mit der Baureihe W 460 als konsequent auf Geländeeinsatz ausgelegtes Nutz- und Militärfahrzeug eingeführt. Konstruktion und Fertigung setzten auf Langlebigkeit und Funktionalität: Leiterrahmen, Starrachsen, Untersetzung und zuschaltbarer Allradantrieb definierten den technischen Kern. In den 1980er-Jahren etablierte sich die G-Klasse sowohl im zivilen als auch im behördlichen Einsatz, ergänzt durch erste Erfolge im Motorsport wie den Dakar-Sieg 1983.

Einen grundlegenden Entwicklungsschritt markierte 1989 die Einführung der Baureihe 463, die erstmals Komfort- und Sicherheitsaspekte stärker berücksichtigte. Permanenter Allradantrieb, ein aufgewerteter Innenraum und leistungsstärkere Motoren – darunter ab 1993 ein V8 im 500 GE – verschoben die Positionierung deutlich in Richtung Premium-Segment. Mit dem G 55 AMG (1999) begann zudem die systematische Erweiterung um leistungsorientierte Varianten.

Ab den 2000er-Jahren entwickelte sich die G-Klasse zunehmend zu einem exklusiven Luxus- und Performance-Geländewagen, ohne ihre Grundkonstruktion aufzugeben. Technische Weiterentwicklungen, stärkere AMG-Motorisierungen und limitierte Sondermodelle steigerten Image und Marktwert. Der AMG G65 mit V12-Motor war zeitweise das teuerste Auto im gesamten Mercedes-Kosmos.

Einen entscheidenden Einschnitt stellte 2018 die neue Generation dar: Erstmals erhielt die G-Klasse ein grundlegend überarbeitetes Fahrwerk mit Einzelradaufhängung vorn, moderne Assistenzsysteme und eine zeitgemäße Elektronikarchitektur, während Design und Offroad-Konzept bewusst beibehalten wurden. Seit 2024 ergänzt der vollelektrische G 580 mit EQ Technologie die Baureihe. Noch dominieren allerdings die Verbrenner-Modelle die Verkaufszahlen. Für mehr elektrischen Aufschwung soll bald eine kleinere G-Klasse sorgen. Doch das ist eine andere Geschichte.

Fazit