Hyundai Kona N, VW T-Roc R Achim Hartmann
VW T-Roc R
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SUV

Hyndai Kona N und VW T-Roc R im Test

Hyundai Kona N und VW T-Roc R im Test N oder R: Welcher Sport-SUV gewinnt?

Sie wollen Kurven locker aus dem Handgelenk schütteln? Von einer leicht erhöhten Sitzposition aus, also vom Hocker eines SUV? Dann sollten Sie den Hyundai Kona N auf Ihre Einkaufsliste setzen. Oder alternativ den VW T-Roc.

Sie haben längst geahnt, dass wir im unhippen Gestern gestrandet sind. Entsprechend kommen wir hier mit einem rückständigen Autokauf-Klischee ums Eck. Dem- zufolge bestimmt – ätsch, drangekriegt! – die Frau die Fahrzeugkategorie. Zumindest war das neulich im Bekanntenkreis so, da wurde ziemlich autoritär ein SUV herbeigewünscht. Heraushandeln konnte der Mann immerhin: "Aber ich suche das Modell aus!" Daraufhin standen ein Hyundai Kona N und ein VW T-Roc R in der engeren Wahl.

N und R ist wie RS und AMG

Wir thematisieren hier sozusagen zwei Sport-SUV, was sich etwas umständlich in "Sport-Sport-Utility-Vehicles" ausbuchstabieren ließe. Wobei: Ehrlich gesagt haben unter den Kompakten das "S" vor dem "UV" ohnehin nur Modelle wie der N und der R verdient. Also N und R wären hier sozusagen in einem Zuge zu nennen mit RS und AMG. Wer nun den großen Google-Apparat füttern muss, gehört möglicherweise nicht zur Zielgruppe der hier getesteten Modelle. Denn die Buchstaben sagen viel aus – sie sind Verheißungskürzel, Sportabzeichen, wenn man so will. Manche haben eine lange Tradition, andere sind eher neu am Markt.

Das R beispielsweise hat VW via Golf längst an der Performance-Basis etabliert. Dem N dagegen mag noch ein Rookie-Makel anhaften – Greenhorn-Häme kann man sich allerdings direkt sparen: Modelle wie der i30 N und der i20 N haben hier schon Profilspuren ins Heft gebrannt, was Hyundais Sportabteilung Respekt im Schnelldurchlauf eingebracht hat. Auch beim Kona nimmt sie ihren Auftrag bis in die Tiefen zusätzlicher Schweißpunkte ernst. Nein, mit einem läppischem Härter-breiter-lauter allein gibt sich die N-Truppe längst nicht zufrieden.

Hyundai Kona N: Hart und kurvensüchtig

Hyundai Kona N
Achim Hartmann
Der Kona N leistet 280 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 392 Nm. Geschaltet wird automatisch per 8-Gang DKG. Im Gegensatz zum VW schickt er die Kraft ausschließlich an die Vorderräder.

Entsprechend greift im Kona schon auf den ersten Metern eine Ernsthaftigkeit um sich, die selbst das Anbremsen der roten Ampel zur Filigranarbeit macht: Genau da vorne auf diesem Asphaltflicken soll er zum Stehen kommen, keine Radumdrehung später. Der Ehrgeiz ist geweckt, die Sensorik schwingt durch die Schuhsohle, der Pedaldruck pulsiert millimetergenau. Passt! Erfolgskontrolle? Man spürt die minimale Kante im Teer. Man spürt überhaupt alles, denn der N ist äußerst mitteilsam. Sein Chassis sieht Unebenheiten nicht als Störgröße, sondern als Herausforderung zum Schlagabtausch. Ohne Bodenwellen zeigt sich der Kona unterfordert wie ein spielwütiger Hundewelpe.

Hibbelig, ja, das ist er, der Sport-Hyundai. Fast überdreht: Von den drei wählbaren Modi der adaptiven Stoßdämpfer bleibt für den öffentlichen Straßenverkehr nur ein nutzbarer übrig – der am wenigsten harte. Schon dieser saugt den Fahrer direkt ins Geschehen.

Beiläufig dahindödeln ist nicht, der N fordert uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Bis hinein in die Lenkung, die beim Gasgeben nach autoritären Händen verlangt und jegliches Schleifenlassen mit einem Ruck Richtung Botanik ahndet. Denn die mechanische Differenzialsperre an der allein angetriebenen Vorderachse packt spürbar mit an, kann durchaus dominant werden. Wer allerdings gegenhält, erlebt, wie der Kona die Zentri- fugalkraft verhöhnt – er scheint ihre Wirkweise umzukehren.

Dann zwirbelt es den Kompakten nach innen, drückt es den Fahrer in die kurvenäußere Sitzwange, wie man das von – genau – hinterradgetriebenen Sportwagen kennt. Dazu schlagen auf Wunsch Flammen durchs Cockpit, untermalt vom heißen Atem des Turbo-Overboost, dem künstlich verstärkten Ansaugbrodeln und dem ziemlich unverhohlenen Auspuffspratzeln. Junge, Junge, da geben die Emotionen Vollgas bis zur Erschöpfung. Fahrspaß? Klar doch!

VW T-Roc R: Gediegen und schnell

VW T-Roc R
Achim Hartmann
Der T-Roc R leistet 300 PS und entwickelt ein maximales Drehmoment von 400 Nm. Die Kraft wird mittels 7-Gang-DSG an alle vier Räder weitergeleitet. Damit geht es in 4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h (0,6 s schneller als der Hyundai).

Von der Warte des Konkurrenten aus betrachtet mag das Spektakel reichlich übertrieben wirken. Denn R hin oder her: Der T-Roc ist in erster Linie ein VW – mit (fast) allem, was das Leben auf der Straße angenehm gestaltet. Erschöpfung? Gilt es zu vermeiden, selbst wenn sie von der Kurvenkurbelei herrührt. Zerren? Da ist der Allradantrieb vor. Und die Federung? Die federt tatsächlich spürbar kompetenter, auch als bei früheren R-Testwagen.

Offensichtlich hat die Entwicklungsabteilung dem Fahrwerk Unterweisungen in gutem Benehmen gegeben, verbunden mit dem Hinweis ans Heck, etwas mehr Zurückhaltung zu kultivieren. Entsprechend stürzt sich der T-Roc nicht mehr freudentaumelnd in jedes sich bietende Getümmel – er wägt gelassen die Möglichkeiten ab. Taxiert den Zustand des Asphalts, sogar eventuelle Verschränkungen in der Tektonik, den Kurvenradius sowieso. Hierauf werden diese Komponenten zum großen Ganzen verwoben, sodass am Ende die effektivste Performance samt schnellstmöglichem Fortkommen steht. Rauschhafte Emotionen generiert das nicht. Stattdessen Respektsbekundungen angesichts der mühelosen Schnelligkeit. Der VW hält locker vom Hocker beim Hyundai mit, scheint die Performance aus dem Ärmel zu schütteln.

Auch das Angebot an Assistenz- und Lichttechnik ist punkterelevant. Schon klar, Fanboys der Gegenseite verhöhnen solche Features als irrelevant. Doch diese gehören ebenso zum Sicherheitskapitel wie die kürzeren Bremswege. Und deren Wichtigkeit haben legendäre Rennen untermauert – solche, die auf der Bremse statt auf dem Gas gewonnen wurden. Wer also die Leistung beim Verzögern schmälert, sollte Nachhilfestunden im Dynamikfach nehmen.

VW: Beschleunigt in die Pole-Position

Hyundai Kona N, VW T-Roc R
Achim Hartmann
Schlussendlich ist der VW in fast allen Punkten einen Tick besser. Er kostet mit einem Testwagenpreis von 54 285 Euro aber auch gewaltigt mehr als der 38 900 Euro teure Hyundai.

Und wer vermutet, dass sich ein Wolfsburger wieder mal den Sieg über den Kofferraum holt: Schmähschrift-Formatvorlage gleich wieder schließen. Zwar fasst das Ladeabteil des T-Roc tatsächlich mehr, er darf schwerer schleppen, und sein Innenraum wirkt hochwertiger. Dennoch geht das Karosserie-Kapitel an den Kona. Dessen weitere Boni: das Fach unterm Ladeboden – beim VW fläzt da der Woofer –, die ausgelagerten Menütaster, dank derer er aus dem Augenwinkel zu bedienen ist, wo der R beim Touchen sämtliche Aufmerksamkeit verlangt, und das Feuerwerk an Anzeigeoptionen, das der deutsche Konkurrent nicht zünden kann.

Jener zündet weniger im übertragenen als im tatsächlichen Sinne, bringt sich im Antriebskapitel in Stellung. Dabei geht dem R die Drehfreude des N ab. Vielmehr setzt er auf den so strammen wie effektiven Turbo-Durchmarsch und auf die gekonnte Applikation – sein Getriebe hat nicht nur die zupackendere Launch Control, es doppelkuppelt zudem schneller und verschliffener. Alles zusammen beschleunigt den T-Roc in die Pole-Position – im tatsächlichen wie im übertragenen Sinne.

Dazu die treue Traktion des Allradantriebs, gepaart mit der beständigen Bodenhaftung des Fahrwerks, das macht ihn zum unbeirrbaren Kumpel im Alltag. Und das summiert sich zu einem so dicken Punktepolster, dass den Sieg nicht mal der satte Abzug durch den immensen Preisunterschied gefährdet. Dennoch kann jener den Ausschlag für oder gegen ein Modell geben – man muss es sich ja leisten können. Am Ende noch ein paar Worte zum Hyundai-Gezappel: Rein aus Testersicht ist es nicht wünschens-, aus Käufersicht aber möglicherweise begehrenswert. Denn eines kann der T-Roc R nicht bieten: dieses leicht erhitzte Gesicht nach einer heißen Runde im Feld. Dafür sorgt nur der Kona N.

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Wer´s braucht. Ich jedenfalls nicht.

Fazit

1. VW T-Roc R 613 Punkte

Der teure R nervt nur mit seiner ablenkungsintensiven Bedienerei. Sein Plus: Er ist unaufdringlich und unterschwellig schnell – selbst Besorgungsfahrten gehen ratzfatz.

2. Hyundai Kona N 607 Punkte

Der N nervt oder beglückt mit seinem zappeligen Fahrverhalten – je nach Sichtweise. Alltagserwägungen stellt er nicht an, es geht ihm vor allem um eines: maximales Entertainment.

Technische Daten

VW T-Roc R R Hyundai Kona N 2.0 T-GDI N
Grundpreis 49.445 € 38.900 €
Außenmaße 4236 x 1819 x 1568 mm 4215 x 1800 x 1565 mm
Kofferraumvolumen 392 bis 1237 l 361 bis 1143 l
Hubraum / Motor 1984 cm³ / 4-Zylinder 1998 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 221 kW / 300 PS bei 5000 U/min 206 kW / 280 PS bei 5500 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h 240 km/h
0-100 km/h 4,9 s 5,5 s
Verbrauch 7,8 l/100 km
Testverbrauch 9,2 l/100 km 9,3 l/100 km
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