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Mercedes E 220 d All-Terrain und Volvo V90 Cross Country D4

Welcher Kombi bietet mehr fürs Geld?

Mercedes E 220 d All-Terrain 4Matic, Volvo V90 Cross Country D4 AWD, Exterieur Foto: Hans-Dieter Seufert 25 Bilder

Ein Luxuskombi mit erhöhter Bodenfreiheit und Allradantrieb – der kann fast alles und kommt praktisch überall durch. So ein Tausendsassa ist der Mercedes E All-Terrain. Aber auch der Volvo V90 Cross Country.

31.05.2018 Marcus Peters

Was letztlich den Kombi vor dem Untergang rettet, ist eigentlich egal. Hauptsache, diese kluge Karosserieform besteht fort – auch wenn den Fortbestand ein Upgrading sichern muss, verbal gesehen um den Zusatz All-Terrain oder Cross Country. Technisch gesehen um zusätzlichen Allradantrieb samt leicht erhöhter Bodenfreiheit. Geschenkt, denn in erster Linie bleiben Mercedes E-Klasse T-Modell und der Volvo V90, was sie sind: wunderbare Luxus-Kombis für die jeweiligen Freunde des Hauses.

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Mercedes E 220 d All-Terrain 4Matic, Volvo V90 Cross Country D4 AWD, Exterieur
Mercedes E 220 d All-Terrain und Volvo V90 Cross Country D4 Welcher ist sein Geld eher wert?
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Mercedes E 220 d All-Terrain 4Matic, Interieur Foto: Hans-Dieter Seufert
Luxus bieten beide, im Mercedes sitzt man vorne allerdings besser als im V90.

Damit wäre eigentlich schon alles gesagt, was wichtig ist. Nun erwarten Sie allerdings zu Recht einen kompletten Vergleichstest, denn den haben wir Ihnen ja im Inhaltsverzeichnis so versprochen. Also müssen wir nun aufdröseln, obwohl gar nichts verdröselt sein sollte. Selten ist die Lage so übersichtlich wie bei diesen Allroundern: Hat man das Geld, dann kauft man einen. Am besten den, der einem gut gefällt – mein ganz subjektiver Rat. Bevor mich mein Chef zur Ordnung ruft, liefere ich Ihnen hiermit auch die möglichst objektiven Fakten in meiner Funktion als Autotester. Da wären die Räumlichkeiten; großzügig im Volvo, aber noch großzügiger im Mercedes. In der E-Klasse sitzt man vorn etwas anschmiegsamer, wogegen auf der Rückbank die steile Lehne ein wenig irritiert. Luxusambiente bieten dagegen beide Hersteller: offen- oder geschlossenporiges Holz, glänzendes oder mattiertes Metall, alles nur ein Häkchen im Konfigurator entfernt.

E-Klasse mit höherer Zuladung

Da wäre der Laderaum. Auch der spricht für den Mercedes, sogar deutlich – deutlicher, als es die Bepunktung widerspiegelt. Fast 300 Liter mehr Volumen bietet der All-Terrain bei umgeklappten Rücksitzlehnen. Schweres lässt sich zudem leichter über die niedrigere Kante hochhieven. Und Schweres darf deutlich schwerer sein: Die E-Klasse schultert 656 Kilogramm, der V90 ächzt ab 481 kg unter der Last.

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Das Karosseriekapitel wäre damit gelaufen – und wir haben noch kein einziges Wort zur Bedienung verloren. Das holen wir hiermit nach. Wer sich den Volvo als Traumwagen in den Kopf gesetzt hat, der wird eben so lange über dessen Screen touchen und durch Menüs wischen, bis er am Ziel seines Bedienwunschs angelangt ist. Und es wird ihm egal sein, dass das Ganze im Mercedes einfacher und schneller funktioniert. Oder dass die E-Klasse dank Anschluss für eine Außenantenne ein besseres Telefonierumfeld bietet sowie kabelloses Laden des Smartphones. Das löst wohl keine Kaufentscheidung aus, bringt aber Punkte in einem Vergleichstest. So wie die zusätzliche Sicherheitsausrüstung im All-Terrain. Er schützt seine Fond-passagiere mit seitlichen Airbags, weicht Hindernissen selbstständig aus oder bremst, falls sie der Fahrer beim Rückwärtsrangieren übersieht. Ach ja, der Mercedes verzögert auch noch nachdrücklicher – womit er das Sicherheitskapitel eindeutig für sich entscheidet. Anders ausgedrückt: Mercedes wildert im ureigenen Volvo-Revier.

Mercedes E 220 d All-Terrain 4Matic, Volvo V90 Cross Country D4 AWD, Exterieur Foto: Hans-Dieter Seufert
Die Luftfederung des Mercedes glättet Fahrbahnen, die im Cross Country noch faltig erschienen.

Zusätzliche Bodenfreiheit

Umgekehrt gelingt das nicht so einfach. Traditionelle Mercedes-Angelegenheit etwa ist der Komfort. Und hier lässt sich der All-Terrain nicht ins Handwerk pfuschen. Als leicht hochgesetztes T-Modell – die größeren Räder bringen 1,4 und das Fahrwerk 1,5 Zentimeter zusätzliche Bodenfreiheit – fährt der All-Terrain nur ein wenig anders als die Kombi-E-Klasse, bürdet seinem Käufer nicht die typischen Komfortnachteile eines SUV auf. Sind die Komfortunterschiede zum Volvo auf der Autobahn noch gering, so spielt der Mercedes seine Trümpfe auf der Landstraße gefühlvoll aus. Seine Luftfederung glättet Fahrbahnen, die im Cross Country noch faltig erschienen.

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Und der All-Terrain bleibt unaufgeregt bei sich. Er stachelt seinen Fahrer weder an noch bremst er ihn ein. Schnelles Dahinschnüren schüttelt er locker aus dem Ärmel, lässt dabei noch genügend Luft nach oben, falls es pressieren sollte. Die Lenkung vermeldet gewissenhaft, sobald der Ehrgeiz des Fahrers überkocht und mahnt zur Beherrschung. Es bleibt das beruhigende Gefühl, von einem Rundum-sorglos-Paket umhüllt zu sein und stressfrei lange Wege zurücklegen zu können.

Im Dunkeln der Kurve

Ähnliches gelingt auch dem Volvo – solange man es gemütlich angehen lässt. Forcierte Gangart unterwandert seine zugeknöpfte Lenkung. Sie gibt keinerlei hilfreiche Hinweise, wie sich die Vorderachse zu möglichen Abwanderungsversuchen stellt. Und das hinterlässt beim Schnellfahren das Gefühl, im Dunkeln der Kurve herumzustochern. Nichts, worauf man Wert legt, weswegen man lieber gemäßigt flott fährt. In Punkte übertragen heißt das: Abzüge bei Fahrdynamik, Handling und Lenkung.

Andererseits kapriziert sich der Volvo geradezu auf das sanftmütige Dahinschnüren. Der D4-Diesel hat den Selbstzünderdialekt fast vollständig abgelegt, verrät beim Cruisen lediglich seine Zylinderzahl, nicht aber seine Motorenfamilie. Schade nur, dass er mehr verbraucht als der vernehmlich selbstzündelnde 220 d von Mercedes. Und auch weniger stämmig loszieht.

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Schade deshalb, weil man dem sympathischen Volvo wenigstens einen Trostkapitelsieg in der Eigenschaftswertung gegönnt hätte – er holt ihn sich aber erst bei den Kosten. Hier übrigens nicht etwa über den niedrigeren Preis; tatsächlich steht nämlich der Mercedes günstiger in der Liste. Punkte heimst der Cross Country in der Pro-Version stattdessen mit seiner reichhaltigen Ausstattung ein, ebenso mit seinen geringeren Wartungskosten. Das sollte die Freunde der schwedisch-chinesischen Premium-Marke wieder etwas versöhnlich stimmen. Für tiefen Gram bezüglich des zweiten Platzes besteht ohnehin kein Anlass. Allein, dass es den Cross Country gibt, sollte froh stimmen – er ist ein wunderbarer Luxus-Kombi und lebt damit auf der Sonnenseite der automobilen Gesellschaft.

Fazit

1. Mercedes E 220 d All-Terrain 4MATIC
470 Punkte

In der Eigenschaftswertung entscheidet der All-Terrain jedes Kapitel für sich, ist geräumig, sicherheitsbewusst, komfortabel und einfach zu fahren- aber teuer.

2. Volvo V90 Cross Country D4 AWD Pro
439 Punkte

Es fällt leicht, den schicken Volvo zu mögen- obwohl er sich hier nicht als Siegertyp präsentiert. Einen Achtungserfolg erzielt der Cross Country im Vergleichstest nur bei den Kosten.

Technische Daten
Mercedes E 220 d All-Terrain 4Matic All-TerrainVolvo V90 Cross Country D4 AWD Pro
Grundpreis58.280 €62.200 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe4947 x 1861 x 1497 mm4939 x 1879 x 1543 mm
KofferraumvolumenVDA640 bis 1820 l560 bis 1526 l
Hubraum / Motor1950 cm³ / 4-Zylinder1969 cm³ / 4-Zylinder
Leistung143 kW / 194 PS bei 3800 U/min140 kW / 190 PS bei 4250 U/min
Höchstgeschwindigkeit231 km/h210 km/h
0-100 km/h8,8 s9,4 s
Verbrauch5,2 l/100 km5,6 l/100 km
Testverbrauch7,6 l/100 km8,0 l/100 km
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Gut, dass das deutsche Fabrikat vorne liegt ist ja nichts neues. ;)

Vielleicht hätte man anmerken können, wenn man Geländekombis mit einander vergleicht, dass der Volvo eine Bodenfreiheit von 210mm hat und der Mercedes max. 156mm. Das bedeutet der Volvo liegt auf SUV Niveau. Daraus resultiert der etwas höhere Verbrauch, die niedrigere Höchstgeschwindigkeit und das nicht ganz so sportliche Kurvenverhalten.

Noch eine Anmerkung zur Touchbedienung im Volvo, keine Ahnung was die Tester da veranstalten? Alle Fahrrelevanten Funktionen sind genau ein wisch und ein Klick entfernt. Das ist sehr übersichtlich gestaltet und sehr schnell zu bedienen. Untermenüs sind in den Einstellungen zu finden für das Profil, dieses macht man einmal und legt das Profil im Schlüssel ab.

vanstrand 1. Juni 2018, 11:10 Uhr
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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