Renntech: V12 mit Mega-Hubraum für den 126er Mercedes SEC

Renntech Mercedes SEC V12 Widebody Sledgehammer
V12 mit Mega-Hubraum für den 126er SEC

ArtikeldatumVeröffentlicht am 12.02.2026
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Die in Florida beheimatete Firma Renntech hat sich auf Mercedes-Umbauten spezialisiert, die sich im Ergebnis meist durch sehr viel Leistung und sehr große Hubräume auszeichnen. Und dieses Tuning hat Hand und Fuß, schließlich hat der Firmengründer und -chef sein Handwerk von der Pike auf gelernt: Denn Hartmut Feyhl arbeitete als Motorenentwickler bei AMG, bevor er sich an die sonnige Südostküste der USA verabschiedete, um dort die schwäbischen Triebwerke und die Autos drumherum zu optimieren.

V12 macht den C126 zum "Vorschlaghammer"

Nun hat Feyhl das Mercedes S-Klasse Coupé der 126er-Generation für sein neuestes Projekt auserkoren. Der Plan: Ein waschechter Restomod-Umbau, der dem Mercedes C126 eine Motoren-Spezifikation beschert, die es ab Werk nie gab – weder von Mercedes selbst noch vom damals noch weitgehend unabhängigen Haustuner AMG. Das klassische Oberklasse-Coupé erhält einen V12-Motor, dessen Daten sich gewaschen haben – nicht umsonst erhält das Auto den Beinamen "Sledgehammer" (Vorschlaghammer).

Der C126 von Renntech erhält nicht irgendeinen V12-Motor, er erhält den klassischen Mercedes-Zwölfzylinder schlechthin. Als Basis dient der M 120, mit dem Mercedes erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg einige seiner Modelle mit einem V12 ausrüstete: zuerst die damalige S-Klasse der Generation W 140 in Normal-, Lang und Coupéversion sowie daraufhin auch den SL. Etwas später veredelte AMG den M 120 zum M 297 und rüstete hochexklusive Sportwagen mit dem Triebwerk aus. Neben dem SL 70 und 73 AMG waren das der domestizierte Le-Mans-Rennwagen CLK GTR und der Pagani Zonda.

In den AMG-Spezifikationen zeichneten den V12 stets extrem große Hubräume aus. Auch Renntech agiert nach dem Motto "viel hilft viel" und bohrt den ursprünglich sechs Liter großen M 120 auf 7,5 Liter Hubraum auf. Obwohl er vollständig auf Aufladung verzichtet, bringt es der in Handarbeit gefertigte M 120 im Renntech SEC V12 Widebody Sledgehammer auf 669 PS und maximal 881 Newtonmeter. Irre Werte, wenn man bedenkt, dass das originale SEC-Topmodell damals "nur" acht Zylinder, knapp 5,6 Liter und bis zu 299 PS aufbot. Selbst die dicksten AMG-Banger auf 126er-Basis beließen es damals bei sechs Litern Hubraum und 385 PS.

Optimierte Kühlung, verbesserte Stabilität

Dass Renntech alle anderen technischen Komponenten an die hinzugewonnene Power anpasst, versteht sich von selbst. Allerdings bleibt die Truppe um Hartmut Feyhl hier noch sehr vage. Die Firma aus Stuart in Florida kündigt lediglich an, dass der Sledgehammer über eine optimierte Kühlung und eine verbesserte Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten verfügen wird. Letzteres kommt zu einem nicht unerheblichen Teil von der vergrößerten Spurbreite und den eigens gestalteten und angefertigten Fünfspeichen-Tiefbett-Schmiederädern mit XL-Breitreifen.

Widebody-Umbauten sind dem Mercedes C126 wahrlich nicht fremd. Geschmacklich eher fragwürdige Bodykits in diesem Stil gab es unter anderem von AMG, vor allem aber vom Münchner Breitbau-Spezialisten Koenig Specials. Renntech schneidert dem 126er SEC ebenfalls eine Breitbau-Karosserie aufs Chassis, geht beim Design jedoch behutsamer vor als die damaligen Haudrauf-Tuner. Die Kotflügelverbreiterungen erwachsen sanft aus der Karosserie und fügen sich entsprechend harmonisch in die gesamte Linienführung ein.

Auf nur 12 Exemplare limitiert

Insgesamt modernisiert Renntech die ursprüngliche C126-Linienführung behutsam, aber nachhaltig. Die Frontschürze verfügt über einen großen Lufteinlass, der die Querlamellen des klassischen Zentralstern-Kühlergrills aufgreift und eine dezente Spoilerlippe präsentiert, die optisch wiederum von den Seitenschwellern weitergeführt wird. Auf der Motorhaube sind dezente Powerdomes zu erkennen, während der Slegdehammer auf sichtbare Türgriffe verzichtet. Hinten belässt es Renntech ebenfalls bei einem subtilen Spoiler, während der neue Diffusor von den beiden Doppelendrohren der Abgasanlage eingerahmt wird.

Bis das erste Exemplar des Renntech SEC V12 Widebody Sledgehammer gebaut wird, dauert es allerdings noch bis 2027. Die Amerikaner planen lediglich zwölf Exemplare, wobei jedes Auto in enger Abstimmung mit der jeweiligen Kundschaft gestaltet wird – innen und außen. Jedes Chassis wird im aufwändigen Entstehungsprozess einer Komplettrestauration unterzogen und erhält die nötigen Verstärkungen, damit es mit der enormen Power klarkommt. Entsprechend teuer dürfte ein solcher Sledgehammer werden. Konkrete Preise kommuniziert Renntech bislang allerdings nicht.

Fazit