Rolls-Royce Phantom Oribe Bespoke Rolls-Royce / Patrick Lang
Rolls-Royce Phantom Oribe Bespoke
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Rolls-Royce Phantom Oribe Bespoke 59 Bilder

Rolls-Royce Bespoke: Die kuriosen Extrawünsche der Kunden

Sonderanfertigungen von Rolls-Royce Phantom mit Privatjet-Flair

Betuchte Kunden bestellen bei Rolls-Royce teilweise kuriose Sonderanfertigungen. Das jüngste Bespoke-Design ist einem Privatjet nachempfunden und bedient sich gestalterisch beim japanischen Keramik-Kunststil Oribe – daher auch der Name des Phantom-Einzelstücks.

Wenn Sie glauben, Sie kennen bereits alle Blüten, die wirtschaftlicher Wohlstand treiben kann, dann ist Ihnen der Rolly-Royce Phantom Oribe vermutlich noch nicht über den Weg gefahren. Der japanische Unternehmer Yusaku Maezawa hat sich seine Luxus-Limousine nämlich von Rolls-Royce Bespoke und Hermès im exklusiven Stil privater Luftfahrt kreieren lassen. Also ein Auto nach Privatjet-Vorbild – mehr Wohlstands-Demonstration geht kaum.

Rolls-Royce Phantom Oribe Bespoke
Rolls-Royce
Der Innenraum ist eine Melange aus grünem und weißem Leder, sowie Walnuss-Holz. Die Gestaltung des Armaturenbretts referenziert die Keramik-Kunst Oribe.

Um den gewünschten Effekt zu erreichen, gehen die Briten allerdings den umgekehrten Weg. So ist das Auto nicht lackiert wie das Privat-Flugzeug des Kunden, sondern der Jet soll in die Farbe des Phantom getaucht werden. Der Farbton nennt sich Oribe-Green, abgeleitet von der japanischen Keramik-Kunst "Oribe". Und nun raten Sie mal, wer ein leidenschaftlicher Sammler dieser antiken Kunststücke ist. Genau: Yusaku Maezawa. Im Innenraum kommt das farblich passende Leder in Enea Grün von Hermès aus Paris zum Einsatz. Unter anderem werden auch die Fußmatten aus Lammwolle von den Franzosen beigesteuert. Rolls-Royce komplettiert den Innenausbau wiederum mit fein verarbeitetem Walnuss-Holz.

Rolls-Royce Dawn "The Kita"

In der deutschen Sprache klingt "Kita" als Name für eine Sonderanfertigung nach bunten Farben und Fensterbildern. Doch der Rolls-Royce Dawn "The Kita" hat mit einer Kindertagesstätte so viel zu tun wie eine Rolex mit der Krabbel-Gruppe. Der japanische Architekt Kengo Kuma hat für die Luxus-Immobilien-Firma Westbank einen Penthouse-Komplex mit Teehaus auf dem Dach entworfen, das den Namen Kita trägt. Das Gebäude steht mitten in Tokio und dort wird auch das Auto zu finden sein, denn es gehört dem Besitzer dieses imposanten Gebäudes.

Rolls-Royce Dawn The Kita Bespoke
Rolls-Royce
Der japanische Architekt entwarf den Luxus-Bau "The Kita" in Tokio (im Hintergrund). Für den Besitzer des Gebäudes unterstützte er zudem Rolls-Royce bei der Anfertigung eines passenden Dawn-Einzelstücks.

Um die Verbindung zwischen Bauwerk und Fahrzeug zu unterstreichen, findet sich auf dem Armaturenbrett des Dawn eine abstrahierte Skizze des Gebäudes. Weil das "Kita" Klarheit und Ruhe ausstrahlen soll, fällt auch der "Kita" nicht sonderlich experimentell aus. Farbgebung und Material-Auswahl darf man getrost als unaufdringlich bezeichnen. Damit Rolls-Royce die richtigen Silber-, Grau- und Bronze-Nuancen trifft, durfte Architekt Kengo Kuma bei der Konzeption des Luxus-Cabrios mithelfen.

Der Google-Cullinan

Auch wenn Sie von Ben Sloss vielleicht noch nie etwas gehört haben; er ist eine große Nummer beim Tech-Giganten Google. Und ein Freund exklusiver Rolls-Royce-Sonderanfertigungen. Deshalb hat er für sich und seine Frau Christine jetzt einen Cullinan bauen lassen, der nicht von der Stange kommt. Sofern überhaupt ein Rolls je von etwas Profanem wie "einer Stange" kam.

Rolls-Royce Cullinan Black Badge Bespoke Google Chefingenieur Ben Sloss
Rolls-Royce
Die Akzentfarbe Forge Gelb findet sich nicht nur außen, sondern auch im Innenraum des Spezial-Cullinan von Google-Manager Ben Sloss.

Der für den Google-Chefingenieur gebaute Cullinan trägt die Farbe Pikes Peak Blau mit einer Akzentuierung in Forge Gelb. Letztere findet sich in der ikonischen handgemalten Linie außen, auf den Bremssätteln und im Innenraum unter anderem an Armaturen, Türtafeln und den Sitzen. Die Kühlerfigur schnitzt Rolls-Royce für den maßangefertigten Black-Badge-Cullinan aus einem Block Karbon. Ebenfalls individualisiert laden die Einstiegsleisten in den Luxus-SUV ein. Auf der Fahrerseite ist der Name des Mannes, auf der Beifahrerseite jener seiner Frau zu lesen. Ein Motiv, das Ihnen weiter unten in diesem Artikel über Rolls-Royce-Sonderanfertigungen nochmals begegnen wird.

Die Tempus Collection

Rolls-Royce-Chef Torsten Müller-Ötvös begründet die Entwicklung des Phantom Tempus Collection mit den dramatischen Ereignissen der immer noch anhaltenden Corona-Pandemie: Seinen Kunden erscheint aktuell vieles vergänglich, was dazu führt, dass sie ihre Beziehung zur Zeit neu bewerten. Als Ergebnis erkennt er einen Wunsch nach Zeitlosigkeit, Langlebigkeit und Beständigkeit.

Rolls-Royce Phantom Tempus Collection
Rolls-Royce
Der Innenraum des Rolls-Royce Phantom Tempus Collection ist Weltall.

Der Phantom Tempus Collection bekommt einen Lack namens Kairos Blue. In ihm sind blaue Glimmer-Flocken enthalten, die einen Sternenhimmel nachbilden. In den Sockel der Spirit of Ecstasy ist der Schriftzug Phantom Tempus Collection graviert, hinzu kommt ein vom Kunden frei wählbares Datum – Rolls-Royce schlägt hier ein Datum vor, das im Leben des Kunden eine wichtige Rolle gespielt hat. Den Stern-und-Zeit-Innenraum betreten die Insassen über beleuchtete Türschwellen, deren Schriftzüge wiederum auf die Sonderkollektion hinweisen.

Rolls-Royce Phantom Tempus Collection
Rolls-Royce
Hunderte LEDs simulieren einen Sternenhimmel.

LED-Pulsar als kosmische Atomuhr

Der Dachhimmel ist nicht mit dem normalerweise frei konfigurierbaren LED-Sternenhimmel versehen: Die Anordnung der Lichter stellt einen Pulsar dar – ein Bild, dass die Designer noch mit Stickereien verstärken. Pulsare sind für das menschliche Auge weißglühende, schnell rotierende Neutronensterne, die in sehr regelmäßigen Impulsen elektromagnetische Strahlung aussenden. Diese Gleichmäßigkeit wäre eine geeignete Basis zum Messen von Zeit, weshalb Pulsare als kosmische Atomuhren gelten.

Rolls-Royce Phantom Tempus Collection
Rolls-Royce
Eine echte Uhr gibt es im Rolls-Royce Phantom Tempus Collection nicht.

Die Sternen-LED leuchten auch in Form von Wirbeln auch von den Türinnen-Verkleidungen und sorgen dafür, dass sich die Insassen noch mehr wie Astronauten bei einem Weltraum-Spaziergang fühlen. Das Armaturenbrett versucht dann, die Zeit anzuhalten: Es gibt keine Uhr und im Handschuhfach ist eine Plakette befestigt, in der Albert Einsteins Spruch "Die Unterscheidung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist nur eine hartnäckige Illusion." eingraviert ist. Das Kunstwerk auf der Beifahrerseite besteht aus 100 schwarz eloxierten eckigen Aluminiumstäben, die Rolls-Royce-Handwerker wellenförmig aus einem Stück gefräst haben. Wenn das Licht über diese Skulptur fließt, soll ein Bewegungs-Eindruck entstehen, obwohl die Stäbe stillstehen.

Rolls-Royce Phantom Tempus Collection
Rolls-Royce
Der Pulsar am Dachhimmel entsteht durch LEDs und dazu passenden Stickereien.

Handbemalte Champagner-Truhe

Als weitere besondere Ausstattung individualisieren die Rolls-Royce-Künstler noch die zum Phantom gehörende Champagner-Truhe, indem sie das Behältnis zum Kühlen von Champagner und Kaviar mit einem handgemalten Pulsar-Kunstwerk verzieren. In der Truhe sind vier mundgeblasene Kristall-Champagnergläser, die in ihrer Form an die Zylinder des V12-Motors erinnern sollen, und Kaviarlöffel aus Perlmutt untergebracht.

Rolls-Royce Phantom Tempus Collection
Rolls-Royce
In den Sockel der Spirit of Ecstasy kommt der Sondermodell-Schriftzug. Außerdem kann sich der Kunde ein für ihn wichtiges Datum aussuchen, dass die Spezialisten von Rolls-Royce ebenfalls in den Sockel der Kühlerfigur gravieren.

Wunsch erkannt – ausverkauft

Von dem Phantom Tempus Collection baut Rolls-Royce 20 Exemplare – alle sind bereits ausverkauft. Torsten Müller-Ötvös hat anscheinend mit der Einschätzung der Wünsche seiner Kunden nach Zeitlosigkeit und Beständigkeit goldrichtig gelegen.

Kunden dürfen sich bei Rolls-Royce alles wünschen – und das machen sie auch

Wer eine Passion für Blumen hat und über einen Durchschnitts-Geldbeutel verfügt, der kauft sich dann und wann ein Sträußchen und drappiert das auf einem hübsch mit Häkeldeckchen angerichteten Platz in seiner Wohnung. Wer eine Passion für Blumen und jede Menge Geld hat, bestellt sich einen Rolls-Royce, der das Thema standesgemäß aufgreift. So jedenfalls hat es Ayad Al Saffar gemacht. Ein im Libanon geborener und in Schweden tätiger Unternehmer, der sich einen ganz besonderen Phantom hat anfertigen lassen. Das Auto wurde Million-Stitch Rose Phantom getauft, denn der Innenraum wurde großzügig mit Rosen-Stickereien verziert. Ob tatsächlich genau eine Million Nadelstiche gesetzt wurden wissen wir nicht – zuzutrauen wäre es den Briten aber.

The Koa Phantom

Rolls-Royce Phantom Koa
Rolls-Royce
Drei Jahre Wartezeit auf das passende Furnier. Das exklusive Koa-Holz gibt es nur auf Hawaii.

Drei Jahre Bauzeit – währenddessen rollen bei VW 1.877 Golf vom Band. Dass es so lange gedauert hat, den Koa Phantom fertigzustellen liegt nicht etwa daran, dass sie in Goodwood den 10er-Schlüssel verlegt hatten. Vielmehr ist ein ganz bestimmter Werkstoff "schuld" an der Zeitspanne. Im Innenraum verbaut Rolls-Royce auf Kundenwunsch das überaus seltene Koa-Holz, das ausschließlich auf Hawaii zu finden ist und nur aus privatem Anbau gewonnen werden darf. Entsprechend lange zogen sich die Verhandlungen mit den möglichen Lieferanten. Ein paar weitere charmante Details gibt es an diesem Phantom außerdem. So zeigt der obligatorische Sternenhimmel im Fahrzeugdach die Sternenkonstellation über Cleveland im US-Bundesstaat Ohio vom Geburtstag des Käufers. Dessen Initialen finden sich zudem auf der Fahrertür, während die seiner Frau auf der Beifahrertür angebracht sind. Wer am Steuer sitzt, dürfte damit geklärt sein.

Digital Soul Phantom

Rolls-Royce Bespoke Sonderanfertigung
Rolls-Royce
Im Digital Soul-Modell wurden Muster über einen Algorithmus aus digitalen Daten erzeugt.

Obwohl sich Rolls-Royce ja immer Mühe gibt, als sehr traditionelles Unternehmen aufzutreten, das viel Wert auf Handwerkskunst legt, bleibt auch dort das Thema "Digitalisierung" nicht aus. Allerdings verknüpft der Hersteller das seht geschickt mit den eigenen Wertvorstellungen. Das Interieur stammt aus der Feder von Produktdesigner Thorsten Franck, der mit einem Algorithmus digitale Daten in ein breites Band aus 3D gedruckten Stahl-Quadern übersetzt hat. Diese wurden anschließend von Hand poliert und mit 24 Karat Gold überzogen.

Wraith Eagle VIII

Rolls-Royce Bespoke Sonderanfertigung
Rolls-Royce /ams
Das Thema des Eagle VIII ist der erste transatlantische Nonstop-Flug von 1919.

Diese Sonderedition des Wraith thematisiert den ersten transatlantischen Nonstop-Flug, der 1919 in einer Vicker Vimy mit dem Rolls-Royce Motor "Eagle VIII" durchgeführt wurde. Weil zwischenzeitlich Funk- und Navigationssysteme ausgefallen waren, orientierten sich die Kapitän John Alock und Navigator Arthur Brown an den Sternen und leiteten so den Flieger erfolgreich von Neufundland nach Irland. Im Innenraum des Wraith Eagle VIII erinnern Messing-Akzente an den einst verwendeten Sextanten. Der größte Hingucker allerdings ist der auf den Armaturen nachempfundene Blick aus dem Flugzeug auf die nächtliche Erde. Dazu haben Spezialisten geräuchertes Eukalyptusholz mit Gold vakuummetallisiert und anschließend in Silber und Kupfer eingelegt. Achja: Natürlich sind die 1.183 LEDs im Dachhimmel exakt so angeordnet, wie während des Fluges die Sterne standen. Eingewobene Messingfäden zeigen die Sternbilder.

Bayside Dawn Aero Cowling

Rolls-Royce Bespoke Sonderanfertigung
Rolls-Royce /ams
Der Bayside Dawn Aero Cowling bezieht seine Inspiration aus Yachten und Schnellbooten.

Ein Kunde aus dem japanischen Yokohama wollte mit dem Kauf seines Rolls-Royce Dawn zeitgleich der Seefahrt-Tradition seiner Heimatstadt gedenken. Entsprechend wurde die Gestaltung des Bayside Dawn Aero Cowling von Yachten und Schnellbooten inspiriert. Offenporiges Teak-Holz fungiert als Nachahmung eines Schiffsdecks. Die Farbstimmung in Blau und Weiß soll an die blaue See und die vielen Boote mit weißen Segeln in der Bucht von Yokohama erinnern.

Arabian Gulf Phantom

Rolls-Royce Bespoke Sonderanfertigung
Rolls-Royce
Perlmutt-Intarsien werden von einer Seiden-Skulptur einrahmt, die den Wellengang im arabischen Golf darstellt.

Der Phantom mit dem Klangvollen Namen Arabian Gulf feiert die Tradition der Perlentauchens im Mittleren Osten. Das spiegelt sich in der Zweiton-Lackierung der Karosserie wieder. Im Innenraum ahmt eine Seiden-Skulptur rund um die Uhr mit Perlmutt-Intarsien den Wellengang nach. Perlmutt findet sich auch auf den ausklappbaren Tischen im Fond wieder. Als weiteres Zierelement finden sich am Auto handgemalte und gestickte Nautilus-Muscheln.

Tranquillity Phantom

Rolls-Royce Bespoke Sonderanfertigung
Rolls-Royce
Im Tranquillity Phantom geht es um "Ruhe". Helle und Dunkle Töne verweisen auf die helle und dunkle Seite des Mondes.

Oft wird zitiert, dass das Einzige, was Sie in einem Rolls-Royce hören dürfen, das Ticken der analogen Uhr sei. Mit dem Thema "Ruhe" befasst sich der Tranquillity Phantom. Als Gestaltungsgrundlage dient eine Röntgen-Blendenmaske aus der britischen Skylark-Weltraum-Rakete. Klar, im Weltall herrscht schließlich eine ganz besondere Stille. Erstmalig wurde in diesem Modell zudem Meteoritengestein verwendet, das hier den Lautstärke-Regler ziert. Die im Wechsel helle und dunkle Gestaltung des Interieurs spielt auf die Mondphasen an.

Neben diesen fahrenden Kunstwerken wirken selbst die an sich bereits beeindruckenden Serienmodelle etwas blass. Die oben genannten und weitere Spezialausführungen des britischen Luxus-Herstellers finden Sie in unserer Bildergalerie.

Fazit

Sind das noch Autos oder ist das schon Kunst? Was Rolls-Royce an Sonderanfertigungen kreiert, sucht in der Branche vergeblich Seinesgleichen.

Rolls-Royce Phantom
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