Betroffen sind insbesondere Tunnel, Verkehrsleitstellen, Autobahnmeistereien und einzelne Brücken. Nach Angaben der Gewerkschaft beteiligen sich rund 14.000 Beschäftigte der Autobahn GmbH sowie mehrere Tausend Mitarbeiter der Länderbetriebe an den Arbeitsniederlegungen. Warnstreiks und Protestaktionen finden an 18 Standorten in mehreren Bundesländern statt.
Gestaffelter Beginn seit Montagabend
Der Warnstreik begann regional bereits am Montag (19.01.2026) um 18:00 Uhr. In Hamburg starteten zu diesem Zeitpunkt Arbeitsniederlegungen unter anderem bei Autobahnmeistereien, der Verkehrszentrale Nord sowie im Elbtunnel-Kompetenzzentrum.
Der bundesweite Streiktag läuft seit den frühen Morgenstunden am Dienstag. Seine stärksten verkehrlichen Auswirkungen zeigen sich im Berufsverkehr sowie ab dem Nachmittag in Nordrhein-Westfalen.
Nordrhein-Westfalen mit umfangreichen Tunnelsperrungen
Besonders betroffen ist Nordrhein-Westfalen. Dort wird ab 16:00 Uhr die zentrale Tunnelleitzentrale in Leverkusen bestreikt. Nach Angaben des Landesbetriebs "Straßen-NRW" können die betroffenen Tunnel ohne Leitstelle nicht sicher betrieben werden. Aus diesem Grund müssen sämtliche landeseigene Straßentunnel mit einer Länge von mehr als vierhundert Metern vollständig gesperrt werden.
Die Sperrungen gelten voraussichtlich bis Mittwoch (21.01.2026) um 16:00 Uhr. Nach Einschätzung des ADAC ist insbesondere im Ballungsraum Rhein-Ruhr sowie auf wichtigen Ost-West-Verbindungen mit Umleitungen und Staus zu rechnen.
Einschränkungen im Norden und auf der A 7
Auch im Norden Deutschlands sind die Auswirkungen heute spürbar. Der Hamburger Elbtunnel ist infolge des Streiks nur eingeschränkt befahrbar. Je Fahrtrichtung stehen zwei von drei Fahrstreifen zur Verfügung. Vor allem auf der Autobahn A 7 kommt es dadurch zu Verzögerungen und stockendem Verkehr.
Zusätzlich sind einzelne Brücken und Tunnel in Niedersachsen betroffen. Dazu zählen die Jann-Berghaus-Brücke in Leer sowie der Wesertunnel zwischen Bremerhaven und Nordenham.
Tarifkonflikt als Auslöser
Hintergrund des heutigen Streiktages sind festgefahrene Tarifverhandlungen. Verdi fordert sowohl für die Autobahn GmbH des Bundes als auch für den Tarifvertrag der Länder eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent, mindestens jedoch 300 Euro monatlich. Zusätzlich sollen Nachwuchskräfte deutlich besser vergütet werden.
Christine Behle, stellvertretende Vorsitzende von Verdi, erklärte: "Straßen sind der Verkehrsträger Nummer eins in Deutschland. Jeden Tag sorgen viele Tausend Beschäftigte dafür, dass Autobahnen, Brücken und Tunnel sicher betrieben werden. Diese Arbeit muss sich auch in der Bezahlung widerspiegeln." Die Gewerkschaft kritisiert, dass die Autobahn GmbH bislang kein eigenes Entgeltangebot vorgelegt habe.
Notdienste bleiben eingerichtet
Trotz der Einschränkungen bleibt die Grundversorgung gesichert. Nach Angaben der Autobahn GmbH wurden Notdienstregelungen vereinbart, um die Einsatzfähigkeit von Rettungsdiensten und die Verkehrssicherheit aufrechtzuerhalten. Aktuelle Informationen werden über autobahn.de sowie über offizielle Informationskanäle bereitgestellt.





