Nach den bisherigen Informationen wäre die Durchfahrt in diesem Zeitraum grundsätzlich nicht mehr möglich. Betroffen wären nicht nur Motorräder, sondern auch Pkw und andere Fahrzeuge. Die Regelung ist nach Angaben der RAI als Test angelegt und soll bis zum 1.2.2027 laufen.
Verkehrsdruck auf den Dolomitenpässen
Vor allem in den Sommermonaten stoßen viele Dolomitenpässe regelmäßig an ihre Belastungsgrenzen. Das gilt auch für das Grödner Joch, das Teil der stark frequentierten Sella-Runde ist. Tagesausflügler, Motorradtouren und klassischer Individualverkehr sorgen dort für ein hohes Verkehrsaufkommen.
In der Diskussion stehen schon länger nicht nur Motorräder. Auch Pkw, Sportwagen und zunehmend Wohnmobile werden als Teil des Problems genannt. Vor Ort wird vor allem die starke Nutzung in kurzer Zeit als Belastung beschrieben.
Was sich für Autofahrer ändert
Sollte die Regelung wie geplant umgesetzt werden, wäre das Grödner Joch für mehrere Monate nicht mehr Teil klassischer Alpenrouten. Wer die Sella-Runde fährt oder den Pass gezielt ansteuert, müsste ausweichen.
Welche Strecken den zusätzlichen Verkehr aufnehmen, ist noch unklar. Klar ist aber, dass sich die Verkehrsströme in der Region verschieben dürften.
Gemeinden treiben das Projekt voran
Die Planungen gehen auf ein gemeinsames Konzept mehrerer Gemeinden aus dem Grödnertal und dem Gadertal zurück. Erste Beschlüsse sind laut Südtirol-News bereits gefasst, weitere sollen in den kommenden Wochen folgen. In der Region zeichnet sich damit eine breite Zustimmung ab, die endgültige Entscheidung liegt jedoch noch bei der Landesregierung.
Dass es nun konkret wird, hat eine längere Vorgeschichte. Über eine Verkehrsberuhigung auf den Dolomitenpässen wird seit Jahren gesprochen. Der Wolkensteiner Gemeindereferent Ernest Cuccarollo beschreibt die Entwicklung gegenüber RAI so, man spreche "seit 30 Jahren über ein gemeinsames Konzept", jetzt liege es erstmals vor.
Unterstützung und offene Fragen
Auch der Alpenverein Südtirol sieht darin einen wichtigen Schritt. Präsident Georg Simeoni spricht gegenüber Südtirol-News von einem "historischen Moment" und einem "entscheidenden Fortschritt für die Erhaltung dieser einmaligen Naturlandschaft". Auch aus der Politik kommt Zustimmung. Elide Mussner, Co-Vorsitzende der Grünen Verdi Vërc, ordnet den geplanten Start der Testphase als überfällig ein und kommentiert ihn mit "halleluja".
Gleichzeitig zeigt sich, dass zentrale Punkte noch nicht abschließend geklärt sind. Dazu gehört vor allem die konkrete Ausgestaltung der Regelung. Offen ist unter anderem, welche Ausnahmen gelten sollen und wie der Verkehr künftig gelenkt wird. Zudem wird der öffentliche Nahverkehr als notwendiger Bestandteil genannt, um die Erreichbarkeit der Region sicherzustellen.





