Während Benzin und Diesel in Deutschland häufig deutlich über zwei Euro pro Liter kosten, bleiben die Preise im Großherzogtum meist deutlich darunter.
Der Preisvorteil hat mehrere Ursachen. Luxemburg erhebt niedrigere Energiesteuern auf Kraftstoffe als viele Nachbarländer. Dadurch fallen die Endpreise an den Zapfsäulen geringer aus. Besonders in Grenzregionen gehört ein kurzer Tankstopp im Nachbarland deshalb für viele Autofahrer zum Alltag.
Staat legt Kraftstoffpreise landesweit fest
Ein wesentlicher Unterschied zum deutschen Markt liegt in der Preisstruktur. In Luxemburg werden die Höchstpreise für Benzin und Diesel staatlich festgelegt. Zuständig ist das Energieministerium. Es veröffentlicht regelmäßig maximale Verkaufspreise für die wichtigsten Kraftstoffsorten. Diese dürfen von Tankstellen nicht überschritten werden.
Durch diese Regulierung kosten die Standardkraftstoffe im ganzen Land in der Regel überall gleich viel. Preisunterschiede zwischen einzelnen Tankstellen sind deshalb kaum zu beobachten. Anpassungen erfolgen zentral durch das Ministerium und orientieren sich unter anderem an der Entwicklung der internationalen Rohölmärkte.
Die vergleichsweise niedrigen Preise entstehen vor allem durch geringere Energiesteuern. Luxemburg erhebt niedrigere Mineralölsteuern als Deutschland oder Frankreich. Auch die Mehrwertsteuer fällt etwas niedriger aus. Dadurch bleibt der Literpreis an der Zapfsäule deutlich unter dem Niveau vieler Nachbarländer.
Die staatlich festgelegten Höchstpreise werden regelmäßig angepasst. Neue Preisstufen treten häufig am Abend in Kraft und gelten anschließend landesweit an allen Tankstellen. Für Autofahrer kann es sich daher lohnen, die Preisänderungen für den nächsten Tag im Blick zu behalten. Bei Premiumkraftstoffen können Mineralölunternehmen teilweise eigene Preise festlegen.
Kanister können bei Kontrollen Probleme bringen
Der Preisunterschied führt dazu, dass manche Autofahrer neben einer Tankfüllung zusätzlich Kraftstoff in Kanistern mitnehmen. Zollbehörden weisen jedoch regelmäßig darauf hin, dass hierfür klare Regeln gelten.
Innerhalb der Europäischen Union dürfen Reisende grundsätzlich eine Tankfüllung im Fahrzeug sowie zusätzlich eine begrenzte Menge Kraftstoff in einem Reservekanister nach Deutschland einführen. In der Praxis gilt eine Menge von etwa 20 Litern als persönlicher Bedarf.
Voraussetzung ist allerdings, dass der Kraftstoff ausschließlich für den Eigenverbrauch bestimmt ist. Wird deutlich mehr transportiert, kann der Zoll den Kraftstoff als steuerpflichtige Einfuhr einstufen. In diesem Fall wird die deutsche Energiesteuer für die überschüssige Menge nachträglich erhoben.
Zoll prüft Tanktourismus regelmäßig
Kontrollen finden vor allem in Grenzregionen mit starkem Tanktourismus statt. Zoll und Polizei prüfen dabei unter anderem, wie viel Kraftstoff zusätzlich transportiert wird und ob die Menge plausibel zum persönlichen Bedarf passt. Auch die sichere Lagerung der Kanister spielt eine Rolle.
Wer mehr Kraftstoff transportiert als erlaubt, muss mit mehreren Konsequenzen rechnen.
• Nachzahlung der deutschen Energiesteuer für die überschüssige Menge
• Bußgeld wegen eines steuerrechtlichen Verstoßes
• mögliche Verstöße gegen Sicherheits- oder Gefahrgutvorschriften beim Transport
• im Einzelfall Beschlagnahme des Kraftstoffs
Je nach Fall können mehrere hundert Euro Bußgeld fällig werden. Behörden weisen deshalb regelmäßig darauf hin, dass der Preisvorteil beim Tanken schnell verloren gehen kann, wenn zusätzlich größere Mengen Kraftstoff transportiert werden.
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Um ein wenig die Kraftstoffkosten für die Urlaubsreise oder den Ausflug zu minimieren, sollten Autofahrer nach Möglichkeit die Schwankungen der Kraftstoffpreise im Tagesverlauf nutzen. Für eine aktuelle Übersicht bietet sich unsere kostenlose Spritpreis-App "mehr tanken" (Google Play-Store oder Apple App-Store) an, die die aktuellen Kraftstoffpreise, eine Preis-Prognose und günstige Tankstellen in der Nähe anzeigt. Dort finden auch E-Auto-Fahrer Ladepunkte und deren Preise.





