Schon wenige Kilometer hinter der Grenze sind die Preise an vielen Tankstellen deutlich niedriger als in Deutschland. Der Unterschied kann erheblich sein und fällt besonders bei größeren Tankfüllungen ins Gewicht. Während Superbenzin in Deutschland häufig rund zwei Euro pro Liter kostet, liegt der Preis an vielen Tankstellen in polnischen Grenzorten deutlich darunter. Wer einen größeren Tank hat oder regelmäßig pendelt, kann dadurch pro Tankfüllung mehrere zehn Euro sparen. Entsprechend hoch ist der Anteil deutscher Autofahrer an vielen Tankstellen direkt hinter der Grenze, insbesondere an Wochenenden oder zu Ferienzeiten.
Der Preisunterschied hat mehrere Ursachen. Entscheidend sind vor allem niedrigere Steuern und Abgaben auf Kraftstoffe. Deutschland erhebt neben der Energiesteuer auch einen nationalen CO₂-Preis, der Benzin und Diesel zusätzlich verteuert. In Polen fallen diese Belastungen geringer aus. Auch Unterschiede in der Marktstruktur und im Wettbewerb zwischen Tankstellen spielen eine Rolle. Rohöl wird international gehandelt und kostet für beide Länder grundsätzlich gleich viel, doch die nationalen Abgaben entscheiden am Ende über den Preis an der Zapfsäule.
Das kosten Benzin und Diesel hinter der Grenze
Ein Blick auf konkrete Preise im Grenzort Słubice zeigt, wie groß die Unterschiede aktuell sein können. Die Stadt liegt direkt gegenüber von Frankfurt an der Oder und gehört zu den wichtigsten Tankzielen für Autofahrer aus Deutschland. Viele Tankstellen dort sind nur wenige Minuten von der Grenze entfernt und werden gezielt von deutschen Fahrern angesteuert.
Nach der Übersicht der Tankstellenpreise zeigt sich der Unterschied zum deutschen Preisniveau besonders deutlich bei einer kompletten Tankfüllung. Schon wenige Dutzend Cent pro Liter können sich bei größeren Tanks schnell summieren. Für viele Autofahrer wird der Preisunterschied deshalb erst richtig sichtbar, wenn sie die Kosten einer gesamten Tankfüllung vergleichen.
Besonders bei Fahrzeugen mit großen Tanks fällt der Effekt deutlich aus. Wer regelmäßig in Grenznähe unterwegs ist oder längere Strecken fährt, kann dadurch über das Jahr hinweg einen spürbaren Betrag sparen.
Grundlage der Rechnung ist ein angenommener Preis von rund 2,05 Euro pro Liter Superbenzin in Deutschland und etwa 1,25 Euro pro Liter in Polen.
Der Unterschied entsteht bereits bei kleinen Preisabständen pro Liter. Bei größeren Tanks summiert sich dieser Effekt entsprechend stärker. Gerade Fahrer von SUV, Vans oder Transportern profitieren deshalb besonders von günstigeren Kraftstoffpreisen jenseits der Grenze.
Regeln für Reservekanister bei der Einreise
Wer zusätzlich Kraftstoff in Kanistern transportieren möchte, muss mehrere Vorschriften beachten. Dabei greifen zwei unterschiedliche Regelwerke, die häufig für Verwirrung sorgen.
• Der Fahrzeugtank darf bei der Einreise nach Deutschland vollständig gefüllt sein. Dafür gibt es keine Mengenbegrenzung.
• In Polen dürfen im Auto aus Sicherheitsgründen höchstens zehn Liter Kraftstoff in einem Reservekanister transportiert werden. Diese Grenze ergibt sich aus Vorschriften zum Transport gefährlicher Stoffe im Straßenverkehr.
• Der deutsche Zoll erlaubt grundsätzlich bis zu 20 Liter Kraftstoff in Reservekanistern steuerfrei bei der Einreise aus einem EU-Land. Diese Regel betrifft ausschließlich die steuerliche Behandlung.
• Praktisch gilt deshalb meist die niedrigere Grenze von zehn Litern. Wer mehr Kraftstoff im Kanister transportiert, kann bereits gegen die polnischen Transportvorschriften verstoßen.
• Wird bei einer Kontrolle eine größere Menge festgestellt, kann der Zoll zudem Energiesteuer auf den gesamten Inhalt des Kanisters erheben.
Der ADAC empfiehlt ebenfalls, höchstens zehn Liter Kraftstoff im Kanister zu transportieren. Das gilt als rechtlich unproblematisch und reduziert gleichzeitig das Brandrisiko im Fahrzeug.





