Brückenleger der Bundeswehr: Biber oder Leguan, wer baut die bessere Panzerbrücke?

Brückenleger der Bundeswehr
Biber oder Leguan, wer baut die bessere Panzerbrücke?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 23.08.2026
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Der Biber bringt eine 22 Meter lange Panzerschnellbrücke mit, beim Leguan stehen mehrere Brücken zur Verfügung. Auch bei Tragfähigkeit und Bedienung gibt es Unterschiede.

Welche Lösung bietet welche Vorteile und warum setzt die Bundeswehr derzeit auf beide Systeme? Der Vergleich zeigt, wie Biber und Leguan ihre Brücken verlegen, welche Hindernisse sie überwinden können und welcher Panzer anschließend darüberfahren darf.

Beim Biber werden zwei Hälften zu einer Brücke

Die Panzerschnellbrücke des Bibers besteht aus zwei jeweils elf Meter langen Elementen. Während der Fahrt liegen sie übereinander auf dem Fahrzeug. Zum Verlegen werden beide Teile miteinander verbunden. Daraus entsteht eine 22 Meter lange Brücke, mit der sich ein Hindernis von rund 20 Metern Breite überwinden lässt.

Der Biber schiebt die zusammengesetzte Brücke horizontal nach vorne. Ein hydraulisches Stützschild am Bug stabilisiert das Fahrzeug während des Vorgangs. Ein ebenfalls hydraulisch angetriebenes Vorschubgetriebe bewegt die Brücke über das Hindernis. Fahrer und Kommandant steuern den Vorgang aus dem geschützten Innenraum. Unter optimalen Bedingungen dauert das Verlegen nur wenige Minuten.

Der Leguan hat mehrere Brücken zur Auswahl

Der Leguan arbeitet ebenfalls mit dem horizontalen Verlegeverfahren, bietet bei den Brücken aber mehr Möglichkeiten. Zum System gehören eine 26 Meter lange Brücke und zwei jeweils 14 Meter lange Brücken. Die Panzerpioniere können damit je nach Hindernis eine lange oder eine kurze Brücke einsetzen.

Für das Verlegen der langen Brücke nennt die Bundeswehr rund fünf Minuten. Das anschließende Aufnehmen dauert etwa sieben Minuten. Kameras, ein Wärmebildgerät und ein Laserentfernungsmesser helfen der Besatzung dabei, die Übergangsstelle zu erfassen und den Vorgang zu überwachen. Dadurch kann der Leguan seine Brücken auch nachts und bei eingeschränkter Sicht verlegen.

Mehrere Brücken können ein größeres Hindernis überspannen

Reicht eine einzelne Brücke nicht aus, können die Panzerpioniere mehrere Brücken miteinander kombinieren. Dabei entspricht die nutzbare Spannweite nicht der Summe ihrer Längen. Die Konstruktionen müssen aufliegen beziehungsweise überlappen, wodurch ein Teil der Gesamtlänge nicht für das eigentliche Hindernis zur Verfügung steht.

Beim Leguan kann beispielsweise eine 26 Meter lange Brücke mit einer der 14-Meter-Brücken kombiniert werden. Die Bundeswehr nennt dafür eine überbrückbare Hindernisbreite von rund 35 Metern. Auch Biber-Brücken lassen sich überlappend einsetzen. Bei einer Bundeswehr-Übung wurden mit zwei Biber-Brücken rund 40 Meter überwunden. Dafür mussten die Panzerpioniere allerdings zusätzliche Auflieger vorbereiten.

Beim Gewicht zeigt sich der größte Unterschied

Die Länge einer Brücke ist nur ein Teil ihrer Leistungsfähigkeit. Entscheidend ist auch, welche Fahrzeuge anschließend darüberfahren können. Hier unterscheiden sich Biber und Leguan besonders deutlich.

Die Biber-Brücke ist für die militärische Lastenklasse MLC 50 ausgelegt. Das reicht beispielsweise für den Schützenpanzer Puma. Aktuelle Versionen des Leopard 2 sind dagegen zu schwer. Die Brücken des Leguan können Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 70 Tonnen tragen. Für Ausnahmefälle nennt die Bundeswehr sogar Belastungen von bis zu 90 Tonnen. Damit können sämtliche Gefechtsfahrzeuge der Bundeswehr die Leguan-Brücken nutzen.

Biber und Leguan im technischen Vergleich

Zwei unterschiedliche Leopard-Fahrgestelle

Unter der Brückentechnik stecken zwei bekannte Panzerfahrgestelle. Der Biber basiert auf dem Leopard 1. Der Turm des Kampfpanzers entfällt, stattdessen sitzen Verlegeeinrichtung und Brücke auf dem Kettenfahrgestell.

Beim Leguan dient der Leopard 2 als technische Basis. Die Bundeswehr nutzt dafür umgebaute Leopard-2-Fahrgestelle. Der stärkere Antrieb ist schon wegen des höheren Gewichts notwendig. Gleichzeitig kann der Brückenleger hinsichtlich seiner Geländegängigkeit den schweren gepanzerten Verbänden folgen, für die er die Übergänge herstellen soll.

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