Nach Angaben der Autobahn GmbH des Bundes funktioniert das System aufgrund einer technischen Störung in der zentralen Kommunikationsinfrastruktur derzeit nicht. Betroffen sind sämtliche Autobahnen im gesamten Bundesgebiet.
Der Ausfall betrifft die bekannten orangefarbenen Notrufsäulen, die entlang der Autobahnen in regelmäßigen Abständen installiert sind. Sie dienen dazu, bei Pannen oder Unfällen schnell Kontakt zur Autobahnleitstelle aufzunehmen. Nach aktuellem Stand sind ausschließlich die Säulen außerhalb von Tunneln betroffen. Die Notrufsäulen in Autobahntunneln funktionieren weiterhin.
Defekt an zentraler Kommunikationsstruktur
Die Autobahn GmbH bestätigte den bundesweiten Ausfall am Dienstag (10.3.2026). Fachleute des Unternehmens arbeiten gemeinsam mit einem technischen Dienstleister an der Analyse der Störung. Eine konkrete Prognose, wann das System wieder vollständig zur Verfügung stehen wird, wurde zunächst nicht genannt.
Die Ursache liegt nach derzeitigen Informationen in einem Defekt innerhalb der zentralen Kommunikationsstruktur, über die die einzelnen Säulen miteinander verbunden sind. Da das System zentral gesteuert wird, kann eine Störung in dieser Infrastruktur dazu führen, dass die Notrufeinrichtungen bundesweit gleichzeitig ausfallen.
Hilfe per 112 rufen
Für Autofahrer bedeutet das jedoch nicht, dass im Notfall keine Hilfe erreichbar ist. Rettungsdienste, Polizei und Feuerwehr können weiterhin über das Mobiltelefon alarmiert werden. Die bundesweite Notrufnummer lautet 112.
Bei einer Panne oder einem Unfall auf der Autobahn empfiehlt die Autobahn GmbH weiterhin das übliche Sicherheitsvorgehen.
• Warnblinkanlage einschalten
• Fahrzeug möglichst weit rechts auf dem Standstreifen abstellen
• Warnweste anziehen
• hinter der Leitplanke in Sicherheit gehen
• Notruf über das Mobiltelefon absetzen
Die Notrufsäulen wurden ursprünglich eingeführt, um auch ohne Mobiltelefon einen direkten Kontakt zur Autobahnleitstelle herstellen zu können. Obwohl inzwischen nahezu alle Verkehrsteilnehmer ein Smartphone mitführen, gelten die Säulen weiterhin als wichtiges Sicherheitselement. Sie ermöglichen eine automatische Standortübermittlung und erleichtern die schnelle Lokalisierung von Pannenstellen.
Alle 2 Kilometer eine Notrufsäule
Entlang der deutschen Autobahnen stehen nach Angaben der Autobahn GmbH rund 17.000 Notrufsäulen. Sie sind in der Regel in einem Abstand von etwa zwei Kilometern installiert. Hinweise auf den Standort der nächsten Säule geben kleine Pfeile auf den Leitpfosten am Fahrbahnrand. Diese zeigen immer in die Richtung der nächsten Notrufeinrichtung. Das System wurde eingeführt, um auch ohne Mobiltelefon eine direkte Verbindung zu einer Leitstelle herstellen zu können.
Die Nutzung der Notrufsäulen ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Grund dafür ist vor allem die nahezu flächendeckende Verbreitung von Mobiltelefonen sowie das seit 2018 verpflichtende automatische eCall-Notrufsystem in neuen Fahrzeugen. Dennoch werden die Säulen weiterhin verwendet. Nach früheren Angaben der Betreiber gingen pro Jahr mehrere zehntausend Notrufe über das System ein, überwiegend wegen Pannen oder liegengebliebener Fahrzeuge.
Das melden die Anrufer
Ein Teil der Anrufe betrifft jedoch nicht unmittelbar einen Unfall. Häufig melden Autofahrer über die Notrufsäulen auch Hindernisse auf der Fahrbahn, verlorene Ladung oder andere Gefahrenstellen. Dadurch können Autobahnmeistereien oder Verkehrsleitzentralen schneller reagieren und Gefahrenstellen absichern.
Trotz der zunehmenden Bedeutung von Mobiltelefonen gelten die Notrufsäulen weiterhin als Bestandteil der Sicherheitsinfrastruktur auf Autobahnen. Sie ermöglichen eine automatische Standortübermittlung an die Leitstelle und können auch dann genutzt werden, wenn ein Mobiltelefon nicht verfügbar ist oder der Mobilfunkempfang eingeschränkt ist. Deshalb werden sie weiterhin entlang des Autobahnnetzes betrieben.





