Das ist Offroad-Diesel: eher nicht für Geländewagen

Eher nicht für Geländewagen
Das ist Offroad-Diesel

ArtikeldatumVeröffentlicht am 23.01.2026
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Tankstelle mit Offroad-Diesel
Foto: Gregor Hebermehl

US-Offroad-Diesel, aufgrund seiner charakteristischen roten Färbung (Solvent Red/Lösungsmittel-rot) auch bekannt als "dyed diesel" (gefärbter Diesel), ist ein spezieller Dieselkraftstoff, der für den Einsatz in nicht straßengebundenen Fahrzeugen und Maschinen bestimmt ist. Er ist besonders in der Landwirtschaft, auf Baustellen und in Industriebetrieben weit verbreitet. Der Hauptunterschied zu normalem Diesel besteht darin, dass Offroad-Diesel von der Kraftstoffsteuer befreit ist, was ihn zu einer kostengünstigen Lösung für Unternehmen und Betriebe macht, die diesen für stationäre Maschinen oder Baumaschinen nutzen. Natürlich dürfen auch Offroad-Fahrer, die in nicht zum öffentlichen Straßensystem gehörenden Geländeparks fahren, den steuerlich begünstigten Diesel nutzen.

Traktoren, Bagger, Generatoren, Pumpsysteme und mit Dieselmotor ausgerüstete Boote verwenden in den USA Offroad-Diesel. Da er nicht für den Straßenverkehr zugelassen ist, dürfen diese Maschinen nur auf privatem Gelände unterwegs sein. Je nach Bundesstaat gibt es eng gefasste Ausnahmeregeln. So dürfen in einigen US-Bundesstaaten mit Offroad-Diesel betankte Fahrzeuge beispielsweise eine öffentliche Straße überqueren, wenn ihr Fahrer nur das benachbarte Privatgrundstück erreichen möchte. Die US-Behörden überwachen die Nutzung von Offroad-Diesel, eine Kontrolle ist wegen der roten Färbung recht einfach. Wer Offroad-Diesel im öffentlichen Straßenverkehr nutzt, begeht eine Steuerhinterziehung, die mit hohen Strafen geahndet werden kann.

Warum Offroad-Diesel beliebt ist

Abgesehen von der steuerlichen Ersparnis bietet Offroad-Diesel einige wichtige Betriebsvergünstigungen. Da der Diesel in den USA unter strengen Umweltauflagen produziert wird, entspricht er den gleichen Umweltstandards wie regulärer Diesel, was bedeutet, dass sein Schwefelgehalt niedrig ist. Dies sorgt für weniger schädliche Emissionen.

Die Verfügbarkeit von Offroad-Diesel ist nicht immer in allen Regionen gleich, was die Logistik für einige Unternehmen erschwert. Tankstellen, die Offroad-Diesel anbieten, sind oft im ländlichen Raum beheimatet und weisen großformatig auf ihr Angebot hin. In einigen Bundesstaaten können zudem weitergehende Anforderungen an den Kraftstoff und dessen Verwendung bestehen.

Tankstelle mit Offroad-Diesel
Gregor Hebermehl

Vergleich zum deutschen Agrar-Diesel

Der US-Offroad-Diesel ist teilweise mit dem deutschen Agrar-Diesel vergleichbar. Allerdings ist der deutsche Diesel nicht eingefärbt. Auch er ist vornehmlich für den Einsatz in der Land- und Forstwirtschaft gedacht. Während die Nutzer von Offroad-Diesel beim Kauf die entsprechenden Steuern gar nicht erst zahlen müssen, müssen deutsche Land- und Forstwirtschaftsbetriebe gemäß Energiesteuergesetz ihren Verbrauch nachweisen und beim zuständigen Hauptzollamt einen Antrag auf anteilige Rückvergütung der Energiesteuer stellen. Der Weg, den Fahrer in Deutschland mit Agrar-Diesel auf öffentlichen Straßen bis zum beispielsweise nächsten Feld zurücklegen dürfen, ist allerdings weiter als in den USA.

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