In einem Interview mit André Thierig, Leiter der Gigafactory Berlin-Brandenburg, brachte der Tesla-Chef Fabriken außerhalb der Erde ins Spiel, genauer gesagt auf dem Mond. Er überlegte, in etwa 20 Jahren könnte eine Gigafactory auf dem Mond stehen. Achtung, Musk äußerte hier keinen konkreten Plan, sondern eher eine Art Vision der Zukunft.
So verrückt es klingt, ganz unrealistisch ist die Idee nicht. Tesla arbeitet im Moment intensiv an Automatisierung und Robotik. Der humanoide Roboter Optimus befindet sich in der Entwicklung, in Fremont existiert bereits eine Pilot-Produktionslinie. Perspektivisch sollen solche Systeme in den Gigafactorys körperlich belastende Arbeiten übernehmen. Musk argumentiert, dass hochautomatisierte Produktionssysteme langfristig flexibler und skalierbarer sein sollen als klassische Fertigungsstrukturen.
Robotik als Voraussetzung für Mondproduktion
Für eine hypothetische Industrieanlage auf dem Mond wären autonome Systeme und Robotik eine Voraussetzung. Die extremen Umweltbedingungen machen die Arbeit auf dem Mond für Menschen schwierig. So kam es zum Beispiel schon bei den Astronauten der Mondexpeditionen in den 1970er-Jahren zu eingeschränkter Bewegungsfähigkeit und Orientierungsproblemen. Ob der sich noch im Prototypenstadium befindende Roboter die Aufgaben übernehmen könnte, ist unklar.
SpaceX als logistischer Schlüssel
Dann wäre da noch die Frage der Logistik, und hier käme SpaceX ins Spiel. Das von Musk gegründete Raumfahrtunternehmen hat sich mit der wiederverwendbaren Falcon-9-Rakete als starker Akteur im kommerziellen Raumtransport etabliert. Für weiterreichende Missionen entwickelt SpaceX das deutlich größere Starship-System. Dieses soll künftig große Frachtmengen nicht nur in den Erdorbit, sondern auch zum Mond transportieren können. Für das Artemis-Programm der NASA entsteht eine spezielle Mondlandeversion.
Sollte jemals eine industrielle Infrastruktur jenseits der Erde entstehen, wären Schwerlastraketen wie Starship dringend notwendig. Maschinen, Energieanlagen, Ersatzteile oder Robotersysteme müssten in großem Umfang transportiert werden. Allerdings befindet sich Starship weiterhin in der Erprobung, und das Programm ist von technischen Herausforderungen und Verzögerungen geprägt. Von einem routinemäßigen, wirtschaftlich tragfähigen Transport zwischen Erde und Mond kann derzeit keine Rede sein.
Technik denkbar, Wirtschaftlichkeit offen
Technisch ist eine Mondinfrastruktur prinzipiell denkbar. Mehrere Raumfahrtagenturen und Staaten verfolgen langfristige Pläne für Mondbasen oder Forschungsstationen. Die zentralen Herausforderungen liegen jedoch nicht nur im Transport, sondern vor allem in der Energieversorgung, dem Strahlungsschutz, der Materialgewinnung, der Wartung und der Finanzierung. Die Kosten solcher Projekte bewegen sich in Dimensionen, die selbst für große Industriekonzerne nur im Verbund mit staatlichen Programmen realistisch zu stemmen sind. Vor diesem Hintergrund ist Musks 20-Jahres-Horizont äußerst optimistisch.





