Forderung der Trump-Regierung: Mercedes sollte Hauptsitz in USA verlagern

Mercedes sollte Hauptsitz in die USA verlagern
Trump-Regierung mit unmoralischem Angebot

ArtikeldatumVeröffentlicht am 29.01.2026
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MBUSA Mercedes-Benz USA Headquarters eingeklinkt Donald Trump Ola Källenius
Foto: Mercedes-Benz AG / Andrew Harnik via Getty Images / Collage: ams

Donald Trump und Mercedes-Benz, das scheint eine Hassliebe zu sein. Immer wieder arbeitet sich der US-Präsident an der Marke mit dem Stern ab. Einerseits ist bekannt, dass Trump zeitweise selbst nur zu gern in Mercedes-Modellen unterwegs war und selbst welche besessen hat. Andererseits war ihm ihre Anzahl und Präsenz auf der Fifth Avenue in New York bekanntlich schon während seiner ersten Amtszeit ein Dorn im Auge. Ihm stieß sauer auf, dass dort angeblich vor fast jedem Haus ein Mercedes stehe, in Deutschland jedoch kaum ein US-Auto anzufinden sei. Seine Handelspolitik werde das ändern, kündigte Trump bereits 2018 an.

Handelsminister wollte Mercedes in die USA locken

Heute wissen wir: So richtig geklappt hat das bisher nicht. Folgerichtig scheint die Trump-Regierung während ihrer zweiten Amtszeit eine andere Strategie zu verfolgen: Wenn in Deutschland und auf der Fifth Avenue mehr amerikanische Autos unterwegs sein sollen, muss man eben einen der größten und bekanntesten deutschen Hersteller zu einem amerikanischen machen. Die Rede ist, Sie ahnen es, von Mercedes-Benz.

Das mutet an wie eine irre Geschichte mit geringem Wahrheitsgehalt, scheint sich aber genauso zugetragen zu haben. Zumindest erzählte sie kein Geringerer als Ola Källenius. Der Mercedes-Vorstandschef plauderte die Anekdote kürzlich im Podcast "The Pioneer Briefing" aus. Demnach habe ihm US-Handelsminister Howard Lutnick vor etwa einem Jahr das offenbar ernst gemeinte Angebot unterbreitet, den Mercedes-Hauptsitz in die USA zu verlegen. Dabei soll er Steuererleichterungen und weitere Anreize ins Spiel gebracht haben.

Eigenen Angaben zufolge habe Källenius dankend abgelehnt. "Der Stern ist seit mehr als 100 Jahren ein globales Unternehmen, aber wir sind in Schwaben verwurzelt", sagte Källenius der Nachrichtenagentur "Bloomberg" zufolge. "Diese Wurzeln können und sollten nicht aus dem Boden gerissen werden." Das liest sich nicht so, als habe das Mercedes-Management ernsthaft in Erwägung gezogen, Stuttgart zu verlassen und sich über den Großen Teich nach Amerika zu verabschieden.

Mercedes mit vielen US-Standorten

Das bedeutet jedoch nicht, dass Mercedes in den Vereinigten Staaten nicht präsent wäre. Der Autokonzern betreibt in den USA mehr als ein Dutzend Standorte. Die Zentrale der US-Dependance MBUSA befindet sich im Norden von Atlanta (US-Bundesstaat Georgia). Im kalifornischen Silicon Valley betreibt Mercedes zwischen Sunnyvale, Santa Clara und San Jose sein nordamerikanisches Forschungs- und Entwicklungszentrum. Und in Tuscaloosa (Alabama) gründete der Hersteller 1995 sein erstes Werk außerhalb der USA, das aktuell etwa 6.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Seither sind dort mehr als vier Millionen Autos gebaut worden, vornehmlich SUVs.

Fazit