Koordiniert wird die Maßnahme von der Internationalen Energieagentur. Die Organisation hatte ihren 32 Mitgliedsstaaten empfohlen, strategische Reserven freizugeben, um die angespannten Märkte zu beruhigen und Preisspitzen abzufedern.
Insgesamt sollen rund 400 Millionen Barrel Rohöl aus staatlichen Reserven auf den Markt gelangen. Nach Angaben der Energieagentur handelt es sich um die größte koordinierte Freigabe strategischer Vorräte seit Gründung der Organisation in den 1970er-Jahren.
Deutschland gibt mehrere Millionen Tonnen frei
Deutschland will nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums rund 2,64 Millionen Tonnen Rohöl und Mineralölprodukte aus seinen strategischen Vorräten freigeben. Das entspricht etwa 19,5 Millionen Barrel.
Die Bundesregierung betont, dass derzeit kein physischer Versorgungsengpass besteht. Die Freigabe soll vor allem die Risikoaufschläge am Ölmarkt reduzieren, die infolge der geopolitischen Spannungen deutlich gestiegen sind.
Strategische Reserven für Krisensituationen
Mitgliedsstaaten der Internationalen Energieagentur sind verpflichtet, strategische Ölreserven vorzuhalten. Diese Vorräte müssen mindestens dem Umfang von neunzig Tagen der durchschnittlichen Nettoimporte entsprechen. Ziel ist es, bei schweren Störungen der internationalen Lieferketten kurzfristig reagieren zu können.
Koordinierte Freigaben der strategischen Reserven sind selten. In der Vergangenheit kam dieses Instrument unter anderem während des Golfkriegs Anfang der 1990er-Jahre, nach schweren Hurrikanschäden an der US-Ölinfrastruktur im Jahr 2005 sowie während des Bürgerkriegs in Libyen im Jahr 2011 zum Einsatz. Zuletzt wurden im Jahr 2022 infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine größere Mengen aus den Reserven freigegeben.





