Wirtschaftsminister Roland Lescure kündigte am Mittwoch (4.3.2026) ein konsequentes Vorgehen gegen mögliche überhöhte Preisaufschläge an. "Ich werde nicht tolerieren, dass die Preise an der Zapfsäule stärker steigen, als es durch den Anstieg des Ölpreises gerechtfertigt ist", erklärte der Minister. "Sie werden noch von mir hören."
Wettbewerbsbehörde soll Preisentwicklung überprüfen
Für die angekündigten Maßnahmen hat das Wirtschaftsministerium die französische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde DGCCRF eingeschaltet. Die Behörde soll zusätzliche Kontrollen durchführen und prüfen, ob die Preisentwicklung an Tankstellen tatsächlich durch die Entwicklung des Rohölpreises begründet ist.
Nach Darstellung der Regierung sollen die Kontrollen sicherstellen, dass die Preisentwicklung nachvollziehbar bleibt und keine ungerechtfertigten Aufschläge erhoben werden.
Regierung sieht derzeit keine Versorgungsprobleme
Nach Angaben der französischen Regierung besteht aktuell kein Risiko für Versorgungsengpässe bei Gas oder Öl. Lescure erklärte, es gebe "kein Risiko bei der Versorgung mit Gas oder Öl in den kommenden Wochen". Gleichzeitig betonte der Minister, dass die weitere Entwicklung stark von der Intensität und Dauer des Konflikts im Nahen Osten abhänge.
Auch die beigeordnete Energieministerin und Regierungssprecherin Maud Brégeon rechnet kurzfristig lediglich mit moderaten Preissteigerungen. Sie erklärte, kurzfristig sei "ein Anstieg um einige Cent" an den Tankstellen möglich. Wie sich die Preise danach entwickeln, hänge von der weiteren geopolitischen Lage ab.
Ölpreis steigt – Zwei-Euro-Marke rückt näher
Der Ölmarkt reagierte bereits auf die geopolitischen Spannungen. Am Mittwoch lag der Preis für ein Barrel Brent-Rohöl aus der Nordsee bei rund 82,25 US-Dollar. Am Vortag war der Preis zeitweise über die Marke von 85 Dollar gestiegen. Das war der höchste Stand seit Juli 2024.
Mit dem höheren Ölpreis steigen auch die Kraftstoffpreise an den Tankstellen. In einigen Regionen könnte der Preis pro Liter nach Einschätzung der Regierung wieder in Richtung der Marke von zwei Euro gehen.
Bundesregierung plant derzeit keine Spritpreisbremse
Während Frankreich verstärkte Kontrollen ankündigt, plant die Bundesregierung derzeit keine direkten Eingriffe in die Preisentwicklung. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche erklärte in München zu möglichen Entlastungsmaßnahmen: "Die steht nicht auf der Agenda."





