Moderne Blitzer wie das PoliScan Speed arbeiten mit LIDAR-Technologie, die es ermöglicht, mehrere Fahrzeuge gleichzeitig zu erfassen. Dabei wird der gesamte befahrbare Bereich einer Straße abgetastet. Diese Technik ist besonders auf mehrspurigen Straßen von Vorteil, da sie theoretisch eine präzise Zuordnung der gemessenen Geschwindigkeit zu einem Fahrzeug erlaubt.
Doch genau hier liegt auch die Schwachstelle: Wenn sich mehrere Fahrzeuge im Erfassungsbereich befinden, kann es zu Fehlzuordnungen kommen. Laut einer Stellungnahme des VUT-Verkehrsverbandes können solche Fehler durch eine verzögerte Kameraauslösung oder ungenaue Spurzuordnung entstehen und sind nicht so selten wie man vielleicht vermutet.
Typische Fehlerquellen bei Blitzern
Die häufigsten Fehlerquellen bei der Mehrfahrzeugerfassung sind technische und menschliche Faktoren. Beispielsweise kann eine fehlerhafte Kalibrierung des Geräts dazu führen, dass die Messwerte nicht korrekt zugeordnet werden. Auch die Positionierung des Blitzers spielt eine entscheidende Rolle. Wenn der Blitzer nicht optimal aufgestellt ist, können Fahrzeuge auf benachbarten Spuren fälschlicherweise erfasst werden.
Ein weiteres Problem kann bei der Software liegen: Ältere Versionen, wie die des PoliScan Speed vor 2010, hatten bekannte Schwächen bei der Zuordnung von Messwerten zu Fahrzeugen.
Rechtliche Konsequenzen und Verteidigungsstrategien
Ein fehlerhaftes Blitzerfoto kann weitreichende rechtliche Folgen haben, wie der aktuelle Fall zeigt: Der betroffene Fahrer erhielt eine Strafe von 960 Euro, ein einmonatiges Fahrverbot und zwei Punkte im Fahreignungsregister. Doch solche Bescheide sind anfechtbar. Fachanwälte für Verkehrsrecht empfehlen, die Plausibilität des Bußgeldbescheids sorgfältig zu prüfen und gegebenenfalls Einspruch einzulegen. Eine Akteneinsicht und ein Sachverständigengutachten können helfen, die Fehlerhaftigkeit der Messung nachzuweisen.
Gerichtsurteile und Präzedenzfälle
In der Vergangenheit gab es mehrere Gerichtsurteile, die die Fehleranfälligkeit von Blitzern bestätigten. So stellte das Amtsgericht Mannheim ein Verfahren ein, da die Rohdaten des PoliScan Speed nicht mit den geeichten Messwerten übereinstimmten. Solche Urteile zeigen, dass die Gerichte die technischen Schwächen der Geräte anerkennen und im Zweifel zugunsten der Betroffenen entscheiden.
Was Betroffene tun können
Betroffene sollten bei Erhalt eines Bußgeldbescheids nicht zögern, rechtlichen Beistand zu suchen. Die Einspruchsfrist beträgt in der Regel zwei Wochen. Ein spezialisierter Anwalt kann die Erfolgsaussichten eines Einspruchs bewerten und die notwendigen Schritte einleiten. Wichtig ist, dass alle relevanten Unterlagen, wie das Blitzerfoto und das Messprotokoll, sorgfältig geprüft werden.





