Das Werk in Tuscaloosa (Alabama, USA) bleibt für Mercedes der zentrale Produktionsstandort für SUV-Baureihen. Bis 2030 sollen dort rund vier Milliarden Dollar investiert werden. Künftig wird neben den Modellen GLE und GLS auch die nächste Generation des GLC in den USA gefertigt. Hintergrund der Investitionen ist eine veränderte Marktsituation in den Vereinigten Staaten. Mercedes steht dort unter Druck. 2025 gingen die Verkäufe zurück, während der Gesamtmarkt wuchs. Gleichzeitig belasten Importzölle das Geschäft. Ein Großteil der Fahrzeuge wird bislang aus Europa in die USA geliefert.
Mit der geplanten Ausweitung der lokalen Produktion reagiert der Konzern auf diese Entwicklung. Ziel ist es, die Abhängigkeit von Importen zu reduzieren und die Kostenstruktur zu stabilisieren. Insbesondere volumenstarke Modelle wie der GLC sollen künftig vor Ort gefertigt werden. Das Werk in Tuscaloosa übernimmt dabei eine Schlüsselrolle. Seit Produktionsstart 1997 wurden dort rund fünf Millionen Fahrzeuge gebaut. Aktuell laufen die Modelle GLE, GLS sowie deren Derivate von AMG und Maybach vom Band. Auch elektrische SUV-Modelle wie EQE SUV und EQS SUV werden dort produziert.
Ein Großteil der Fahrzeuge ist für den Export bestimmt. Rund 60 Prozent der Produktion gehen in internationale Märkte. Damit zählt der Standort zu den größten Automobilexporteuren der USA.
Standort Atlanta wird weiter ausgebaut
Parallel zur Produktion bündelt Mercedes seine Unternehmensfunktionen stärker in den USA. Der Nordamerika-Hauptsitz im Großraum Atlanta wird weiter ausgebaut. Bereits 2015 hatte der Konzern seinen Sitz von New Jersey nach Georgia verlegt, 2018 folgte der Umzug in die neue Zentrale in Sandy Springs.
Derzeit plant das Unternehmen, bis zu 500 Arbeitsplätze aus verschiedenen US-Standorten in ein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum in der Region zu verlagern. Ziel ist es, Entwicklung, Vertrieb und zentrale Funktionen an einem Standort zusammenzuführen. Die Nähe zu Hochschulen wie dem Georgia Institute of Technology sowie zum Technologie- und Startup-Umfeld gilt als ein wesentlicher Standortvorteil. Gleichzeitig soll die Bündelung die Zusammenarbeit zwischen Entwicklung und Marktorganisation verbessern.
Einordnung in die Gesamtstrategie
Die Investitionen in den USA sind Teil einer umfassenderen Neuaufstellung. Mercedes richtet sein Produktions- und Entwicklungsnetzwerk stärker regional aus. Produktion, Entwicklung und Vertrieb sollen näher an den jeweiligen Märkten organisiert werden. Für die USA bedeutet das einen Ausbau entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Der Standort Tuscaloosa fungiert dabei als globaler Produktionshub, während Atlanta als Steuerungs- und Entwicklungszentrum ausgebaut wird.
Für Europa ergeben sich daraus Verschiebungen. Zwar betont das Unternehmen, dass die Investitionen nicht zulasten bestehender Werke gehen. Gleichzeitig zeigt die geplante Lokalisierung wichtiger Modelle, dass sich Produktionsvolumen künftig stärker regional verteilen dürfte.





