Wie hart haben Sie die hohen Dieselpreise getroffen?
Die Ölpreisentwicklung ist natürlich sehr heftig für viele Unternehmen in unserer Branche. Wir haben zum Glück mit etwa 80 Prozent unserer Auftraggeber einen Dieselfloater vertraglich vereinbart. Dabei steigt der Fracht- mit dem Dieselpreis. Allerdings passiert das erst zwei Monate später. Die erhöhten Kraftstoffkosten kosten uns also zunächst einmal Liquidität, da die Frachtpreise sich aufgrund der vertraglichen Vereinbarungen erst zwei Monate später entsprechend erhöhen.
Was ist mit den restlichen 20 Prozent?
Mit etwa zehn Prozent unserer Kunden hatten wir zunächst einen Aufschlag auf die Fracht vereinbaren können. Bei den restlichen zehn Prozent ist es etwas schwieriger, da diese Umsätze oft am Spotmarkt zustande kommen. Hier wird mit Tagespreisen operiert, deshalb können auch wir nicht die gesamten Kostensteigerungen umlegen. Trotz allem sind wir guter Dinge, weil wir gegenüber vielen Wettbewerbern offenbar etwas besser aufgestellt sind.
Wer leidet am stärksten unter den hohen Spritpreisen?
Es trifft am Ende immer wieder den Endverbraucher am härtesten und genau das ist meiner Einschätzung nach für die wirtschaftliche Entwicklung das Schlimmste. Die Profiteure sind die Ölkonzerne und natürlich auch der Staat, der wesentlich höhere Einnahmen generiert.
Mehr als die Hälfte des Kraftstoffpreises sind Steuern. Kann das aus Ihrer Sicht so bleiben?
Die Besteuerung von Kraftstoffen sollte dringend reformiert werden. Die Menschen sollten nicht noch zusätzlich vom Bund abgezockt werden, wenn sie ohnehin schon am härtesten betroffen sind. Dazu kommt noch ein Faktor, der in Deutschland gegenüber dem restlichen Europa einzigartig ist: Der deutsche Fiskus berechnet auf die CO₂-Abgabe noch Mehrwertsteuer. Das machen alle anderen Staaten in Europa nicht. Typisch Deutschland eben! Die CO₂-Abgabe gehört abgeschafft, da sie ganz Europa im internationalen Wettbewerb benachteiligt und das Klima nicht verändert.
Im März hat Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche Teile der nationalen Ölreserven freigegeben. Halten Sie das für richtig?
Aus meiner Sicht war das ein Fehler. Die Öl-Läger der Händler waren zu diesem Zeitpunkt schon randvoll. Tanker mussten deshalb wieder weggeschickt werden. Wir hatten ja im Gegensatz zu anderen Ländern zunächst keine Lieferprobleme. Die Chinesen haben sich aber sicher sehr darüber gefreut.





