Formel 1: Die Formel 1 kastriert sich selbst – FIA greift vor Monaco ein

FIA greift vor Monaco erneut ein
Formel 1 kastriert sich selbst

GP Monaco 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 01.06.2026
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Erst fünf Rennen der F1-Saison 2026 sind absolviert. Vor und auch nach jedem Wochenende debattieren Verantwortliche, Fahrer, Experten und Fans leidenschaftlich über das neue Reglement. Immer wieder steht dabei das diffizile Energie-Management im Fokus.

Am kommenden Wochenende gastiert die Königsklasse bereits zum 72. Mal in Monaco (7.6.). Der Grand Prix im Fürstentum zählt zu einem der Klassiker im Rennkalender. Das Interesse ist nochmal etwas höher als bei gewöhnlichen Rennen. Deshalb will die Formel 1 eine gute Figur dort abgeben. Mit dem aktuellen Reglement könnte das jedoch ein Problem darstellen.

Die FIA greift deshalb auf eine für die Rennstrecken angepasste Liste bei der Energie-Freigabe zurück. Während auf den meisten Kursen die Autos Schwierigkeiten haben, ausreichend elektrische Energie zu generieren, wird das in den Straßen am Mittelmeer keine Herausforderung sein. Die Geraden sind sehr kurz, zudem gibt es viele Bremszonen, in denen rekuperiert wird. Das generiert überschüssige E-Power. Aus Angst vor zu hohen Geschwindigkeiten im Leitplanken-Dschungel gibt es für die Autos ab einem Tempo von 300 km/h keine Elektro-Unterstützung mehr.

Wie schnell sind die Autos in Monte Carlo?

Der Überhol-Modus bleibt aber auch in Monaco an Bord. Ab 300 km/h steht den Piloten nur noch ein Boost von 150 kW zur Verfügung. Keinerlei Elektro-Power gibt es, sobald das Auto 310 km/h erreicht.

In den vergangenen Jahren war die Schallmauer von 300 km/h in Monte Carlo am Ende des Tunnels nur selten gebrochen worden. Die Autos sind zudem auf maximalen Abtrieb getrimmt. Die schmalere Silhouette und der starke Zuwachs der drehmomentstarken Elektro-Leistung haben die F1-Renner aber zu kleinen Kanonenkugeln geformt.

Der seit dieser Saison eingeführte Straight Mode unterstützt die hohen Geschwindigkeiten. In ausgewiesenen Bereichen der Strecke dürfen die Piloten den Front- und Heckflügel flachstellen, um so wenig Luftwiderstand wie möglich zu erzeugen. Er dient der aerodynamischen Effizienz und hilft dabei, weniger der kostbaren Elektro-Energie zu verbrauchen.

Aktive Aerodynamik fällt weg

In Monaco gibt es diesen Straight-Line-Mode allerdings nicht. Den Regelhütern der FIA ist das zu gefährlich. Die Autos erhöhen wegen der besseren Aerodynamik ihre Geschwindigkeit um bis zu 20 km/h. Das ist für die Strecke an der Côte d'Azur zu viel des Guten. Nach Berechnungen sollte der Modus wegen der einfacheren Voraussetzungen für das Energie-Management ohnehin obsolet sein.

Seit Saisonbeginn stand der auf einigen Strecken starke Jojo-Effekt im Fokus. Die FIA schaffte Abhilfe und passte schon früh in der laufenden Spielzeit die Bestimmungen an. In Monaco ist von einem deutlich geringeren Effekt auszugehen als auf den meisten anderen Rennstrecken im Kalender. Für 2027 soll dann der Split mehr in Richtung Verbrenner verschoben werden, der dann 60 Prozent der Gesamtleistung liefert. Dafür sinkt der Anteil des Elektro-Motors auf 40 Prozent.

Fazit