Muhammad bekommt keine Lohn mehr: Lkw-Fahrer "streikt" auf Rastplatz

Muhammad bekommt keine Lohn mehr
Lkw-Fahrer „streikt“ auf Rastplatz

ArtikeldatumVeröffentlicht am 27.02.2026
Als Favorit speichern
Lkw Fahrer NL
Foto: De Twentsche Courant Tubantia via Facebook

Der 34 Jahre alte Fahrer steht mit seinem Fahrzeug in der Region Twente. Nach eigenen Angaben habe er seit mehreren Monaten kein Gehalt erhalten. Gegenüber der niederländischen Regionalzeitung "De Twentsche Courant Tubantia" sagte er: "Ich weiß noch nicht, wann ich nach Hause kann. Mein Chef kooperiert nicht und reagiert nicht auf Vorschläge."

Seit Juni 2025 lebt der Mann nahezu durchgehend in seiner Fahrerkabine. Seine Ehefrau und zwei Töchter im Alter von sechs und acht Jahren leben in Litauen. "Ich spreche jeden Tag mit ihnen", wird er in der Zeitung zitiert. "Sie hoffen, dass ich in Ruhe gelassen werde und schnell nach Hause komme."

Nach Darstellung des Fahrers habe er die Arbeit niedergelegt und mache ein Zurückbehaltungsrecht an dem Fahrzeug geltend, um ausstehende Lohnforderungen abzusichern. Mehrere Hinweise am Lkw informieren darüber.

Gewerkschaft spricht von wiederkehrenden Fällen

Unterstützt wird der Fahrer von der niederländischen Gewerkschaft FNV. Deren Vertreter Edwin Atema erklärte gegenüber "De Twentsche Courant Tubantia", man habe es regelmäßig mit vergleichbaren Fällen im internationalen Straßengüterverkehr zu tun. "Als FNV bekommen wir öfter mit solchen Situationen zu tun", sagte Atema. Auch in diesem Fall versuche man, die offenen Zahlungen zu klären.

In der Region Twente erhielt der Fahrer Unterstützung aus der Bevölkerung. Über soziale Netzwerke wurden Hilfsaktionen organisiert. Er bekam Lebensmittel und Geldspenden. Ein Hotel bot ihm eine Unterkunft an, die er nach eigenen Angaben jedoch nicht nutzte.

Unternehmen fordert Herausgabe des Lkw

Der Arbeitgeber, das Unternehmen UAB Marvel Solar Energie mit Sitz in Klaipėda in Litauen, bestreitet die Darstellung des Fahrers. Das Unternehmen verlangt die Herausgabe des Lkw und hat ein Eilverfahren eingeleitet. Am 5.3.2026 soll das zuständige Gericht in Enschede darüber entscheiden.

Empfohlener redaktioneller Inhalt
Social Icon facebook

Der Rotterdamer Jurist Fabian Kougman, der das Unternehmen vertritt, sagte der Zeitung: "Soweit ich das überblicken kann, handelt es sich um ein zuverlässiges Unternehmen." Zugleich sprach er von einer "unangenehmen Situation", die nicht lange andauern solle.

Der Auftraggeber der transportierten Ware stammt aus Österreich, der Empfänger aus Almelo in den Niederlanden. Ob und in welcher Höhe Lohnansprüche bestehen, ist Gegenstand des laufenden Verfahrens.

Fazit