Neuer Leonidas AGV: Ford F-600 schießt mit Mikrowelle auf Drohnen

Neuer Leonidas AGV
Ford F-600 schießt mit Mikrowelle auf Drohnen

ArtikeldatumZuletzt aktualisiert am 28.03.2026
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Der Leonidas AGV (Autonomous Ground Vehicle) kombiniert eine Hochleistungsanlage zur elektronischen Störung mit autonomer Fahrtechnik und wurde am 24.3.2026 vorgestellt. Im Zentrum steht die Kombination aus seriennaher Fahrzeugplattform, Energieversorgung und einem "nicht-kinetischen Wirksystem" – also einem System ohne klassische Geschosse – zur Abwehr von Drohnen.

Nach Angaben der beteiligten Unternehmen handelt es sich um einen Prototyp. Ziel ist eine mobile Lösung, die sich flexibel einsetzen lässt und insbesondere gegen mehrere gleichzeitig angreifende Drohnen ausgelegt ist.

Serienfahrzeug als technische Basis

Als Trägerplattform dient ein Ford F-600. Der Truck gehört zur Klasse der mittelschweren Nutzfahrzeuge und wird im zivilen Bereich etwa im Bau oder bei kommunalen Diensten eingesetzt. Das Fahrgestell bietet ausreichend Reserven für zusätzliche Aufbauten. Gleichzeitig bleibt die Plattform wartbar, da sie auf einem bestehenden Serienfahrzeug basiert.

Der Ansatz reduziert Entwicklungsaufwand und ermöglicht eine schnellere Integration im Vergleich zu spezialisierten Militärfahrzeugen.

Autonomes Fahren als Teil des Konzepts

Das Fahrzeug ist mit einem autonomen Fahrsystem ausgestattet, das den Betrieb ohne Fahrer ermöglicht. Der Lkw kann sich auf Straßen bewegen und auch im Gelände eingesetzt werden.

Geplante Routen lassen sich vorab definieren. Ebenso kann das System innerhalb eines Einsatzraums seine Position verändern, um unterschiedliche Bereiche abzudecken.

Alternativ ist eine Fernsteuerung möglich. Damit bleibt eine Kontrolle durch einen Bediener erhalten, ohne dass dieser sich im unmittelbaren Einsatzgebiet befinden muss.

Mikrowellen greifen Elektronik an

Die auf dem Fahrzeug installierte Anlage erzeugt hochenergetische Mikrowellenimpulse. Diese wirken direkt auf die Elektronik von Drohnen. Betroffen sind Steuerung, Navigation und Funkverbindung. Wird die Elektronik gestört oder überlastet, verliert die Drohne ihre Funktion oder stürzt ab.

Ein technischer Vorteil liegt in der Flächenwirkung. Mehrere Drohnen können gleichzeitig erfasst werden, sofern sie sich im Wirkbereich befinden. Das ist insbesondere bei dicht fliegenden Schwärmen relevant.

Mobile Abwehr für Infrastruktur und Militär

Das Einsatzprofil zielt auf den Schutz von Einrichtungen wie Flugplätzen, Häfen oder militärischen Standorten. Auch temporäre Einsatzlagen sind vorgesehen.

Durch die Mobilität kann das System verlegt oder zur Patrouille eingesetzt werden. Feste Abwehrstellungen sind nicht zwingend erforderlich.

Fazit