Nissan-Boss zum möglichen Verkauf: „In dieser verrückten Welt kann alles passieren.“

Nissan-Boss zum möglichen Verkauf
„In dieser verrückten Welt kann alles passieren.“

ArtikeldatumVeröffentlicht am 04.03.2026
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Nissan zu verkaufen
Foto: KI generiertes Bild

Selbst ein Verkauf des Unternehmens sei grundsätzlich nicht ausgeschlossen. In einem Interview mit der "Financial Times" sagte Espinosa, für Hersteller von Nissans Größe werde es zunehmend schwieriger, "in diesem Umfeld relevant zu bleiben. Man muss offen und flexibel bleiben." Auf die Frage, ob Nissan eines Tages verkauft werden könnte, antwortete er wörtlich: "In dieser verrückten Welt kann alles passieren."

Milliardenverluste und umfangreiches Sparprogramm

Die Aussagen fallen in eine Phase tiefgreifender Umstrukturierungen. Nissan erwartet für das laufende Geschäftsjahr, das am 31.3.2026 endet, einen Nettoverlust von rund 4,2 Milliarden Dollar. Bereits im vorherigen Geschäftsjahr hatte der Hersteller ein Minus von etwa 4,5 Milliarden Dollar verbucht.

Um die Kosten zu senken und die Profitabilität wiederherzustellen, hat der Konzern ein umfangreiches Sparprogramm gestartet. Vorgesehen sind die Schließung mehrerer Werke sowie Einschnitte bei der Belegschaft. Insgesamt könnten weltweit rund 20.000 Arbeitsplätze wegfallen. Zudem sollen zwei Designstudios geschlossen werden. Der Umbau betrifft nicht nur die Kostenstruktur. Nissan arbeitet parallel an einer grundlegenden Erneuerung seines Modellprogramms, das in vielen Segmenten als überaltert gilt.

Gespräche mit Honda scheiterten

Eine mögliche engere Kooperation mit anderen Herstellern galt zeitweise als Option, um die Transformation zu erleichtern. Gespräche mit Honda über eine intensivere Zusammenarbeit wurden jedoch etwa ein Jahr zuvor beendet. Berichten zufolge kam es zum Abbruch der Verhandlungen, nachdem Honda vorgeschlagen hatte, im Falle einer engeren Kooperation wesentliche Führungspositionen im gemeinsamen Unternehmen zu übernehmen. Nissan interpretierte diesen Vorschlag als Versuch einer Übernahme und zog sich aus den Gesprächen zurück.

Auch die Allianz mit Renault hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Der französische Hersteller hat seine Beteiligung schrittweise reduziert. Aktuell hält Renault rund 35,71 Prozent an Nissan, davon etwa 17,05 Prozent direkt, während weitere 18,66 Prozent über eine französische Treuhandstruktur gehalten werden.

Schnellere Entwicklung neuer Modelle

Trotz der schwierigen Lage betont Nissan, den Turnaround aus eigener Kraft schaffen zu wollen. Ein zentraler Bestandteil des Sanierungsplans ist eine deutlich schnellere Entwicklung neuer Fahrzeuge. Künftig soll die Entwicklungszeit für komplett neue Modelle auf etwa 37 Monate verkürzt werden. Modellpflegen sollen bereits nach rund 30 Monaten umgesetzt werden können.

Ivan Espinosa
Nissan

Parallel arbeitet der Hersteller an einer Reihe neuer Fahrzeuge. Dazu zählen neue Generationen wichtiger Baureihen wie Micra, Leaf, Versa, Sentra, Elgrand oder Navara. In China bringt das Gemeinschaftsunternehmen Dongfeng Nissan zudem neue elektrifizierte Modelle wie die Limousinen N6 und N7 sowie den Plug-in-Hybrid-Pick-up Frontier Pro auf den Markt.

Darüber hinaus wird über die Rückkehr früherer Modellnamen diskutiert. In Branchenkreisen gelten unter anderem ein neuer Xterra sowie eine kommende Generation der Skyline-Limousine als mögliche Projekte.

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