Parkscheiben-Chaos in Europa: Das gilt bei den Nachbarn

Parkscheiben-Chaos in Europa
Das gilt bei den Nachbarn

ArtikeldatumVeröffentlicht am 02.02.2026
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Foto: Holger Wittich

In Ländern wie Deutschland, Österreich oder Dänemark gilt die Parkscheibe weiterhin als verpflichtender Nachweis der Ankunftszeit. Andere Staaten, etwa Spanien oder Polen, haben sie längst abgeschafft und setzen auf digitale Parktickets oder App-Systeme.

Deutschland

Die deutsche Parkscheibe ist seit 1981 genormt. Sie ist blau, misst 15 × 11 Zentimeter und besitzt ein weißes, drehbares Zifferblatt mit Stunden- und Halbstunden-Markierungen. Werbung auf der Vorderseite ist verboten. Autofahrer müssen die Ankunftszeit auf die nächste halbe Stunde aufrunden. Bußgelder liegen zwischen 20 und 40 Euro. Elektronische Parkscheiben sind erlaubt, wenn sie vom Kraftfahrt-Bundesamt genehmigt sind.

Österreich

In Österreich regelt die Kurzparkzonen-Überwachungsverordnung die Nutzung. Die analoge Parkscheibe zeigt Viertelstunden-Schritte, es wird also auf die nächste Viertelstunde gerundet. Deutsche Parkscheiben sind nicht gültig, da ihre Skalierung abweicht. Wer falsch parkt, zahlt zwischen 30 und 50 Euro, in Verwaltungsverfahren bis zu 726 Euro. Elektronische Parkscheiben sind nicht zugelassen.

Schweiz

In der Schweiz gilt die blaue Parkscheibe in den sogenannten "Blauen Zonen". Sie misst mindestens 11 × 15 Zentimeter, hat eine halbstündige Skala und muss auf die nächste halbe Stunde eingestellt werden. Deutsche Parkscheiben werden anerkannt. Das Verwarnungsgeld beträgt 40 Franken (etwa 37 Euro). Elektronische Varianten sind erlaubt, wenn sie nach dem Abstellen des Fahrzeugs nicht automatisch weiterlaufen.

Frankreich

Frankreich verwendet den "Disque de stationnement". Die quadratische, blau-weiße Pappscheibe (15 × 15 Zentimeter) zeigt ausschließlich die Ankunftszeit. Die Skala ist halbstündig, elektronische Modelle sind verboten. Nur französische Scheiben sind gültig. Bei Verstößen drohen 17 bis 35 Euro Strafe.

Dänemark

Die dänische "P-skive" wird in vielen Städten verwendet und arbeitet im Viertelstunden-Takt. Wer um 14:07 Uhr parkt, stellt die Scheibe auf 14:15 Uhr. Die klassische Kunststoffausführung ist weit verbreitet, daneben sind elektronische Varianten erlaubt. Deutsche Parkscheiben werden toleriert, wenn Sie auf die nächste halbe Stunde gestellt sind. Verstöße kosten rund 510 dänische Kronen (etwa 68 Euro).

Italien

In Italien wird die Parkscheibe "Disco orario" genannt. Es gibt kein landesweit einheitliches Design – meist sind es blaue oder weiß-blaue, runde oder rechteckige Scheiben aus Karton oder Kunststoff mit der Aufschrift "ora di arrivo". Je nach Gemeinde wird auf halbe oder Viertelstunden gerundet. Deutsche Scheiben sind nicht gültig. Bußgelder liegen zwischen 25 und 50 Euro. Elektronische Ausführungen sind nicht erlaubt.

Niederlande

In den Niederlanden ist die "parkeerschijf" in den blauen Zonen vorgeschrieben. Sie ist blau-weiß, meist rechteckig oder quadratisch, und zeigt die Ankunftszeit auf halbstündiger Skala. Deutsche Parkscheiben werden akzeptiert. Elektronische Varianten sind selten, aber nicht verboten. Bei Verstößen werden rund 110 Euro fällig.

Belgien

Belgien verwendet eine blau-weiße Scheibe mit mehrsprachiger Beschriftung auf Französisch, Niederländisch und Deutsch. Die Skala zeigt halbe Stunden, die Ankunftszeit wird aufgerundet. Deutsche Parkscheiben ohne Mehrsprachigkeit gelten oft als ungültig. Bußgelder liegen bei etwa 25 Euro. Elektronische Varianten sind nicht zugelassen.

Länder ohne Parkscheibenpflicht

In Spanien, Polen, Schweden, Tschechien, Ungarn und Portugal gibt es keine landesweite Parkscheibenregelung. Zeitlich begrenztes Parken erfolgt dort über Automaten, Tickets oder Apps. Klassische oder elektronische Parkscheiben sind nicht vorgesehen. Verstöße gegen Parkregeln können Bußgelder zwischen 100 und 200 Euro nach sich ziehen.

Fazit