Rückruf Mercedes Citan und T-Klasse: Kupplungsdefekt kann Antrieb lahmlegen

Rückruf Mercedes Citan und T-Klasse
Kupplungsdefekt kann Antrieb lahmlegen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 31.03.2026
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Betroffen sind die Hochdachkombis Citan und T-Klasse aus dem Produktionszeitraum vom 16. Mai 2024 bis zum 23. Januar 2025. Grund ist ein Problem in der Kupplung, das im ungünstigsten Fall dazu führen kann, dass sich der Kraftfluss zwischen Motor und Getriebe nicht mehr unterbrechen lässt. Nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) handelt es sich um einen sicherheitsrelevanten Defekt. Im Extremfall droht ein Verlust der Antriebsfunktion.

Druckplatte außerhalb der Spezifikation

Im Fokus steht die Kupplungsdruckplatte, ein zentrales Bauteil der Kupplung. Sie sorgt dafür, dass die Kupplungsscheibe mit definierter Kraft gegen das Schwungrad gepresst wird und so den Kraftschluss herstellt. Betätigt der Fahrer das Kupplungspedal, reduziert sich dieser Druck – die Verbindung wird gelöst.

Genau hier liegt das Problem. In den betroffenen Fahrzeugen wurde laut KBA eine Druckplatte verbaut, die nicht den vorgesehenen Spezifikationen entspricht. Das kann dazu führen, dass die Kupplung nicht mehr sauber trennt. Im ungünstigsten Fall bleibt der Kraftschluss bestehen, obwohl der Fahrer auskuppelt.

Die Folgen gehen über reine Komforteinbußen hinaus. Wenn sich die Kupplung nicht vollständig lösen lässt, werden Gangwechsel erschwert oder unmöglich. Gleichzeitig kann das Fahrzeug beim Anhalten abgewürgt werden.

In dynamischen Fahrsituationen kann das besonders kritisch sein. Wenn sich kein Gang mehr einlegen lässt oder die Kraftübertragung unterbrochen wird, kann es zu einem plötzlichen Antriebsverlust kommen. Das beeinträchtigt die Kontrolle über das Fahrzeug unmittelbar und stellt ein relevantes Sicherheitsrisiko dar.

Austausch der kompletten Kupplung

Die Lösung fällt entsprechend konsequent aus. Mercedes ersetzt in den betroffenen Fahrzeugen die komplette Kupplung. Eine Teilreparatur ist technisch nicht sinnvoll, da die Druckplatte integraler Bestandteil des Systems ist. Der Eingriff ist vergleichsweise aufwendig, weil dafür Arbeiten am Getriebe notwendig sind. Für die Halter entstehen jedoch keine Kosten.

Weltweit umfasst der Rückruf 4.235 Fahrzeuge, davon 1.686 in Deutschland. Die Aktion läuft unter dem Rückrufcode 2590002 und wird vom Kraftfahrt-Bundesamt unter der Referenznummer 16232R überwacht. Bislang sind keine Sach- oder Personenschäden im Zusammenhang mit dem Defekt bekannt.

Fazit