Zwar verzichtet der Vorstand offiziell auf einen Teil seiner Vergütung. Doch selbst nach diesem Abschlag bleiben die Bonuszahlungen hoch. Besonders auffällig sind dabei die Zahlungen an zwei Manager: den aktuellen Konzernchef Oliver Blume und seinen Vorgänger Herbert Diess. Während Blume als amtierender Vorstandsvorsitzender weiterhin Bonuszahlungen erhält, kassiert auch Diess Jahre nach seinem Ausscheiden noch Millionen aus früheren Bonusprogrammen.
Das bekommen die Vorstände an Boni 2025
Im Zuge des Sparprogramms "Zukunft Volkswagen" erklärte der Vorstand, freiwillig auf einen Teil seiner Vergütung zu verzichten. Der Abschlag beträgt elf Prozent der Barvergütung. Dazu zählen Grundgehalt, Jahresbonus und ausgezahlte langfristige Bonusprogramme.
Allein die Jahresboni der aktiven Vorstände summieren sich damit auf rund 14,45 Millionen Euro.
Wie die Boni berechnet werden
Der Bonus der Volkswagen-Vorstände orientiert sich offiziell an zwei Kennzahlen:
- Netto-Cashflow im Automobilgeschäft
- operative Umsatzrendite
Beide Faktoren gehen jeweils zur Hälfte in die Berechnung ein.
Im Jahr 2025 entwickelte sich die operative Rendite deutlich schlechter als geplant. Sie fiel auf 2,8 Prozent und lag damit unter dem festgelegten Schwellenwert. Dieser Teil der Bonusformel brachte daher null Prozent Zielerreichung.
Der Cashflow hingegen entwickelte sich deutlich besser. Der Netto-Cashflow im Automobilbereich lag bei 6,4 Milliarden Euro und übertraf den Zielwert deutlich. Für diese Kennzahl wurde deshalb eine Zielerreichung von 175 Prozent angesetzt. Zusätzlich erhöht ein Nachhaltigkeitsfaktor den Bonus. Dieser sogenannte ESG-Faktor lag für 2025 bei 1,30.
Kritik am Bonusmodell
Kritiker bemängeln seit Jahren, dass dieses System zu Ergebnissen führt, die mit der tatsächlichen wirtschaftlichen Lage wenig zu tun haben. Der entscheidende Punkt ist der Cashflow. Dieser kann kurzfristig stark schwanken, etwa durch verschobene Investitionen oder geringere Lagerbestände. Gleichzeitig sagt er wenig über die langfristige Ertragskraft eines Unternehmens aus.
Im Fall von Volkswagen führte genau dieser Effekt dazu, dass der Cashflow die schwache Rendite teilweise ausglich. Obwohl die Profitabilität des Konzerns deutlich eingebrochen ist, blieb ein erheblicher Teil der Bonuszahlungen erhalten.
Millionen für Ex-Chef Herbert Diess
Besonders ins Auge fallen die Zahlungen an den früheren Vorstandsvorsitzenden Herbert Diess. Er erhält auch Jahre nach seinem Ausscheiden weiterhin hohe Vergütungen aus langfristigen Bonusprogrammen. Die Gesamtvergütung von Diess lag damit bei rund 7,93 Millionen Euro.
Diese Zahlungen stammen aus Bonusprogrammen, die über mehrere Jahre laufen und erst später ausgezahlt werden. Kritiker sehen gerade die Strategie aus der Zeit von Diess als Ursache für einen Teil der aktuellen Probleme bei Volkswagen. Der frühere Konzernchef setzte stark auf Elektromobilität und große Softwareprojekte. Mehrere dieser Programme entwickelten sich später zu kostspieligen Baustellen. Verzögerungen bei der Software und hohe Investitionen belasten den Konzern bis heute.
Auch Blume steht zunehmend in der Kritik
Auch der heutige Konzernchef Oliver Blume steht inzwischen stärker im Fokus. Bis Ende 2025 führte er Volkswagen und Porsche gleichzeitig. Diese Doppelrolle endete erst zum 31.12.2025.
In dieser Phase verschlechterte sich die wirtschaftliche Lage bei Porsche deutlich. Absatz und Gewinne gingen zurück, die Margen gerieten unter Druck. Kritiker sehen darin ein Zeichen dafür, dass die Doppelrolle die Führung beider Unternehmen erschwert haben könnte. Blume konzentriert sich seit Anfang 2026 ausschließlich auf Volkswagen.





