Nach Angaben der Gewerkschaft reagieren die Beschäftigten damit auf den bisherigen Stand der Tarifverhandlungen. Der Arbeitskampf ist als mehrtägige Aktionswoche angelegt. Autofahrer müssen regional mit Verzögerungen, reduzierten Dienstleistungen und temporären Spurensperrungen rechnen. Besonders sensibel sind Streiks in Leitzentralen, da hier Tunnelanlagen und Verkehrsleitsysteme gesteuert werden.
Betroffene Regionen und Anlagen
Nach Angaben der Gewerkschaft sind im Verlauf der Woche unter anderem folgende Standorte und Abschnitte betroffen:
- Mittwoch (18.2.)
Autobahnmeistereien im gesamten Bundesgebiet, unter anderem im Raum Göttingen, Braunschweig, Bremen und Hannover, im Raum München mit Rosenheim und Siegsdorf, im Raum Freiburg mit Rottweil und Efringen Kirchen, in Nordrhein-Westfalen mit Duisburg, Wünnenberg und Gelsenkirchen, in Thüringen rund um Erfurt sowie in Sachsen-Anhalt bei Weißenfels - Donnerstag (19.2.)
Tunnelleitzentralen unter anderem für die Tunnel Rennsteig, Hochwald, Alte Burg und Berg Bock an der A 71 sowie der Emstunnel an der A 31 bei Leer - Freitag und Montag (20.2. und 23.2.)
Streikaufruf für die Leitzentrale des Hamburger Elbtunnel. Dort ist jeweils eine Fahrspur pro Richtung gesperrt. Zusätzlich sind Verkehrszentralen in Nordrhein-Westfalen betroffen, darunter Leverkusen.
Durch den Streik in Tunnelleitzentralen kann es zu vorsorglichen Spurensperrungen kommen. Tunnel unterliegen besonderen Sicherheitsanforderungen, weshalb Personalengpässe direkte Auswirkungen auf die Verkehrsführung haben können. Ob es im Anschluss an die Streikwoche weitere Arbeitskampfmaßnahmen gibt, ist derzeit offen.
Auswirkungen auf den Verkehr
Die Autobahn GmbH weist darauf hin, dass Dienstleistungen eingeschränkt, verzögert oder zeitweise nicht verfügbar sein können. Dazu gehören unter anderem Absicherungsmaßnahmen bei Pannen oder Baustellen sowie die Steuerung von Verkehrszeichenanlagen.
Vor allem im Umfeld stark frequentierter Abschnitte wie dem Hamburger Elbtunnel ist mit erhöhtem Verkehrsaufkommen und längeren Wartezeiten zu rechnen. Regionale Umleitungen können kurzfristig eingerichtet werden.
Hintergrund der Tarifauseinandersetzung
In der laufenden Tarifrunde fordert ver.di für die rund 14.000 Beschäftigten der Autobahn GmbH sieben Prozent (7 %) mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich zusätzlich. Die Gewerkschaft spricht von einem nicht akzeptablen Verhandlungsstand. Bereits in den vergangenen Wochen hatte es punktuelle Aktionen gegeben.
Für den Beginn der Streikwoche waren sogenannte Pausenaktionen in den zehn Niederlassungen sowie in der Bundeszentrale angekündigt. Im weiteren Verlauf weitete sich der Arbeitskampf auf operative Bereiche aus.
Die Autobahn GmbH des Bundes ist seit 2021 für Planung, Bau, Betrieb und Erhaltung der Bundesautobahnen zuständig. Mit rund 14.000 Beschäftigten zählt sie zu den größeren öffentlichen Infrastrukturbetreibern. Tarifauseinandersetzungen in diesem Bereich wirken sich unmittelbar auf den Straßenverkehr aus, da viele Betriebsabläufe personalgebunden sind.





