Nach Auswertungen des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung lag der Anstieg bei knapp zehn Cent pro Liter. Jedoch rechtfertigt der gestiegene CO₂-Preis allein nur einen Aufschlag von maximal 2,8 Cent je Liter Benzin und 3,2 Cent je Liter Diesel, jeweils inklusive Mehrwertsteuer. Damit lasse sich nur rund ein Drittel des beobachteten Preissprungs erklären. Grundlage ist der Vergleich mit dem Vorjahr, als ein Festpreis von 55 Euro pro Tonne CO₂ galt.
Auch der ADAC bestätigt den deutlichen Preisanstieg. Demnach lag der Durchschnittspreis für Diesel im Januar um 9,4 Cent pro Liter höher als im Dezember. Bei Super E10 betrug der Anstieg im Mittel 8,6 Cent pro Liter.
Bereinigte Analyse zeigt deutliche Differenz
Parallel zum Jahreswechsel war auch der Rohölpreis der Sorte Brent zeitweise um rund zehn US-Dollar pro Barrel gestiegen. Das RWI hat diesen Effekt sowie Wechselkursschwankungen rechnerisch berücksichtigt.
Nach dieser Bereinigung verbleibt weiterhin ein spürbarer Aufschlag. Für Diesel lag der bereinigte Preis im Januar 2026 noch um 7,4 Cent pro Liter über dem Dezemberniveau. Bei Super E10 ergab sich ein Plus von 6,5 Cent pro Liter. Aus Sicht der Forscher deutet dies darauf hin, dass neben CO₂-Preis und Rohölentwicklung weitere Faktoren auf die Endkundenpreise gewirkt haben. Über diese 7 Faktoren hatte www.auto-motor-und-sport.de berichtet.
Systemwechsel bei der CO₂-Bepreisung
Zum 1. Januar 2026 wurde das bisherige Festpreissystem durch ein Auktionsmodell ersetzt. Der CO₂-Preis soll sich nun grundsätzlich am Markt bilden, allerdings innerhalb eines gesetzlich definierten Korridors von 55 bis 65 Euro pro Tonne.
Die regulären Versteigerungen beginnen jedoch erst am 1. Juli 2026. In der Übergangsphase sei daher unklar, welcher konkrete CO₂-Preis aktuell in die Kraftstoffpreise eingerechnet werde. Manuel Frondel, Leiter des Kompetenzbereichs Umwelt und Ressourcen am RWI, erklärte: "Die Frage, welcher CO₂-Preis aktuell tatsächlich eingepreist wird, ist völlig unklar, da die offiziellen Versteigerungen erst am 1. Juli 2026 beginnen."
Forderung nach mehr Transparenz
Das Forscherteam spricht sich für eine transparentere Informationspolitik aus. Ohne nachvollziehbare Darstellung der Preisbestandteile könne die Akzeptanz der CO₂-Bepreisung leiden. RWI-Ökonom Patrick Thiel betonte: "Die Bevölkerung hat ein Recht zu erfahren, wie sich die Preise an der Zapfsäule zusammensetzen."
Um ein wenig die Kraftstoffkosten für die Urlaubsreise oder den Ausflug zu minimieren, sollten Autofahrer nach Möglichkeit die Schwankungen der Kraftstoffpreise im Tagesverlauf nutzen. Für eine aktuelle Übersicht bietet sich unsere kostenlose Spritpreis-App "mehr tanken" (Google Play-Store oder Apple App-Store) an, die die aktuellen Kraftstoffpreise, eine Preis-Prognose und günstige Tankstellen in der Nähe anzeigt. Dort finden auch E-Auto-Fahrer Ladepunkte und deren Preise.












