Besonders betroffen sind Straßenmeistereien, die für Räum- und Streudienste zuständig sind. Autofahrer müssen sich regional auf eingeschränkten Winterdienst, Sperrungen sowie längere Fahrzeiten einstellen.
Nach Angaben von ver.di sind Beschäftigte der Straßenmeistereien landesweit zum Ausstand aufgerufen. Zwar wurden Notdienstvereinbarungen getroffen, diese decken jedoch vor allem Bundes- und wichtige Landesstraßen ab. Neben der angespannten Witterungslage führt das zu einer erhöhten Unsicherheit im Verkehrsfluss, insbesondere auf Nebenstrecken, Brücken und in Tunnelbereichen.
Winterdienst nur eingeschränkt verfügbar
Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr weist darauf hin, dass trotz Notdienst nicht alle Straßen in gewohnter Qualität geräumt und gestreut werden können. "Je nach Witterung kann es zu erheblichen Beeinträchtigungen im Straßenverkehr kommen", erklärte die Behörde. Autofahrern wird geraten, Fahrten kritisch zu prüfen und auf nicht notwendige Wege möglichst zu verzichten.
Auch der dbb (Deutsche Beamtenbund und Tarifunion) sieht den Winterdienst zwar grundsätzlich abgesichert, rechnet jedoch mit Einschränkungen. Der niedersächsische Landesvorsitzende Alexander Zimbehl sagte, Ziel sei es, Gefährdungen zu vermeiden. "Streik muss wehtun, aber Streik darf bitte nicht körperlich wehtun", so Zimbehl laut NDR.
Tunnel und Brücken zeitweise gesperrt
Zusätzlich zum eingeschränkten Winterdienst kommt es streikbedingt zu Sperrungen und Verkehrsregelungen an mehreren neuralgischen Punkten. Davon betroffen sind sowohl überregionale Verbindungen als auch lokal wichtige Bauwerke. Autofahrer müssen sich auf Umleitungen und Temporeduzierungen einstellen.
Betroffene Verkehrsverbindungen
- Schwingeklappbrücke Stade auf der L111
- Jann-Berghaus-Brücke in Leer, freigegeben nur für Fußgänger und Radfahrer
- Wesertunnel im Landkreis Wesermarsch auf der B437 mit einspuriger Verkehrsführung und Tempo 60 km/h
- Tunnel Bovenden im Landkreis Göttingen auf der B3
- Butterbergtunnel im Landkreis Göttingen auf der B241
- Hasselkopftunnel im Landkreis Goslar auf der B4/242
Ein Teil der Sperrungen gilt ausschließlich am aktuellen Streiktag, andere bleiben auch am Folgetag bestehen.
Zusätzliche Risiken durch Glätte und Eisregen
Die Verkehrslage wird durch die Wetterbedingungen weiter verschärft. Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Glatteis durch überfrierende Nässe, insbesondere in Teilen Niedersachsens bis in die nördliche Landesmitte. In mehreren Regionen kommt es zu Eisregen und Schneefall, was die Wirksamkeit des ohnehin reduzierten Winterdienstes weiter einschränkt.
Auch angrenzende Regionen wie Bremen berichten von spiegelglatten Straßen und möglichen Beeinträchtigungen im öffentlichen Verkehr. Vereiste Oberleitungen und Straßen führen dort zu Verspätungen und Ausfällen, wie Verkehrsbetriebe mitteilten.





