Warum Luxus-Plug-in-Hybride kaum elektrisch fahren und die von Porsche praktisch nie

Plug-in-Hybride und ihre reale Nutzung
Warum Luxus-PHEVs kaum elektrisch fahren

ArtikeldatumVeröffentlicht am 23.02.2026
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Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid
Foto: Porsche

Die Grundlage der Analyse bilden Daten von 981.000 Fahrzeugen und 1.436 Modellvarianten aus den Jahren 2021 bis 2023. Diese Daten wurden durch das OBFCM-System erfasst, das den Kraftstoffverbrauch und die elektrische Nutzung während des normalen Fahrbetriebs misst. Anders als Laborwerte oder Simulationen spiegeln diese Daten die tatsächliche Nutzung im Alltag wider. Die hohe Fallzahl und die Bandbreite der einbezogenen Modelle ermöglichen belastbare Aussagen über das Nutzungsverhalten von PHEVs in Europa.

Porsche als Extrembeispiel

Die Studie zeigt, dass der elektrische Fahranteil bei Porsche-Modellen besonders gering ist. Bei 94 ausgewerteten Modellvarianten mit insgesamt 11.307 Fahrzeugen lag der durchschnittliche elektrische Energieanteil bei nur 0,8 Prozent. Der Median, also der mittlere Wert, betrug sogar 0 Prozent. Das bedeutet, dass mindestens die Hälfte der Fahrzeuge keinen messbaren elektrischen Fahranteil aufwies. Im Durchschnitt wurden lediglich sieben Kilowattstunden Strom geladen, was im Verhältnis zur Gesamtlaufleistung von 27.000 Kilometern einen verschwindend geringen Anteil darstellt.

Unterschiede zwischen Fahrzeugsegmenten

Die Analyse zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Fahrzeugsegmenten. Während kompaktere Modelle einen höheren elektrischen Fahranteil aufweisen, sinkt dieser bei schweren, leistungsstarken Oberklasse- und Performance-Modellen deutlich. Dies liegt unter anderem an der geringeren Effizienz und der höheren Leistung dieser Fahrzeuge, die oft nicht auf maximale elektrische Nutzung ausgelegt sind.

Reale Nutzung vs. WLTP-Werte

Ein wesentlicher Unterschied zeigt sich zwischen den realen Nutzungsdaten und den offiziellen WLTP-Werten. Während der WLTP-Testzyklus einen hohen elektrischen Fahranteil annimmt, zeigt die Praxis ein anderes Bild. Im Durchschnitt werden nur 27 bis 31 Prozent der Strecke tatsächlich elektrisch zurückgelegt. Der reale Kraftstoffverbrauch liegt mit 5,9 Litern pro 100 Kilometer fast viermal so hoch wie die typischen WLTP-Angaben von 1,5 Litern.

Gründe für die geringe elektrische Nutzung

Die geringe elektrische Nutzung bei Porsche-Modellen lässt sich auf mehrere Faktoren zurückführen. Zum einen sind diese Fahrzeuge oft als Dienstwagen im Einsatz, wo die Nutzer weniger Anreiz haben, elektrisch zu fahren. Zum anderen spielt das Kundenprofil eine Rolle: Käufer von Performance-Modellen legen häufig mehr Wert auf Leistung als auf Effizienz. Schließlich ist auch die geringe elektrische Reichweite ein limitierender Faktor.

Auswirkungen auf die Umweltbilanz

Die geringe elektrische Nutzung von PHEVs hat direkte Auswirkungen auf die Umweltbilanz. Die CO₂-Emissionen liegen in der Praxis deutlich höher als in den offiziellen Angaben. Laut einer EU-Studie sind die realen CO₂-Emissionen von PHEVs im Durchschnitt 3,5-mal höher als die Laborwerte. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, die Annahmen im WLTP-Testzyklus zu überarbeiten und die tatsächliche Nutzung stärker zu berücksichtigen.

Fazit