DTM - Norisring 2019 - Rennen Wilhelm

Stadt Nürnberg erteilt Absage

Keine DTM auf dem Norisring 2020

Kurz nach Veröffentlichung des neuen Rennkalenders muss die DTM einen weiteren Rückschlag verkraften. Die Stadt Nürnberg genehmigt die beiden Läufe am Dutzendteich nicht. Deshalb startet die DTM erst im August in Spa-Francorchamps in die neue Saison.

Es passt ins Bild der letzten Monate und Jahre. Egal, wie sehr sich die DTM auch müht, sie muss immer wieder neue Rückschläge verkraften. Die Hersteller springen ihr davon. Und auch den neuen Rennkalender, den die DTM erst am Mittwoch vorgestellt hatte, kann die Tourenwagenserie nicht wie geplant durchziehen.

Einen Tag nach der Veröffentlichung durchkreuzte die Stadt Nürnberg die Pläne für den Saisonstart. Aufgrund der in der Coronakrise geltenden Infektionsschutz-Verordnung und des Verbots von Großveranstaltungen könne man der DTM-Veranstaltung vom 10. bis 12. Juli am Norisring keine Genehmigung erteilen, heißt es in einer Mitteilung. Nach wie vor gelte, dass Großveranstaltungen bis 31. August verboten seien.

In der Aussage der Stadt Nürnberg heißt es weiter: "Angesichts der nach wie vor bestehenden Pandemiesituation ist davon auszugehen, dass die entsprechenden Verbote auch am vorgesehenen Renntermin Bestand haben werden. Als zuständige Kreisverwaltungsbehörde kommen wir nach Prüfung zu dem Ergebnis, dass diese Veranstaltung auch als "Geisterrennen" aus infektionsschutzrechtlichen Gründen nicht genehmigungsfähig ist und wir eine Ausnahmegenehmigung nach heutigem Stand nicht erteilen können."

DTM - Norisring 2019 - Rennen
Wilhelm
In diesem Jahr wird es keine DTM-Rennen am Norisring geben.

Unerwartete Abfuhr

Keine Rennveranstaltung am Norisring 2020: Das schmerzt die DTM besonders. Der 2,3 Kilometer kurze Stadtkurs gehört zum Inventar der Rennserie. Der Norisring ist der Klassiker der DTM. Ein bisschen vergleichbar mit Monte Carlo für die Formel 1.

Ein Saisonstart am Norisring hätte deshalb besondere Strahlkraft gehabt. Und der DTM endlich mal wieder positive Schlagzeilen beschert. Serienboss Gerhard Berger und seine Mitstreiter waren optimistisch, dass das Sternchen über dem Event mit dem Verweis auf die ausstehende Behördengenehmigung bald verschwinden werde. Dass man die beiden Läufe wie geplant veranstalten könne.

Die DTM war davon überzeugt, dass das vorgelegte Hygienekonzept ausreichend sei, um die Freigabe der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde zu erhalten. Zumal es dem Vernehmen nach auch positive Signale vom Motorsport Club Nürnberg gegeben hatte. Dieser ist zuständig für den Aufbau der Rennstrecke rund um den Dutzendteich. Mit einer Abfuhr hatten die beiden Partner nicht gerechnet. Sonst hätte man den Norisring gleich aus dem Kalender gestrichen.

Rene Rast - Audi - Markus Söder - DTM - Norisring 2019
Wilhelm
Bayerns Ministerpräsident Söder (Mitte) besuchte im Vorjahr das Norisring-Rennen.

DTM erst 2021 wieder am Norisring

Viele werden sich fragen, warum die Fußball-Bundesliga eine Freigabe für ihre Spiele ohne Fans erhält, und die DTM am Norisring nicht. Der 1. FC Nürnberg trägt seine Heimspiele in der 2. Bundesliga auf demselben Gelände aus. Das Hygienekonzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) sieht vor, dass an einem Spieltag maximal 300 Personen gleichzeitig auf dem Stadiongelände sein dürfen. So und mit dem ausgearbeiteten Hygienekonzept umgeht man die Sperre gegen Großveranstaltungen.

Bei einem Geisterrennen ohne Zuschauer wird die Personenzahl an der Rennstrecke in der DTM zwischen 500 und 1.000 liegen. Weniger ist nicht möglich, um einen geregelten Betrieb zu garantieren. Trotzdem sah sich die DTM auf der sicheren Seite. Warum auch nicht? Wenn ein schlüssiges Konzept vorliegt, kann die Infektionsgefahr auch bei dieser Anzahl sehr gering gehalten werden. Zumal ins Fahrerlager sowieso nur Zutritt hat, wer einen negativen Testbefund auf das Coronavirus hat.

Das Infektionsschutzkonzept der DTM baut dem Vernehmen nach auf denselben Bausteinen auf wie in der Formel 1. Kontakte zwischen den Fahrern und den Teams sollen auf ein Minimum beschränkt werden. Deshalb leben die Hersteller Audi und BMW und ihre Einsatzteams an der Rennstrecke in sogenannten Blasen – abgeschottet vom jeweils anderen.

Das war der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde offenbar nicht genug. Deshalb muss die DTM ihren Saisonstart verlegen. Der Norisring fällt flach. Es geht erst am ersten August-Wochenende wieder los. Dann ist die DTM erstmals seit 2005 wieder in Spa-Francorchamps unterwegs. Ein Ersatzrennen für den Norisring soll es nicht geben. Das bedeutet, dass die DTM Stand heute neun Rennwochenenden zwischen August und November abhält.

Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König erklärt: "Wir bedauern diese Situation und freuen uns auf eine Neuauflage des traditionsreichen Norisringrennens im nächsten Jahr!" Der Termin steht bereits fest. Die DTM soll ihren Klassiker vom 2. bis 4. Juli 2021 austragen – sollte es die Rennserie dann noch geben. Die Motorsportwelt hofft es jedenfalls.

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