02/2022, E.C.D. Land Rover Defender 110 mit Tesla-Antrieb E.C.D. Automotive Design
East Coast Defender Land Rover mit Tesla-Elektroantrieb
02/2022, E.C.D. Land Rover Defender 110 mit Tesla-Antrieb
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Land Rover Defender mit Elektroantrieb: Tesla-Power im Klassik-Landy

Land Rover Defender mit Elektroantrieb Tesla-Power im Klassik-Landy

US-Tuner E.C.D. baut klassische Land Rover Defender mit Technik von Tesla zu Elektroautos um. Nun ist das erste Projektfahrzeug fertig. Es kommt edel daher.

Der klassische Land Rover Defender ist seit Januar 2016 mausetot, die Produktion eingestellt, der moderne Nachfolger seit geraumer Zeit auf dem Markt. Das ändert nichts an der weiterhin großen Fan-Base, die dem kantigen Original die Treue hält. In den USA, wo der Defender lange Jahre nicht als Neuwagen verfügbar war, ist der Kult um den Kasten ebenfalls enorm.

East Coast Defenders aus Florida, inzwischen umfirmiert zu "E.C.D. Automotive Design", hat sich in der Vergangenheit vor allem mit Defender-Umbauten auf fette V8-Motoren einen Namen gemacht. Nun wollen die Tuner aus Kissimmee im US-Bundesstaat Florida allerdings weg vom Fossil-Sprit und elektrisch in die Neuzeit starten. Dafür arbeiten die Amerikaner mit dem britischen Unternehmen Electric Classic Cars (ECC) zusammen, das für den Antrieb zuständig ist und auf Elektro-Umbauten klassischer Fahrzeuge spezialisiert ist.

Die Technik stammt von Tesla

Angekündigt haben die Amerikaner den Umbau des klassischen Defender zum E-Offroader mit Tesla-Technik im April 2020. Als technische Blaupause dient die bereits im vergangenen Frühjahr erfolgte Elektro-Metamorphose eines klassischen Range Rover: Der von ECC zur Verfügung gestellte E-Antrieb stammt inklusive Batterien ursprünglich vom US-Konzern Tesla. E.C.D. flanscht einen Tesla-Elektromotor direkt an das Verteilergetriebe an; der permanente Allradantrieb und die per Kardanwelle angetriebenen Starrachsen bleiben also erhalten. Die Tesla-Batterien werden je zur Hälfte in die vorderen und hinteren Abschnitte des Leiterrahmens integriert.

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Strom statt V8: E.C.D. aus Florida baut Tesla-Technik in den Defender ein.

Über technische Details verliert E.C.D. nur wenige Worte. Die Amerikaner nennen zum jetzigen Zeitpunkt lediglich Eckdaten zur Motorleistung (456 PS) und Akku-Kapazität (100 Kilowattstunden) sowie zu Fahrwerten (0 auf 100 km/h in rund fünf Sekunden), Ladezeit (ungefähr fünf Stunden) und zur Reichweite (gut 350 Kilometer). Fahrwerksseitig installiert E.C.D. ein hauseigenes System mit Luftfederung. Verstärkte Achsen mit Differenzialsperren und verbesserte Bremsen aus dem Brembo-Regal wandern auf Wunsch ebenfalls ins Auto. Das ergibt Sinn, wenn es sich wie bei den beiden ersten auf E-Antrieb umgebauten Defendern um 25 Jahre alte, aus Großbritannien in die USA verschiffte Basisfahrzeuge handelt.

Project Britton mit Porsche-Leder

Auskunftsfreudiger ist die Truppe aus Florida in Bezug auf jene Luxus-Restomod-Maßnahmen, die sie sonst auch ihren Defender-Umbauten mit Verbrennungsmotor angedeihen lässt. Der Project Britton (siehe Fotos) kommt im dezenten "Cool Khaki Grey" mit Glanz-Finish sowie alpinweißem Dach daher. Der Front verpasst E.C.D. einen Grill im Heritage-Look und eine Stoßstange mit Kuhfänger, LED-Zusatzleuchten und Warn-Seilwinde. Seitlich fallen die Trittbretter mit silberfarbenen Einlagen und die Felgen vom Typ Kahn Mondial samt grobstolliger BF Goodrich Rugged Trail T/A-Bereifung auf. Am Heck gibt es eine schwenkbare Reserverad-Halterung, eine Einstiegshilfe, zwei Arbeitsleuchten von Hella und eine Leiter, die das Beladen des Dachgepäckträgers erleichtert. Vor diesem befindet sich ein Sonnendach aus Land Rovers Original-Zubehörprogramm.

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Die Lackfarbe des E.C.D. Defender Project Britton schimmert zwar hellblau, heißt aber "Cool Khaki Grey".

Im Interieur des 2+2+2-sitzigen Defender 110 entdecken wir Markenfremdes: Das Nappaleder in Sand und Schwarz stammt von Porsche. Die beheizten und klimatisierten Sitze in den beiden vorderen Reihen liefert Spezialist Recaro zu. Gelenkt wird mit einem Evander-Holzvolant, die an den neuen Antrieb angepassten Instrumente lässt E.C.D. nach eigenen Vorgaben fertigen. Das Infotainment-System stammt von Alpine, die Soundanlage ist eine Kombination aus Infinity-Lautsprechern und einem JL-Subwoofer. Ein WLAN-Hotspot, mehrere USB-Anschlüsse und kabellose Lademöglichkeiten für Smartphones katapultieren den klassischen Defender ebenso ins digitale Zeitalter wie der nachgerüstete Totwinkel-Warner, nach vorn und hinten ausgerichtete Kameras und die Parkpiepser hinten. Eine Fond-Klimaanlage erhöht zudem den Komfort. Das Gepäckabteil ist mit Teakholz ausgekleidet und beinhaltet eine Staubox aus demselben Material mit ledergepolstertem Deckel.

Etwas abgespeckter Project Morpheus

Der zweite auf E-Antrieb umgebaute Defender hört auf den Namen Morpheus und trägt ein kräftigeres Blau sowie ein weißes Dach. Es kommen ebenfalls Kahn-Felgen und BF-Goodrich-Reifen zum Einsatz, allerdings die Modelle 1983 in 18 Zoll sowie die Allwetterreifen Long Trail T/A. Das Front-Design bestimmt der schwarze Gittergrill, während schwarze und gummierte Seitenleisten den Einstieg erleichtern und zwei LED-Leuchten den Bereich hinter dem Auto illuminieren. Dach- und heckseitig weist der Morpheus ansonsten die Britton-Konfiguration auf – mit dem Unterschied, dass vorne am Dachgepäckträger vier LED-Zusatzleuchten sitzen.

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Jeder E.C.D.-Umbau - egal ob mit V8-Herz oder Elektroantrieb - wird in Handarbeit umgesetzt.

Auch der Morpheus ist innen natürlich großflächig mit Leder ausgekleidet, wenn auch ausschließlich in dunkler Farbgebung samt kontrastierender Ziernähte. Während Lenkrad und Instrumente mit jenen des Britton-Defenders übereinstimmen, spendiert E.C.D. hier ein Kenwood-Bluetooth-Infotainment-System mit Subwoofer aus demselben Hause und JL-Lautsprechern. In Sachen Konnektivität belässt es der Morpheus bei vier USB-Anschlüssen; alle vom Geschwistermodell bekannten Sicherheits- und Komfort-Merkmale sind aber auch hier an Bord.

Preis? Unbekannt!

Die Idee eines elektrisch angetriebenen Defender ist nicht neu, sogar Land Rover selbst hatte vor etlichen Jahren mit diesem Thema experimentiert. Auch der seit Jahren angekündigte Bollinger B1 verfolgt das identische Thema, ist bislang allerdings nach wie vor nicht als Serienmodell verfügbar – und wird so schnell auch nicht auf den Markt kommen. Preise nennt E.C.D. übrigens nur jenen Menschen, die glaubhaft mit einem Kaufinteresse an die Amerikaner herantreten.

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Fazit

Eine amerikanische Tuning-Firma baut alte Land Rover Defender-Modelle zu elektrisch angetriebenen Offroadern um. Die Technik der E-Geländewagen kommt von Tesla. Ansonsten weisen die Elektro-Varianten alle Annehmlichkeiten auf, die man aus dem Hause E.C.D. auch von jenen Defendern kennt, bei denen der Serien-Diesel einem US-V8-Benziner weicht.

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