09/2019, Bollinger B1 Bollinger Motors
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09/2019, Bollinger B1 12 Bilder

Bollinger B1 (2020)

Elektrischer Hardcore-Offroader

LA Auto Show 2017

Das Start-up-Unternehmen Bollinger Motors hat einen Hardcore-Geländewagen mit rein elektrischem Antrieb entwickelt. Nun zeigen die US-Amerikaner mit einem seriennahen Prototypen, wie der B1 aussehen wird.

Bollinger nennt den B1 den „leistungsfähigsten Sport Utility Truck der Welt“. Jeder Verbindungspunkt, jede Naht und jede Oberfläche des stark an den alten Land Rover Defender erinnernden Elektro-Geländewagen soll auf einen ganz bestimmten Zweck hin entwickelt worden sein.

Herausnehmbare Scheiben, Türen und Dachelemente

Tatsächlich verfügt der B1 über ein paar markante Eigenheiten. So sollen sich alle Fenster, Türen und Dachelemente einfach entfernen lassen können; letztere sind auf Wunsch aus Glas gefertigt. Im 1,96 Meter breiten, 1,85 Meter hohen und mit einem Radstand von 3,02 Meter gesegneten B1 finden bis zu vier Passagiere Platz. Oder zwei Passagiere und bis zu 3.200 Liter Ladung, wenn die hinteren Sitze verschwunden sind und der vordere Kofferraum genutzt wird. Außerdem verfügt der Bollinger über die praktische Eigenschaft, sperrige Gegenstände von ganz vorne nach ganz hinten durchladen zu können, also über die gesamte Länge von 4,35 Meter. Praktisch, wenn kein Motor im Weg ist und die Sitze einzeln verbaut sind.

09/2019, Bollinger B1
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Sperrige Gegenstände lassen sich von ganz vorne nach ganz hinten durchladen.

Angetrieben wird der Elektro-SUV von zwei jeweils an den Achsen montierten Elektromotoren, die über ein Zweigang-Getriebe und klassische Antriebswellen alle vier Räder antreiben. Die Systemleistung der beiden Motoren gibt der Hersteller mit 623 PS an, das Drehmoment soll sich auf 906 Newtonmeter addieren. Damit soll der kantige B1 Electric Truck in 4,5 Sekunden auf 60 mph (96,6 km/h) sprinten und im Bedarfsfall 161 km/h Topspeed erreichen.

120 kWh für bis zu 322 Kilometer

Inzwischen gibt Bollinger auch Daten zur im Fahrzeugboden untergebrachten Batterie des B1 bekannt. Die Akku-Kapazität soll bei 120 Kilowattstunden liegen, was eine Reichweite von 322 Kilometern ermöglichen soll. Per CCS-Schnellladen soll der Energiespeicher nach 75 Minuten wieder vollständig gefüllt sein. Rekuperieren kann der Bollinger B1 natürlich ebenfalls.

Das Chassis und die Karosserie des B1 sind vollständig aus Aluminium gefertigt. Fahrfertig mit Batterien bestückt bringt der B1 knapp 2,2 Tonnen auf die Waage. Die maximale Zuladung soll fast 2,4, die höchstmögliche Anhängelast 3,4 Tonnen betragen. Die Geländetauglichkeit wird durch den ebenen, verstärkten Unterboden unterstützt, die Bodenfreiheit wird mit 38 Zentimetern angegeben. Die Rampenwinkel betragen vorne 52 und hinten 43 Grad, den Böschungswinkel beziffert Bollinger auf 30 Grad. Bereift ist der B1 mit Geländegummis im Format 285/70-17, die Federwege sollen über 25 Zentimeter betragen.

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Das Design des Bollinger B1 ähnelt stark dem Look des alten Land Rover Defender.

Karges Interieur mit Analog-Instrumenten

Fraglich ist, ob es im Bollinger B1 so richtig gemütlich werden kann. Zwar vermitteln die analogen Instrumente ein heimeliges Ambiente, aber ansonsten geht es im Innenraum doch ziemlich karg zu. Außerdem verzichteten die Amerikaner komplett auf Dämmstoffe oder Verkleidungen. Auch die Abteilung Sicherheit und Assistenzssysteme ist beim Prototypen bislang unbesetzt; es gibt noch nicht einmal einen Fahrerairbag. Dafür ist eine Klimaanlage serienmäßig an Bord, genau wie Bluetooth-Konnektivität und sechs 110-Volt-Anschlüsse für externe Geräte. Beheizte Sitze gibt auf Wunsch in beiden Reihen.

Den aktuellen Status des B1 bezeichnet Bollinger als „Beta-Prototypen“. Die Serienfertigung könnte also in nicht mehr allzu ferner Zukunft beginnen. Von der nur gut vier Meter langen und zweitürigen B1-Kurzversion ist übrigens keine Rede mehr. Zu Preisen äußert sich die im US-Bundesstaat Michigan ansässige Firma noch nicht. Interessenten können den Elektro-Geländewagen aber immer noch reservieren, um bei einer eventuellen Produktion des B1 bevorzugt beliefert zu werden.

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Ja, ein Elektroantrieb ist offroad und zum Ziehen von Lasten super.
Nein, wahrscheinlich zu schwer, zu teuer, zu geringe Reichweite.

Fazit

Wer den alten Land Rover Defender vermisst – und von diesen Zeitgenossen soll es ja einige geben -, kann seinen Fokus ja nun auf den Erwerb des Bollinger B1 legen. Optisch kommt der US-Offroader dem britischen Vorbild zumindest schon mal ziemlich nahe – genau wie beim Thema Komfortmangel und generell mit seinem urigen Charakter. Doch es gibt schon harte Konkurrenz, auch aus dem Start-up-Lager: Rivian zum Beispiel scheint technisch und beim Design ein wenig voraus zu sein.

Nutzfahrzeuge E-Auto 09/2019, Bollinger B2 Bollinger B2 Elektro-Pickup im Defender-Style

Bollinger stellt nun einen seriennahen Prototypen des E-Pickups B2 vor.

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