Im Sommer 2025 überraschte Ford mit der Ankündigung, eine neue modulare Elektroauto-Plattform ("Universal-EV-Platform") zu entwickeln. Als erstes darauf basierendes Modell war der damaligen Bekanntmachung zufolge ein Midsize-Pick-up vorgesehen, dessen Einstiegspreis bei etwa 30.000 Dollar (aktuell umgerechnet gut 25.600 Euro) liegen soll.
Erst der E-Pick-up, dann der Verbrenner
Doch dann kippte Donald Trump alle Elektroauto-Fördermaßnahmen und stellte die aktuellen, gesetzlich vorgeschriebenen Verbrauchsvorgaben infrage. Als der US-Präsident dann vor einigen Tagen das Ford-Werk in Dearborn besuchte, gab Ford-Boss Jim Farley Trump ein Versprechen: Der Hersteller werde einen neuen erschwinglichen Pick-up entwickeln. Zielpreis: 30.000 Dollar. Allerdings mit Verbrenner- statt Elektroantrieb. Und zudem gebaut im Werk in Kentucky, das zuvor ebenfalls für den Elektro-Pick-up vorgesehen war.
Die einheimische Fachpresse zog daraus eine naheliegende Schlussfolgerung: Nun, da sich die Rahmenbedingungen für Elektroautos in den Vereinigten Staaten derart verschlechtert haben und Ford konkret einen Pritschenwagen mit Verbrennungsmotor angekündigt hat, ist das E-Pick-up-Projekt gestorben, bevor es überhaupt richtig zum Leben erweckt ist.
Doch nun zeigt sich: Diese Interpretation war falsch; Ford entwickelt das elektrische Nutzfahrzeug unvermindert weiter. Und die Serienreife scheint kurz bevorzustehen, wie niemand Geringerer als Farley selbst bestätigt. "Alle Teile sind abgesegnet und konstruiert, und jetzt sind wir intensiv mit der Umrüstung der Produktionsstätte beschäftigt", sagte Jim Farley am Rande der Detroit Auto Show im Gespräch mit "Inside EVs". "Wir bauen derzeit Prototypen mit unserer eigenen zonalen Elektromobilitäts-Architektur-Software", ergänzte der Konzernchef. Auch die Integration der gemeinsam mit CATL entwickelten LFP-Batterie (Lithium-Eisen-Phosphat) scheint zu funktionieren.
Erster Ford im Megacasting-Verfahren
In vielerlei Hinsicht beschreitet Ford mit seinem kommenden Elektro-Pick-up neue Wege. Zum Beispiel beim Produktionsverfahren: "Die Megacasting-Maschinen sind jetzt in Betrieb", sagt Farley. Damit bezieht sich der Manager auf ein neues Fertigungsverfahren, bei dem im Karosseriebau viele Einzelteile durch ein einziges, großes Aluminium-Gussstück ersetzt werden. Dieses entsteht in riesigen Pressen, die geschmolzenes Metall unter extrem hohem Druck in die gewünschte Form bringen. Das reduziert die Anzahl der Einzelteile deutlich (beim neuen Ford-Pick-up sollen es 20 Prozent weniger sein) und soll erheblich Kosten bei der Produktion und in der Logistik einsparen.
"Es ist eine völlig andere Art, ein Fahrzeug zu bauen", stellt Farley heraus. Ford verfolge viele experimentelle Ansätze mit neuen Zulieferern. Trotz der vielen Neuerungen behält der Hersteller seinen ursprünglichen Fahrplan bei, den neuen elektrischen Pick-up bis 2027 auf den Markt zu bringen. Damit ist dieses Modell zwei Jahre früher dran als der kolportierte Verbrenner-Pick-up.







