Der Skoda Peaq soll das künftige Flaggschiff der Marke werden und zugleich einen technologischen und strategischen Neustart im Elektro-Portfolio der Tschechen markieren. Was damit gemeint ist, war bisher nicht recht klar. Doch jetzt scheint sich der Nebel zu lichten.
Neue MEB-Generation mit China-DNA
Technisch basiert der Škoda Peaq auf einer weiterentwickelten Version des Modularen E-Antriebs-Baukastens (MEB) des Volkswagen-Konzerns. Entwicklungschef Johannes Neft bestätigte gegenüber Auto Express, dass es sich dabei um eine bislang ausschließlich in China eingesetzte Ausbaustufe handelt, die nun erstmals nach Europa kommt.
Sehr wahrscheinlich kommt dabei die sogenannte China Electrical Architecture (CEA) zum Einsatz – ein gemeinsam mit dem chinesischen Hersteller XPeng entwickeltes E/E-System, das kürzlich im VW ID. Unyx 07 debütierte. Die CEA ersetzt die bisherige elektrische Architektur der MEB-Fahrzeuge und bringt deutlich mehr Rechenleistung mit. Das ermöglicht eine verbesserte Konnektivität, leistungsfähigere Assistenzsysteme, KI-basierte Funktionen sowie umfangreiche Over-the-Air-Updates. Gleichzeitig reduziert die neue Architektur die Anzahl der Steuergeräte, senkt Kosten und verkürzt die Entwicklungszeiten.
<ir_inline itemname=Inline_Related:1 type=0>
Neuer Name, neue Ära
Auch der Name ist bewusst gewählt: Peaq soll den Anspruch des Modells als technologische und konzeptionelle Spitze der Škoda-Modellpalette unterstreichen. Gleichzeitig verabschiedet sich der Hersteller mit ihm von den bisherigen E-Bezeichnungen wie Enyaq, Elroq oder dem kommenden Epiq. Der Peaq soll damit wohl sinnbildlich für den Beginn einer neuen Generation elektrischer Škoda-Fahrzeuge stehen.
Vertriebs- und Marketingvorstand Martin Jahn positioniert den Peaq klar als Preis-Leistungs-Tipp im Segment der elektrischen Siebensitzer-SUVs. Ziel ist es, Modelle wie den Kia EV9 oder den Hyundai Ioniq 9 preislich zu unterbieten, die derzeit in Großbritannien bei rund 65.000 Euro starten. Als besonders relevanter Wettbewerber gilt daher eher der deutlich günstigere Peugeot E-5008.
Großzügig, aber nicht luxuriös um jeden Preis
Trotz des angestrebten attraktiven Einstiegspreises soll sich der Peaq keinesfalls billig anfühlen – vor allem nicht im Innenraum. Škoda verfolgt hier einen anderen Ansatz als klassische Premiumhersteller. Statt extrem teurer Materialien setzt man auf hochwertige, langlebige und recycelbare Werkstoffe, die sich gut anfühlen und zugleich bezahlbar bleiben. In den vergangenen Jahren habe man gezielt daran gearbeitet, die wahrgenommene Innenraumqualität spürbar zu steigern, so Jahn.
<ir_inline itemname=Inline_Related:2 type=0>
Maße und Raumangebot: Klassenprimus bei Škoda
Škoda verspricht für den Peaq eine "unvergleichliche Geräumigkeit". Mit einer Länge von rund 4,90 Metern wird er das bislang größte Modell der Marke und positioniert sich klar oberhalb des Kodiaq. Damit übertrifft er den Peugeot E-5008, bleibt jedoch etwas kompakter als die besonders groß geratenen Kia EV9 und Hyundai Ioniq 9.
Die Proportionen – kurze Motorhaube, minimaler hinterer Überhang und nahezu Van-artige Silhouette – sind auf maximale Raumausnutzung ausgelegt. Besonders Familien dürften vom großzügigen Platzangebot und der serienmäßigen dritten Sitzreihe profitieren.
Antrieb, Batterie und Laden
Zu den technischen Details hält sich Škoda offiziell noch bedeckt, doch vieles lässt sich bereits ableiten. Für das Topmodell mit sieben Sitzen gilt eine Batteriekapazität von rund 86 bis 89 kWh als wahrscheinlich – vergleichbar mit dem ID. Buzz in der Langversion. Damit dürfte eine WLTP-Reichweite von über 600 Kilometern realistisch sein.
<ir_inline itemname=Inline_Related:3 type=0>
Dank einer maximalen DC-Ladeleistung von bis zu 200 kW soll der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent weniger als 30 Minuten dauern. Neben Varianten mit Hinterradantrieb sind auch Allradversionen mit zwei Motoren zu erwarten.
Design: Modern Solid in Reinform
Optisch orientiert sich der Peaq an der neuen Škoda-Designsprache "Modern Solid", die bereits beim Facelift des Enyaq und beim Elroq eingeführt wurde. Prägendes Element ist das sogenannte Tech Deck Face, das den klassischen Kühlergrill durch eine schmale, geschlossene Sensor- und Kameraeinheit ersetzt.
Im Vergleich zu seinen kleineren Markenbrüdern soll der Peaq diese Designsprache noch konsequenter und minimalistischer interpretieren. Dazu zählen eine Clamshell-Motorhaube, extrem schmale LED-Scheinwerfer sowie klar modellierte Flächen. Viele Details erinnern stark an das 2022 präsentierte Vision 7S-Konzept, darunter der zweigeteilte Dachspoiler und die sehr schmalen, weit in die Heckklappe hineinragenden Rückleuchten.
Nicht übernommen werden hingegen die spektakulären Coach Doors des Konzeptfahrzeugs. Auch die dort gezeigte "Sechs-plus-Eins"-Sitzanordnung dürfte zugunsten klassischer Fünf- oder Siebensitzer-Konfigurationen entfallen sein.
Marktstart und Preis
Die Weltpremiere des Škoda Peaq ist für Sommer 2026 vorgesehen, der Marktstart soll gegen Ende desselben Jahres erfolgen. Preislich wird sich das neue Elektro-SUV oberhalb des Kodiaq positionieren, dürfte mit einem Einstiegspreis von rund 50.000 Euro jedoch unter vielen direkten Wettbewerbern bleiben, die eher einen Premium-Anpruch verfolgen.
<ir_inline itemname=Inline_Umfrage:1 type=0>







