5/2021, Skoda Octavia RS TDI 4x4 Combi Bernd Conrad
5/2021, Skoda Octavia RS TDI 4x4 Combi
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5/2021, Skoda Octavia RS TDI 4x4 Combi 12 Bilder

Skoda Octavia RS TD 4x4: Erste Fahrt im Diesel

Skoda Octavia RS TDI 4x4 (2021) Was kann der sportliche Octavia als Diesel mit 200 PS?

Erste Fahrt im neuen Skoda Octavia RS TDI 4x4. Als Diesel leistet der Kombi 200 PS. Reicht das für den sportlichen Anspruch? Ist er eine Alternative zu Benziner und Plug-in-Hybrid?

Mit dem Erfolg wächst die Vielfalt. Bei Automobilen ist das kaum besser zu erkennen als beim Skoda Octavia. Seit der Premiere des ersten Octavia der Neuzeit im Jahr 1996 ist aus der fünftürigen Fließheck-Limousine mit Genen des VW Golf IV (Konzernplattform PQ34) über die Jahre eine große Modellpalette gewachsen. Auch die aktuelle, vierte Generation ist als Limousine und Combi (den die Tschechen traditionell mit "C" schreiben) zu haben. Vom Basis-Dreizylinder über Mild- und Plug-in-Hybride bis hin zum Octavia Scout im Offroad-Look gibt es mit diesen Baumustern fast nichts, was es nicht gibt.

Auch der Octavia RS ist wieder Teil der Familie. Vom Sportmodell werden mittlerweile drei Motorvarianten angeboten. Neben dem Benziner mit 245 PS und dem Octavia RS iV als Plug-in-Hybrid mit ebenfalls 245 PS, die aber als Systemleistung produziert werden, fährt jetzt auch der Diesel zu Händlern und Kunden. Unter der Motorhaube steckt der konzernweit eingesetzte Zweiliter-Vierzylinder in seiner aktuell stärksten Ausbaustufe. Die "Twindosing" genannte Abgasreinigung mit zwei SCR-Katalysatoren lässt keinen Platz mehr für einen zweiten Turbolader. Das ist der Grund, warum bei VW Tiguan und Passat die 240 PS-Version aus dem Programm flog.

Nur den Diesel gibt's mit Allrad

So leistungsstark durfte der Skoda Octavia RS nie sein, weswegen die 200 PS des neuen TDI im Vergleich zum Vorgänger dennoch eine Leistungssteigerung bedeuten. 400 Newtonmeter maximales Drehmoment werden – vom serienmäßigen Sieben-Gang-DSG verwaltet – auf den Antriebstrang losgelassen.

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Die Außenlackierung in Race-Blau und die 19-Zoll-Felgen des Testwagens kosten Aufpreis.

Das kann man den Vorderrädern antun oder 2.100 Euro Aufpreis in das 4x4-Modell investierten. Der Diesel stellt zudem die einzige Möglichkeit beim Octavia RS dar, Allradantrieb zu wählen. Man lernt ja schon im Biologie-Unterricht, dass Tiere mit vier Beinen schneller spurten können als wir Menschen. Das ist auch beim tschechischen Kompaktkombi der Fall.

Dank Allradantrieb schnell auf Tempo 100

In 6,8 Sekunden beschleunigt der Skoda Octacia RS TDI 4x4 laut Datenblatt auf 100 km/h, immerhin 0,6 Sekunden schneller als sein Zwilling mit Frontantrieb (7,4 Sekunden). Der profitiert dafür auf der freien Autobahn vom geringeren Gewicht und rennt als Combi bis 245 km/h, während der Allradler bei 238 Sachen die Segel streicht. Doch auch das reicht mehr als aus.

Egal ob Autobahn, Landstraße oder Stadtverkehr: Menschen mit empfindlichen Ohren sei bei Fahrtantritt stets der Druck auf die Fahrmodus-Taste empfohlen. In der "Individual"-Einstellung kann man damit den künstlich erzeugten Motorsound abstellen. Dann vernimmt man den Dieselmotor, verpackt hinter einer ordentlichen Portion Dämmmaterial. Das vorlaute und keinesfalls real klingende Lautsprechergeräusch kann bei der nächsten Modellpflege getrost eingespart werden.

DSG mit Anfahrschwäche

Dann dürfen sich die Ingenieure gerne nochmal um die Feinabstimmung des Doppelkupplungsgetriebes kümmern. Den Octavia RS TDI und seinen Fahrer plagt eine deutliche Anfahrschwäche. Beim Tritt auf das Gaspedal passiert erstmal nicht viel, bevor ab 2.200/min der erwartete Schub einsetzt. Und das, obwohl das Drehmoment-Maximum bereits ab 1.750/min anliegt.

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Nur der Octavia RS TDI ist optional als 4x4 zu haben. Das 7-Gang-DSG ist serienmäßig.

In Fahrt gefällt dann aber nicht nur die Übersetzungsarbeit des Getriebes, sondern auch der Langstreckenkomfort des Skoda. Nach den ersten Probefahrten lesen wir einen Durchschnittsverbrauch von 7,2 Litern je 100 Kilometer vom Bordcomputer ab. Auch schnelle Autobahnetappen, auf denen man sich bei freier Strecke problemlos bei Reisetempo 180 bis 200 eingroovt, werden nicht mit Verbrauchseskapaden bestraft. Hier liegt der große Vorteil des Diesels im Vergleich zum Benziner und zum Plug-in-Hybriden. Bei dem muss ein 150 PS starker 1,4 Liter-Benziner für Vortrieb auf der Schnellstraße sorgen, was schnell unsportlich wirkt.

Bei langsameren Geschwindigkeiten könnte unter Umständen auch der Wohnwagen am Auto hängen. Beim Thema Anhängelast liegt der TDI mit dem Benziner gleichauf, beide zerren 1.600 Kilogramm von Fleck. Vorteil für den Allrad-TDI: Seine Anhängelast beträgt 2.000 Kilogramm.

Allrad-Diesel ab 43.010 Euro

Damit sind wir mittendrin im Zahlenparadies. Kommen wir zu den Preisen. 43.010 Euro kostet der Skoda Octavia RS TDI Combi als 4x4. Die bessere Traktion und die erhöhte Anhängelast kosten 2.100 Euro mehr als der Diesel mit Frontantrieb. Als Plug-in-Hybrid ist der Octavia RS Combi mit 43.360 Euro teurer, wird durch die Umweltprämie aber am Ende die günstigste Art, einen der Sport-Octavias zu fahren. Dazu kommt der reduzierte Satz bei der Versteuerung des geldwerten Vorteils für einen Firmenwagen.

Die Serienausstattung zeigt sich mit 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, Matrix-LED-Scheinwerfern, Audiosystem mit Smartphone-Integration, Parksensoren an Front und Heck sowie bequemen Sportsitzen für Fahrer und Beifahrer ziemlich komplett. Schade ist, dass viele sinnvolle Optionen auch bei Skoda mittlerweile in Pakete gepackt werden. So zahlt man oft auch für Dinge mit, die man eigentlich nicht haben möchte.

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Fazit

Private Käufer greifen zum TSI, gewerbliche Abnehmer zum Plug-in-Hybriden. Hat der Diesel im Skoda Octavia RS da überhaupt noch eine Daseinsberechtigung? Aber ja doch! Vor allem auf langen Strecken bietet er den besten Kompromiss aus zügigem Reisetempo und moderatem Verbrauch, gefällt dazu mit entspannten Umgangsformen. Außerdem ist nur er mit traktionsförderndem Allradantrieb zu haben. Die Anfahrschwäche könnten ihm seine Schöpfer aber gerne noch austreiben.

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