Es waren erschreckende Bilder aus Bahrain. Nur wenige Tage nach dem Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar schlugen Raketen in einer dort beheimateten Basis des US-Militärs ein. Schon damals konnte man sich nur schwer vorstellen, wie der Formel-1-Zirkus vom 10. bis 12. April zurückkehren soll. Auch Saudi-Arabien erlitt zu dieser Zeit bereits Attacken. Der Highspeed-Kurs in Jeddah steht eine Woche später im Reiseplan der Königsklasse.
Trotzdem spielte die Formel 1 zunächst auf Zeit. Sie kann sich zwar keine PR-Katastrophen in Form einer Attacke leisten, dennoch ging sie schon mal ein Risiko ein. 2022 schlugen Raketen der jemenitischen Huthi-Rebellen unweit des saudischen GP-Kurses ein. Die damalige Kritik sollte ihr wohl eine Lehre gewesen sein. Bereits im Vorlauf des GP Australien erfuhr auto motor und sport, dass sich die F1 eine Zehn-Tages-Frist gegeben hat. Diese läuft nun aus.
Laut internationalen Presseberichten kämpfte besonders Saudi-Arabien um seinen Termin. Doch selbst das viele Erdölgeld kann nichts gegen sich verengende Timelines ausrichten. Die offizielle Absage wird unter anderem nach Informationen von Sky an diesem Wochenende erwartet. Spätestens dann sind die Logistiker der Teams in der Pflicht, die Reisepläne anzupassen.
Das spricht gegen Alternativen
Viele werden nach dem gigantischen Chaos im Vorfeld des GP Australien wahrscheinlich sogar erleichtert sein. Teils hektisch zusammengestellte Charterflüge und überteuerte Tickets schlugen Kerben in die sowieso eng gestrickten Budgets. Durch die Absage des Trips an den Persischen Golf können die weiteren Logistik-Pläne geordnet neu aufgesetzt werden. Hier geht es um das Stornieren von Hotels, das Überführen des Materials von Japan nun nach Florida oder auch um restliches Material, das in Bahrain verblieben ist.
Ob stattdessen Ersatzrennen in die Überlegungen einkalkuliert werden, gilt als sehr unwahrscheinlich. Dank der Pandemie weiß die Formel 1 per se, wie es gehen würde. Doch die wenigen Wochen Vorbereitungszeit und die grundsätzlich bleibenden Kriegsfolgen lassen die Kosten einer Rettungsaktion weit über dem Ertrag liegen. Stand jetzt ist ein ohnehin brechend voller Kalender mit 22 Läufen die einzige Möglichkeit.












