Aston Martin AMR22 - F1-Auto 2022 Aston Martin
Aston Martin AMR22 - F1-Auto 2022
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Aston Martin AMR22 - F1-Auto 2022 16 Bilder

Aston Martin AMR22 - F1-Auto 2022: Infos & Bilder

Aston Martin AMR22 für die F1-Saison 2022 Erste Bilder vom Vettel-Renner

Aston Martin hat den AMR22 enthüllt, mit dem Sebastian Vettel und Lance Stroll in der kommenden Saison auf Punktejagd gehen. Im Gegensatz zu Red Bull wurde hier schon das echte Einsatzauto vorgestellt, an dem einige interessante Technik-Details zu erkennen waren.

Aston Martin war die große Enttäuschung der vergangenen Saison. Die Mercedes-Kopie, die 2020 noch so groß aufgetrumpfte hatte, funktionierte nach den Einschnitten am Unterboden im Heck plötzlich gar nicht mehr. Im Gegensatz zum echten Silberpfeil-Team wollte Aston Martin aber keine großen Ressourcen verschwenden, um das Auslaufmodell noch einmal zurück in die Erfolgsspur zu bringen.

Stattdessen legten die Techniker lieber frühzeitig mit der Entwicklung des Neuwagens für die Saison 2022 los. Das Ergebnis wurde am Donnerstag (10.2.) feierlich in der Konzernzentrale von Aston Martin in Gaydon enthüllt. Im Beisein von Sebastian Vettel und Lance Stroll wurde das Tuch vom AMR22 gezogen, mit dem das Werksteam nun wieder regelmäßig um Punkte- und Podiumsplätze kämpfen will.

Im Gegensatz zu Red Bull, das am Tag zuvor nur ein billiges Showcar präsentiert hatte, stellte Aston Martin schon das fertige Produkt auf die Bühne. Da wird wohl auch die Konkurrenz einen genaueren Blick riskieren. Als erstes fielen vor allem die quadratischen Kühleinlässe neben dem Cockpit ins Auge. Die Seitenkästen dahinter sind brutal unterschnitten. Das soll eine saubere Anströmung des Diffusordachs gewährleisten – geht aber auch auf Kosten eines tiefen Schwerpunkts.

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Die Seitenkästen sind stark unterschnitten. Das erhöht den Schwerpunkt, verbessert aber die Anströmung des Diffusordachs.

Fragezeichen hinter Vorderradaufhängung

Die Nase ist nicht ganz so eckig ausgefallen, wie beim bereits vorgestellten Haas, aber auch nicht so breit und rund wie bei dem letzten Sommer gezeigten F1-Showcar. Ihre Spitze ragt nicht über den Frontflügel hinaus. Der Unterboden ist neben den Seitenkästen weit nach oben gebogen. Dadurch entstehen künstliche Leitbleche, die als Ersatz der alten Bargeboards dienen. Oben in der Verkleidung sind großflächig Kühlrippen in die Carbonhaut geschnitzt. Die Motorhitze wird weit vorne ausgeleitet, wodurch sich die Verkleidung im Heck eng zusammenziehen kann.

Ein Geheimnis macht Aston Martin noch um die vordere Aufhängung. Auf einem Rendering wurde die linke Schubstrebe komplett entfernt  – aber aus Versehen keine neue eingesetzt. Auf den Bildern des echten Autos scheint der Pushrod relativ dick auszufallen. In der Dreiviertelansicht deutet sich außerdem eine interessante Lösung beim zentralen Teil des Unterbodens ("T-Tray") an. An der vertikalen Befestigung unter dem Cockpit ist noch ein kleines Winglet in einer zweiten Ebene montiert, um die Strömung nach hinten zu beeinflussen.

Ein genaueren Blick lohnt auch der Heckflügel. Im Gegensatz zu den Bildern vom Haas und dem Red Bull ist bei Aston Martin schon der DRS-Mechanismus zu erkennen. In den Endplatten dürfen sich dem Reglement nach eigentlich keine Löcher befinden. Aston Martin hat im hinteren Bereich dennoch einen vertikalen Schlitz eingezogen, der wegen seiner Öffnung nach außen legal ist.

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In dieser Einstellung deutet sich eine ungewöhnliche Form des vorderen Teil des Unterbodens an.

Aston im neuen Look

Die Airbox zeigt noch die gleiche Form wie in den Vorjahren. Hier hat Motorenpartner Mercedes die Aufteilung in die verschiedenen Schächte vorgegeben, um das Triebwerk mit Frischluft zu versorgen. Durch längliche Beulen in der Motorhaube zeichnen sich auf beiden Seiten der Luftsammler ("Plenum") darunter ab, was für ein sehr eng anliegendes Carbon-Kleid spricht.

Auch bei der Lackierung hat sich etwas getan. Sponsor BWT hat das Team verlassen. Damit verschwindet auch der pinkfarbene Streifen, der sich beim Vorjahresmodell einmal komplett über das Auto gezogen hat. Die Akzente sind nun neongelb eingefärbt, wie man es schon von den GT-Rennwagen von Aston Martin kennt. Oben auf der Motorhaube hat der neue Titelsponsor Aramco ein Plätzchen für sein Logo gefunden.

Sebastian Vettel gefällt der neue Look: "Das Auto sieht ganz anders aus als früher, fast schon etwas futuristisch. Die großen Räder fallen natürlich ins Auge. Ästhetisch gefällt es mir sehr gut. Aber am Ende ist das schnellste Auto das schönste." Konkrete Ziele will der Heppenheimer noch nicht äußern. "Nachdem wir im Vorjahr kaum neue Teile ans Auto gebracht haben, wollen wir nun beweisen, dass wir ein gutes Auto bauen und gute Weiterentwicklung betreiben können."

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Die Kühleinlässe sind quadratisch geformt. Auch die Nase ist relativ kantig ausgefallen. In diesem Computer-Bild haben die Grafiker vergessen, die Pushrod-Strebe in der linken Vorderrad-Aufhängung einzufügen.

Neues Personal für die Trendwende

Auch Teambesitzer Lawrence Stroll fordert von seiner Mannschaft 2022 eine Trendwende. Der ungeduldige Milliardär aus Kanada hat große Ziele: "Jetzt beginnt das zweite Jahr unseres Fünfjahres-Plans, an dessen Ende der Gewinn der Formel-1-Weltmeisterschaft stehen soll." Um das ambitionierte Vorhaben in die Tat umzusetzen, wird bereits seit einiger Zeit in die Infrastruktur investiert. Anfang 2023 soll die Entwicklungsabteilung in eine komplett neue Fabrik umziehen, die sich aktuell noch im Bau befindet.

Geld wurde auch für neues Spitzenpersonal ausgegeben. Der längjährige Teamchef Otmar Szafnauer hatte in der Winterpause seinen Abschied vom Rennstall aus Silverstone bekanntgegeben. Mit dem ehemaligen BMW-Sportchef Mike Krack wurde bereits hochkarätiger Ersatz gefunden. Der Luxemburger wird den Posten aber erst nach der Freigabe von BMW Anfang März besetzen können.

Auch im Technikbüro tut sich etwas. Aerodynamik-Chef Dan Fallows darf nun schon Anfang April seinen Dienst antreten, nachdem sich die Aston-Martin-Führung mit Red Bull über eine Ablöse geeinigt hat. Schon im Vorjahr konnte Stroll den ehemaligen Alfa-Romeo-Chefdesigner Luca Furbatto verpflichten, der nun bei Aston Martin die Rolle des Technik-Direktors eingenommen hat.

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In die Verkleidung wurden auf jeder Seite 15 Kühlschlitze eingezogen.

AMR22-Shakedown in Silverstone

Einen ersten Eindruck vom Fahrverhalten ihres neuen Dienstwagens bekommen die Piloten übrigens noch vor dem offiziellen Start der Testfahrten in Barcelona am 23. Februar. Für diesen Freitag (11.2.) haben die Teamverantwortlichen die Grand-Prix-Strecke in Silverstone für den Shakedown gemietet. Im Rahmen eines sogenannten Filmtags soll der AMR22 seine ersten Runden drehen.

Die Kilometerleistung bei der Jungfernfahrt ist vom Reglement allerdings auf 100 Kilometer begrenzt. Zum Einsatz kommt zudem eine extraharte Pirelli-Mischung, die nichts mit den Reifen zu tun hat, die an den Rennwochenenden verwendet wird. Trotzdem kann Aston Martin durch den frühen Rollout zumindest schon ein paar Funktionstests durchführen und erste Kinderkrankheiten ausmerzen.

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