Am Circuit de Barcelona-Catalunya herrschte am Freitag (9.1.) die höchste Sicherheitsstufe, als das erste Formel-1-Auto von Audi die Garage verließ. Laut spanischen Beobachtern soll der Rennwagen um kurz nach 10 Uhr erstmals auf die Strecke gegangen sein. Den unbestätigten Berichten nach soll die erste Installationsrunde ohne nennenswerte Probleme abgelaufen sein. Audi selbst wollte sich zu dem Rollout bisher nicht offiziell äußern.
Zu diesem Zeitpunkt der Saison ist Geheimhaltung bei den Teams das oberste Gebot. Keiner will der Konkurrenz zu früh Hinweise auf den aktuellen Stand der Entwicklung oder gar technische Details geben. Deshalb müssen sich auch die Fans noch etwas gedulden, bis es die ersten Bilder des neuen Audis gibt, von dem noch nicht einmal der Name offiziell bestätigt wurde.
Der Angabe von Streckenbeobachtern nach, soll das Auto beim Rollout noch in einem komplett unlackierten schwarzen Carbonlook auf die Strecke gegangen sein. Das Stealth-Design wurde demnach nur durch das Vier-Ringe-Logo auf dem Heckflügel aufgelockert.
Erster Funktionstest für Audi
Bei den ersten Proberunden waren beide Werksfahrer vor Ort. Wem die Ehre der Jungfernfahrt gebührte, wurde nicht offiziell übermittelt. Wir gehen aber fest davon aus, dass Nico Hülkenberg auf den historisch bedeutsamen ersten Formel-1-Kilometern am Lenkrad des neuen Audi-Renners gedreht hat. Laut Marschplan sollte später dann auch noch Gabriel Bortoleto einen ersten Vorgeschmack auf seinen neuen Dienstwagen bekommen.
Zur Performance dürften die beiden Piloten noch keine großen Aussagen treffen können. Beim Rollout geht es einzig darum, die Funktionen der einzelnen Komponenten zu testen. Die Ingenieure blicken hier vor allem auf die Kühlung und den Antriebsstrang. Die Aerodynamik rückt erst später bei den offiziellen Testfahrten langsam in den Fokus. Sie beginnen Ende Januar ebenfalls auf der Grand-Prix-Strecke in Barcelona.
Immerhin meinte es das Wetter gut mit der Audi-Truppe. Über Katalonien strahlte die Sonne. Bei angenehmen Außentemperaturen von bis zu 17 Grad Celsius konnten die Techniker auf trockener Piste erste Praxis-Daten sammeln. Im Rahmen eines sogenannten Filmtags sind laut Reglement allerdings nur 200 Kilometer erlaubt. Das entspricht 42 Runden auf dem GP-Kurs in Barcelona.

Mit einem umlackierten Showcar gab Audi den Fans schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf das zukünftige Design.
Offizieller Audi-Launch am 20. Januar
Pirelli liefert für diese "Promotional Events" auch nicht die richtigen Slick-Spezifikationen, die später bei den Rennen zum Einsatz kommen, sondern sogenannte Demoreifen. Sie unterscheiden sich sowohl beim Grip als auch beim Verschleiß und beim Walkverhalten. Damit soll es den Teams erschwert werden, Erkenntnisse über die Performance des Autos zu gewinnen.
Jedes Team darf pro Saison zwei dieser Filmtage einlegen. Neben Audi hat auch Ferrari schon angekündigt, noch vor dem offiziellen Teststart ein paar Proberunden zu drehen. Die Jungfernfahrt ist direkt nach der Präsentation des Autos am 23. Januar geplant. Nach Informationen von auto motor und sport will auch Williams einen kleinen Frühstart mit dem neuen Auto hinlegen, wahrscheinlich in Silverstone.
Bei Audi geht es nach dem ersten Fire-Ups des Motors am 19. Dezember und dem erwähnten Rollout am 9. Januar schon bald weiter mit dem nächsten wichtigen Event. Für den 20. Januar ist eine offizielle Präsentation in Berlin geplant, bei der man dann die fertige Lackierung zeigen will. Am 26. Januar starten die Wintertests in Barcelona. Am 8. März wird in Melbourne dann erstmals um WM-Punkte gekämpft.












