Die erste Testwoche in Bahrain ist passé. Nach drei intensiven Tagen im Wüstenstaat schnappte sich Andrea Kimi Antonelli am Freitag (13.2.) die letzte Bestzeit. Der Italiener umrundete in 1.33,669 Minuten den 5,412 Kilometer langen Kurs. Antonelli war dadurch auch der schnellste Pilot der gesamten Woche. Auf den ersten Blick unterstrich der 19-Jährige damit den Eindruck, dass Mercedes der Top-Favorit sei.
Allerdings gab es beim Teenager nach der Mittagspause Probleme. Der Silberpfeil-Schützling stand lange in der Box. Nach dem Motorwechsel am Vortag (12.2.), als er auf nur drei Runden kam, musste er sich lange gedulden, bis er rausfahren konnte. Teamkollege George Russell wurde Zweiter. Der Engländer war mehr als zwei Zehntelsekunden langsamer. Dennoch lässt die erste Bahrain-Woche Teamchef Toto Wolff skeptisch zurück. Der Österreicher erkannte einen deutlichen Vorteil bei Red Bull. Das Team aus Milton Keynes soll beim RB22 in der Lage sein, länger auf die elektrische Energie zurückgreifen zu können als die Konkurrenz. Am Freitag ließ es das Team von Max Verstappen aber ruhiger angehen. Der Superstar steuerte am Vormittag das Auto und fuhr 61 Runden. Seine Zeit von 1.35,341 Minuten war aber zu vernachlässigen.
Nach den Technik-Problemen am Donnerstag (12.2.) wollte Red Bull Kilometer sammeln. Am Nachmittag übernahm Verstappens neuer Teamkollege Isack Hadjar, der am Vortag kaum zum Fahren gekommen war. Der Franzose braucht jeden Meter im Auto. Schließlich kostete ihn sein Abflug in der Shakedown-Woche von Barcelona wichtige Zeit auf der Strecke.
Ferrari läuft weiter konstant
In Katalonien war Ferrari gut unterwegs. Lewis Hamilton fuhr die schnellste Runde der Woche. Auch in Bahrain gab die Leistung der Roten Grund zur Hoffnung. An allen drei Tagen waren Hamilton und Leclerc flott unterwegs. Letzterem gelang am Donnerstag gar die Bestzeit. Hamilton wurde am letzten Tag Dritter hinter den beiden Chauffeuren seines Ex-Teams. Elf Minuten vor Schluss musste der 41-Jährige den Ferrari aber wegen eines technischen Problems am Streckenrand abstellen und löste eine rote Flagge aus.
Der Superstar drehte am letzten Tag jedoch mehr als 100 Runden. Der fleißigste Pilot zum Abschluss war Oscar Piastri. Der Australier durfte den gesamten Tag im MCL40 sitzen, Weltmeister Lando Norris hatte frei. Ebenfalls die 100er-Schallmauer durchbrachen Liam Lawson im Racing Bull und Franco Colapinto. Für den Argentinier war der Freitag ein versöhnlicher Ausgang. Alpine hatte an mehreren Tagen mit der Technik zu kämpfen.

Valtteri Bottas musste seinen Cadillac am letzten Testtag (13.2.) kurzzeitig abstellen.
Cadillac in Problemen
Größere Dramen blieben am Freitag die Ausnahme. Lediglich der Cadillac von Valtteri Bottas rollte am Vormittag aus. Der Finne fuhr nur 37 Runden und musste das Auto am Nachmittag an seinen Teamkollegen Sergio Perez abtreten, der ohne technische Schwierigkeiten den ersten offiziellen Test des Neulings absolvierte.
Aston Martin will dieses Jahr endlich die Spitze der Formel 1 aufmischen. Nach der ersten Testwoche sieht es allerdings nicht danach aus. Der AMR26 ist zu langsam. Immerhin konnte Lance Stroll fleißig Kilometer sammeln. Dennoch muss eine deutliche Leistungssteigerung her, um den hohen Ansprüchen 2026 gerecht zu werden.

Nico Hülkenberg und Audi sammelten zum Finale der ersten Testwoche fleißig Kilometer.
Audi spult Kilometer ab
Einen erfreulichen Testabschluss verzeichnete Audi. Am Vormittag drehte Gabriel Bortoleto 60 Runden, sein deutscher Stallgefährte Nico Hülkenberg übernahm nach der Mittagspause das Steuer des R26 und schaffte es sogar unter die ersten Zehn. Zeitentechnisch blies man beim Werksteam aber noch nicht zur Attacke. Nach der schwierigeren Shakedown-Woche Ende Januar hat Audi bereits deutliche Fortschritte gemacht und sich in kurzer Zeit gesteigert.
Noch mehr Erkenntnisse zur Performance von Audi und allen anderen Teams sollten nächste Woche geliefert werden. Dann steht vom 18. bis 20. Februar die zweite und letzte Testwoche in Bahrain vor dem Saisonstart an. Auf unserer Website gibt es zuvor und während der Testfahrten Hintergrundgeschichten zur Entwicklung in der Königsklasse.












