Die Formel 1 steckt offiziell immer noch in der Winterpause, doch die Spannung auf die Saison 2026 steigt weiter. Nach und nach präsentieren die Teams nun ihre neuen Autos. Nachdem Red Bull und Racing Bulls am 15. Januar in Detroit bei einem Ford-Event erstmals die Lackierungen für die neue Saison zeigten, legte der US-Rivale von Ford nach: Am Freitag (16.1.) absolvierte Cadillac die ersten Meter in der Formel 1. Der Neuling nutzte einen Filmtag, um Sergio Pérez in Silverstone auf die Strecke zu schicken.
Der Mexikaner ist einer von zwei Routiniers, die Cadillac für seine zwei Cockpits verpflichtet hat. Im zweiten Wagen nimmt mit Valtteri Bottas ebenfalls ein erfahrener Pilot Platz, der mehrere Rennsiege aufweisen kann und wie Pérez im vergangenen Jahr keine F1-Rennen bestritt.
Letzterer jubelte über die Ausfahrt im kalten Silverstone: "Heute war wirklich ein unglaublicher Tag. Jeder sollte extrem stolz darauf sein, unsere ersten Runden als Team absolviert zu haben." Auch von Teamchef Graeme Lowdon gab es in der Pressemitteilung lobende Worte an seine Truppe: "Der heutige Tag steht für unzählige Stunden harter Arbeit, Engagement und Glauben aller Beteiligten im Team. Er zeigt die Fortschritte, die wir in kurzer Zeit weiterhin machen."

Die Nase wirkt beim Cadillac stark nach unten gepfeilt.
Cadillac verdeckt Technik-Details
Fans, Experten und vor allem die Gegner wollten natürlich so viele Details wie möglich auf dem Auto entdecken – doch daraus wurde nichts. Cadillac kennt die Spielregeln in der Formel 1. Gib' nur so wenig wie möglich preis. Vier Bilder verschickte das Team an die Medienvertreter. Zwei davon nahm der Fotograf bei der untergehenden Sonne auf. Sie sind extrem dunkel. Ein weiteres Bild ist verzerrt und das andere von einer großen Distanz aufgenommen.
Ein parallel verschickter, 19-sekündiger, Videoclip lässt ebenfalls nur wenig Schlüsse zu. Dazu war das Auto komplett in Schwarz lackiert. Den finalen Look präsentiert Cadillac erst im Rahmen des Super Bowls am 8. Februar. Die ersten Testfahrten in Barcelona muss das Team daher noch in einer Speziallackierung bestreiten.
Lediglich kleinere Dinge am Auto sind erkennbar. Im Vergleich zu den Renderings von Red Bull und den Racing Bulls fällt die Nase steiler zum Frontflügel hin ab. Sie wirkt zudem schmaler als beim neuen Racing Bull. Die Airbox sticht am meisten ins Auge. Sie ist schlanker als bei den Red-Bull-Rennern. Cadillac entwickelte für sein F1-Debüt keinen eigenen Motor, sondern greift auf Ferrari-Power zurück.
Pünktlich zum Rollout der US-Amerikaner, veröffentlichte die Scuderia ebenfalls am Freitag (16.1.) ein kurzes Video, in dem der neue Motor der Italiener erstmals für die Öffentlichkeit zu hören war.
Audi-Gegner mit kurzer Anlaufzeit
Im Gegensatz zum zweiten Neuling Audi, setzt Cadillac somit auf einen Motorenpartner. Die Deutschen hatten für das F1-Debüt jedoch einen längeren Anlauf als die Konzerntochter von General Motors. In einem viel kürzeren Zeitrahmen musste Cadillac ein neues Team ohne bestehende Infrastruktur aufbauen, während Audi über mehrere Jahre bei Sauber den Einstieg vorbereitete. Eine Woche (9.1.) bevor Cadillac seinen Rollout absolvierte, schickten die Ingolstädter in Barcelona seine Fahrer Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto auf die Piste.
Doch wie das US-Team ließ sich Audi nicht in die Karten schauen, es gab keinerlei Bilder vom neuen Auto. Fans und Experten mussten sich auf Youtube-Material von Amateur-Filmern vor Ort verlassen. Erst bei der offiziellen Präsentation in Berlin am 20. Januar wird es erstmals Details zum Audi R26 zu sehen geben. Auf den zweiten Neuling Cadillac muss sich die Formel-1-Welt noch etwas länger gedulden.












