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Formel 1 - Auto - 2022 - 1:1-Modell - GP England - Silverstone
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Formel 1 - Auto - 2022 - 1:1-Modell - GP England - Silverstone 30 Bilder

Formel-1-Auto für 2026: Erste Infos zu den Plänen

Formel-1-Auto für 2026 Erste Infos zur übernächsten F1-Generation

Die 2022er Autos stehen noch nicht auf ihren Rädern, da denkt das Technikbüro der Formel 1 schon über 2026 nach. Mit den neuen Motoren sollen dann auch neue Autos kommen. Sie werden kleiner, leichter und effizienter sein.

Die Formel 1 hat einen Plan. Während früher die Reglements manchmal etwas willkürlich geändert wurden, steckt heute viel mehr wissenschaftliche Forschung dahinter. F1-Technikchef Pat Symonds und sein zehnköpfiges Technikbüro nutzen Windkanal und CFD-Simulation, um etwaige Schwachstellen auszumerzen, bevor sie im Rennbetrieb auftreten könnten.

Dem neuen Technischen Reglement für 2022 gingen vier Jahre Arbeit an dem Konzept voraus. Und ein enger Austausch mit den Ingenieuren der Teams. Seit dem 30. April sind die Regeln auf insgesamt 169 Seiten auf Papier festgehalten.

Das Ergebnis präsentierte die Formel 1 beim britischen Grand Prix in Silverstone. Es ist ein Basismodell, das einen ersten Einblick geben soll, wie ein Formel-1-Auto ab dem nächsten Jahr aussehen könnte. Viele Teams sagen aber bereits jetzt: "Unser Auto wird sich stark von der gezeigten Studie unterscheiden."

Zwei Mal 350 Kilowatt

Für Pat Symonds ist 2022er Auto bereits Vergangenheit. Der Ingenieur und seine Truppe arbeiten bereits am Auto für 2026. Da steht die nächste große Reform ins Haus, denn die neuen Antriebseinheiten verlangen eine andere Architektur.

Das Aerodynamikkonzept bleibt natürlich erhalten, bereinigt um die Schwachstellen, die sich in den nächsten vier Jahren auftun werden. Und trotzdem wird das 2026er Auto optisch ganz anders daherkommen.

Im Moment zurrt die Formel 1 gerade die Eckdaten des neuen Motors fest. Der V6-Turbo muss künftig ohne MGU-H auskommen. Verbrennungsmotor und MGU-K steuern jeweils 350 Kilowatt (476 PS) zur Gesamtleistung bei.

Porsche 919 V4 Turbo Hybrid-Motor
Porsche
Porsche war mit einem Vierzylinder-Turbo erfolgreich in Le Mans. Deshalb bleibt die Formel 1 beim V6.

1.000 PS dank Elektro-Boost

Da sollen mit etwas Entwicklungszeit auch wieder mehr als 1.000 PS drin sein, prophezeien die Experten. Mehr Elektro-Power bedeutet aber auch eine größere Batterie, eine stärkere MGU-K und ein angepasstes elektrisches System.

Da die elektrische Leistung ausschließlich an der Hinterachse rekuperiert werden soll, sind Umbaumaßnahmen nötig, um das Bremsmoment auf die Straße zu bringen. Zum Beispiel eine aktive Aerodynamik, die beim Bremsen auf vollen Abtrieb stellt. Und auch viel kleinere Hinterradbremsen.

"Theoretisch könnte die Motorbremse alles übernehmen, doch es gibt eben immer noch Momente, in denen der Fahrer bremsen muss, ohne dass die Batterie gerade geladen wird", erklärt Symonds.

Mini-Tank nicht möglich

Weil die neuen Antriebseinheiten schwerer werden, muss anderswo Gewicht gespart werden, wenn das ganze Paket leichter werden soll. Man will sich nicht ausschließlich darauf verlassen, dass die Batterietechnologie in vier Jahren neue und leichtere Energiespeicher liefert.

Eine deutliche Gewichtsreduktion geht in dem Ausmaß nur mit einem deutlich kleineren Auto. Ursprünglich träumte Symonds von einem Vierzylinder-Reihenmotor und einem querliegenden Getriebe. Sogar ein ultrakurzer V4-Motor war kurz im Gespräch.

Die Idee fiel aber wegen zu wenig Serienrelevanz durch. Außerdem schlugen Mercedes, Ferrari und Renault Alarm. Das Konzept hätte Porsche und Audi zu viele Vorteile in die Hände gespielt. Porsche fuhr mit einem V4-Turbo in Le Mans.

Wenn es nach Symonds geht, soll 2026 der Radstand deutlich gekürzt und das Auto möglicherweise auch wieder etwas schmaler werden. Da der Verbrennungsmotor deutlich weniger Leistung beisteuern soll, sinkt auch der Verbrauch.

Pat Symonds - Formel 1
xpb
F1-Technikchef Pat Symonds feilt schon an der Rennwagen-Generation für 2026.

Verbrenner lädt Batterie

Im Moment müssen mindestens 110 Kilogramm Kraftstoff (ca. 150 Liter) im Tank Platz finden. Symonds träumte von einer Tankgröße für 65 Kilogramm (ca. 90 Liter), muss aber zugeben. "Das wird sich leider nicht halten lassen." Der Grund ist ein bisschen absurd. Der Vorschlag an Vorder- und Hinterachse zu rekuperieren fand aus Kostengründen und wegen Sicherheitsbedenken keine Zustimmung. Noch nicht.

Wenn man sich nur auf hinten beschränkt, reicht es aber nicht aus, nur beim Bremsen in die Batterie einzuspeichern. Man wird zusätzlich Sprit verbrennen müssen, um elektrische Leistung zu generieren. Damit ist der Mini-Tank Geschichte.

Auch beim Getriebe lässt sich Platz und Gewicht sparen. Momentan wird die Leistung über acht Gangstufen auf die Straße gebracht. Das ließe sich möglicherweise auf fünf Gänge reduzieren. Was die Baulänge verkürzt und durch Weglassen von Teilen das Gewicht reduziert. Der Wunsch nach einem Standardgetriebe wurde von den Teams abgelehnt.

Symonds fasst das Konzept für 2026 so zusammen: "Nicht nur die Motoren, auch die Autos müssen nachhaltiger werden. Das geht nur über die Formel kleiner, leichter und effizienter."

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