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Streit um Budget: Inflation hoch, Budget auch?

Teams fordern mehr Budget Drei Teams gegen Inflations-Zuschlag

Die Inflationsrate steigt. Das Finanz-Reglement der FIA sieht dafür eine Erhöhung des Budgetdeckels vor, doch der Stichtag wurde verpasst. Trotzdem fordern sieben Teams bis zu sieben Millionen Dollar extra. Die steigenden Kosten beginnen die Teams zu erdrücken. Trotzdem sind Alpine, Alfa Romeo und Haas dagegen.

Der Budgetdeckel liegt in diesem Jahr bei 140 Millionen Dollar. Da mit 23 Rennen die Obergrenze im Reglement festgelegte von 21 überschritten ist gibt es einen Zuschlag von 1,2 Millionen Dollar pro Grand Prix. Macht also 142,4 Millionen Dollar in dieser Saison. Jetzt könnte es noch einen Zuschlag geben. Davor stehen aber noch harte Verhandlungen der Teams mit dem F1-Management und der FIA.

Im Finanz-Reglement des Verbandes steht, dass bei einer Inflationsrate von über drei Prozent in den G7-Ländern die Budgetobergrenze angehoben werden darf. Am Stichtag im September 2021 lag die durchschnittliche Rate aber noch unter drei Prozent. Deshalb steht den Teams in dieser Saison eigentlich kein Bonus zu. Inzwischen sind aber Fracht- und Stromkosten um bis zu sechs Millionen Dollar pro Team in die Höhe geschnellt. Vor allem die Frachtkosten sind explodiert und haben sich zum Teil verdoppelt.

Impressionen - Vorbereitungen  - Formel 1 - GP Australien - Melbourne 2022
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F1-Boss Stefano Domenicali will die Ausgabengrenze nicht zu sehr anheben.

Bonus nicht mehr rücknehmbar

Sieben der zehn Teams stehen auf dem Standpunkt, dass diese beiden Kostenfaktoren von ihnen nicht kontrolliert werden können und sofort im Budget kompensiert werden müssten. Andernfalls würden viele Teams den Budgetdeckel überschreiten, weil die Kosten für Entwicklung und Produktion schon größtenteils verplant sind und nicht mehr korrigiert werden können. "Es betrifft jetzt selbst die Teams, die normalerweise unter dem Kostendeckel liegen", heißt es im Fahrerlager.

In der Stunde der Not fordern die Teams sieben Millionen Dollar extra, die ihnen für 2023 zustehen würden, wenn die Rate im kommenden September wie zu erwarten ist über drei Prozent liegt. Alpine, Alfa Romeo und Haas lehnen den Zuschlag ab. "Regeln sind Regeln", erteilt Sauber-Teamchef Frédéric Vasseur den Bittstellern eine Absage.

Kollege Guenther Steiner von Haas sieht ebenfalls keinen Grund für einen Notfall. "Wenn wir im September über drei Prozent Inflation liegen, gibt es 2023 automatisch einen Aufschlag. Wir müssen das nicht vorziehen." Alpine-Teamchef Otmar Szafnauer hat einen Verdacht, warum die ehemaligen Budget Cap-Hardliner McLaren und Aston Martin insandere Lager übergelaufen sind: "Die haben Probleme mit ihren Autos und müssen massiv umbauen. Dafür brauchen sie mehr Geld."

Die FIA und das F1 Management zögern ebenfalls. Sie wollen den Bonus drücken. Was einmal zugesagt wurde, ist nicht mehr rücknehmbar. Ein weiterer Inflationszuschlag für 2023, der bei ansteigender Inflation wieder fällig wäre, würde bei einem sofortigen Zugeständnis den Budgetdeckel auf 149 statt 135 Millionen Dollar treiben und die Absichten der Kostenkontrolle konterkarieren. Die letzte Verhandlungsrunde führte zu keinem Ergebnis. Auch der Vorschlag die sieben Millionen auf 2022 und 2023 zu splitten fand keine Zustimmung. "Wir werden uns wie immer in solchen Fällen in der Mitte treffen", ist Formel-1-Chef Stefano Domenicali überzeugt.

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