An den Groundeffect-Autos der vergangenen Generation gab es viel Kritik: zu groß, zu schwer und am Ende auch zu ähnlich vom Design. Vor allem die unförmigen Standard-Radkappen stießen bei vielen Zuschauern negativ auf. Die Carbon-Deckel erinnerten auf den ersten Blick an langweilige Winterfelgen für Serienautos und nicht an Räder für Rennautos.
Auch bei den Formel-1-Verantwortlichen merkte man irgendwann, dass die Einheitsteile nicht den Ansprüchen an die schnellste Rennserie der Welt genügen. Deshalb gab es mit dem neuen Reglement wieder mehr Freiheiten für die Ingenieure. Die Teams durften die Felgen und die Radverkleidungen für die 2026er-Autos wieder eigenständig gestalten.
Allerdings setzen die Regeln den Designern ein paar wichtige Grenzen. Um zu verhindern, dass die Luftströmung durch die Felgen nach außen geleitet wird, muss am äußeren Rand der Felge ein zusätzlicher Ring montiert werden. Es darf aber auch durch den Bereich im Inneren des Rings keine Luft durch die Felge strömen.
Die FIA-Experten wollen damit den sogenannten "Outwash-Effekt" verhindern. Er verstärkt die Luftverwirbelungen hinter den Autos, was wiederum das dichte Hinterherfahren und somit das Überholen erschwert. Vor der Groundeffect-Ära war es gängige Praxis, dass die Ingenieure Luft über die Bremshutzen abgezweigt und weit vom Auto weggeführt haben. Das soll weiterhin verhindert werden.

Die Felgen bestehen aus mehreren Teilen. Sie müssen Rad für Rad mühsam zusammengeschraubt werden.
Speichenräder sind fake
Beim ersten Blick auf die unterschiedlichen Felgen-Designs schien es fast so, als hätten einige Ingenieure normale Speichenräder gebaut. Bei Audi sind zehn Speichen zu erkennen, bei Red Bull sind es neun Streben, die von der Nabe zum Kranz laufen, bei Aston Martin sind es sechs. Hier sind sie auch noch mit neongelben Aufklebern hervorgehoben.
Doch der genaue Blick zeigt, dass es sich hier nur um Fakes handelt. Die Speichen sind in die geschlossenen Radkappen integriert, mit denen die Felgen verkleidet werden. Die Konturen in den Radverkleidungen dienen nur optischen Zwecken. Sie sollen das Design von normalen Felgen nachahmen.

Der äußere Ring ist vom Reglement vorgeschrieben. Man darf gespannt sein, wie viele davon bei Rad-and-Rad-Duellen auf der Strecke bleiben.
Felgen mit mehreren Elementen
Die Freiheiten haben zu unterschiedlichen Lösungen geführt. Bei Mercedes, McLaren und Haas kann man die echten Felgen wenigstens von außen sehen. Hier wurde die Radkappe hinter den Speichen angebracht. Beim Racing Bull ist der innere Teil des Rades weiß lackiert, der vorgeschriebene Ring blieb schwarz.
Es gibt aber auch Teams, die sich beim Design gar nichts Spezielles überlegt haben. Bei Ferrari, Cadillac, Williams und Alpine erinnern die Lösungen an die langweiligen "Winterräder" aus dem Vorjahr. Diese Teams haben ihre Entwicklungsressourcen offenbar lieber in andere Teile ihrer Autos gesteckt. In der Galerie zeigen wir Ihnen die Räder aller neuen Autos.












